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Neuburg/Donau

24.11.2019

Würdiges Jubiläumskonzert von Ensemble del Arte

Lebendig, ungekünstelt, natürlich: So spielte sich die 33 Jahre alte Solistin Rosanne Philippens in die Herzen der Zuschauer. Sei trug wesentlich dazu bei, dass das 25. Jubiläum zu einer Sternstunde wurde.
Foto: Tobias Böcker

Das Ensemble del Arte feierte sein 25-jähriges Bestehen. Was an diesem Abend im Kongregationssaal geboten war, riss das Publikum von den Stühlen.

Eine Sternstunde zum 25. Jubiläum! Mit Rosanne Philippens hatte das Ensemble del Arte eine Solistin verpflichtet, die das Publikum spontan von den Stühlen zu stehenden Ovationen riss. Selten dürfte ein Violinkonzert mitsamt einer hinreißenden Zugabe im Kongregationssaal so lebendig, ungekünstelt und natürlich erklungen sein, wie unter den Händen der 33-jährigen Virtuosin aus Amsterdam.

Felix Mendelssohn-Bartholdys Violinkonzert d-moll aus dem Jahre 1822 war lange Zeit verschollen und wurde erst 1952 durch Yehudi Menuhin wiederentdeckt. Es ist ein Werk von hohem Reiz, das die früh erblühten Talente des seinerzeit gerade 13 Jahre alten Komponisten bereits in Eigenständigkeit entfaltet sah. Rosanne Philippens widmete sich dem eröffnenden Allegro mit der ihm gebührenden Frische in einer geradezu unbekümmert wirkenden Unbefangenheit, munterer Bewegung und anmutiger Grazie. Im Andante schwang sich die Geige in fein solierendem Zwiegespräch mit dem Orchester förmlich in die Lüfte, den Blicken fast entschwebend und selig jubilierend in herrlicher Leichtigkeit und bewegtem Freiheitsdrang.

Beim Jubiläumskonzert von Ensemble del Arte wurde das Orchester bis an seine Grenzen gefordert

Farbenfroher, neugieriger, tatendurstiger Esprit tanzte schließlich durch den dritten Satz in herzensfroher Lebenslust und schier entfesselter, spielerischer Virtuosität, deren zugleich verblüffende Akkuratesse das Orchester immer wieder bis an seine Grenzen forderte. Als Zugabe setzte Philippens dem Konzert mit Camille Saint-Saens Introduction und Rondo capriccioso noch eine funkelnde Krone auf.

Allen Mitwirkenden, der Stadt und den Sponsoren, nicht zuletzt dem treuen Publikum für erfolgreiche 25 Jahre dankten Anne Friemel, Vorsitzende des Ensemble del Arte, und ihr Stellvertreter, der Cellist David Tsadaia. 
Foto: Tobias Böcker

So manches Mitglied des Ensemble del Arte hat bereits in der ersten Stunde vor 25 Jahren mitgewirkt. Es stellte seine Klasse bereits zu Beginn des Konzerts mit zwei elegischen Melodien von Edvard Grieg einmal mehr unter Beweis. Üppiger, warmer, romantischer Wohlklang in bittersüßer Melodieseligkeit durchwirkte „Das verwundete Herz“. „Der Letzte Frühling“ bewegte sich in sanften Übergängen Fragilität und Volumen, nordisch lichtem Sphärenklang und wohlig dahinfließendem Strom.

Das Finale des Jubiläumskonzertes zeigte das Ensemble von seiner besten Seite

War der Auftakt schon gelungen, zeigte das Finale des Konzerts das Ensemble von seiner besten Seite: Hoch erfreulich immer wieder in den 25 Jahren, welche die Konzertreihe bereits die Neuburger Kultur bereichert, dass immer wieder auch die Musik des 20. Jahrhunderts ihren Platz im Repertoire findet. Mit Mut zum Anspruch hatte man sich zum Jubiläum für Benjamin Brittens „Variations on a Theme of Frank Bridge“ von 1937 entschieden, ein, wie Dirigent Ariel Zuckermann ausplauderte, gefürchtet schwieriges Stück Streicherliteratur. Was in den zehn Sätzen an Ausdrucksreichtum, Vielfalt und musikalischer Dichte nur drinsteckt: Das Ensemble del Arte legte es bravourös an den Tag. Ariel Zuckermann, mit dem das Orchester seit nunmehr zwölf Jahren regelmäßig zusammenarbeitet, schaffte es auch diesmal wieder wie mit Zauberhand, die Musiker als hoch motivierte Mannschaft mitzunehmen. Die variantenreichen Temperamente und liebevollen, zuweilen fast karikaturistisch-ironischen Darstellungen musikalischer Stile, die Britten in seine Variationen gelegt hat, entfalteten sich in hoher Konzentration und einer offensichtlichen Freude am Musizieren, dem Ernst und der Leichtigkeit des Seins gleichermaßen zugetan. Zu einem solchen Jubiläumskonzert wie zu den 25 Jahren der für Neuburg ersprießlichen Konzertreihe: Herzlichen Glückwunsch!

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