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08.04.2008

Zacharias' Rüstung geht fremd

Seine berühmte Rüstung ist noch nicht einmal in Ingolstadt ausgestellt worden, da geht sie schon auf Wanderschaft: Die Rede ist vom Brustharnisch des Ritters Zacharias Haderer, den das Bayerische Armeemuseum vor etwa einem Jahr in einer Aufsehen erregenden Aktion ersteigert hatte.

Dieser älteste bekannte Harnisch, den das Bayerische Armeemuseum vergangenes Jahr für 66 000 Euro ersteigert hatte, war bis dato in Ingolstadt aber noch nicht öffentlich ausgestellt worden. "Er befand sich bisher im Depot des Armeemuseums", sagte dessen Leiter, Dr. Ernst Aichner, im Gespräch mit der Neuburger Rundschau.

Warum aber wird der "älteste Plattenharnisch Europas" nun zuerst in Rosenheim bei der Bayerischen Landesausstellung öffentlich präsentiert? "Es hat mehrere Anfragen vom Haus der Bayerischen Geschichte gegeben. Den Ausschlag aber gab der Wunsch des Generalkonservators Egon Johannes Greipl, der damals maßgeblich am Erwerb beteiligt war", erörtert Aichner. Er räumt aber auch ein, dass die Rüstung von Ritter Zacharias Haderer bei der Landesausstellung nicht fehlen dürfe, die das Thema "Adel in Bayern - Ritter, Grafen, Industriebarone" trage. "Dieser Plattenrock lässt sich personifizieren, was mit anderen Harnischen nicht so ist", so Aichner. Zudem stelle der über 650 Jahre alte Brustpanzer ein "Pars Pro Toto" für die Auseinandersetzung eines Adeligen mit dem zu damaliger Zeit dominierenden Territorialherren dar. So geriet Ritter Zacharias Haderer, der im Besitz der Burg Hirschstein bei Fürstenzell war, mit dem Fürstbischof Albert III. von Passau in Streit. Der Geistliche ließ daraufhin die Burg des Ritters zerstören, in deren Ruine im Jahr 2002 der Plattenrock gefunden wurde.

Freilich ist Ernst Aichner aber auch stolz darüber, dass ein Objekt seines Museums bei der Bayerischen Landesausstellung, die am 26. April eröffnet wird, zu sehen ist: "Das ist ja auch eine Reklame für unser Haus."

Erst nach dem "Ausflug" nach Rosenheim wird der Brustpanzer von Zacharias Haderer in der eigens dafür im Bayerischen Armeemuseum angefertigten Sicherheitsvitrine, die übrigens mit nach Rosenheim reiste, in Ingolstadt öffentlich ausgestellt werden.

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