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Hofkirche

13.01.2020

Zartes aus fünf Jahrhunderten

Der Neuburger Madrigalchor erntete am Ende verdient langen Applaus für sein „Weihnachtliches Neujahrskonzert“ in der Hofkirche.
Foto: Annemarie Meilinger

Madrigalchor lud zum weihnachtlichen Neujahrskonzert

Der Neuburger Madrigalchor lud für den 11. Januar zu einem „Weihnachtlichen Neujahrskonzert“ in die Hofkirche ein. Das zeitweise frühlingshafte Wetter, das Ende der Ferien und beginnender Faschingstrubel könnten darüber hinwegtäuschen, dass das neue Jahr erst elf Tage alt und die Weihnachtszeit erst an Lichtmess vorbei ist. „Der Alltag ist wieder eingekehrt“ sagte Vorstand und Tenor Jakob-Michael Schmid, als er die Zuhörer in der gut gefüllten Hofkirche begrüßte.

Er wünschte allen, dass sie die „noch unverbrauchten 355 restlichen Tage des neuen Jahres gelassen verbringen mögen“. Einen entspannenden Anfang dazu zu machen, dafür war das Konzert bestens geeignet.

Der Madrigalchor wählte zarte Lieder aus fünf Jahrhunderten, wie eine fein zusammengesetzte Fuge von Tomas Luis de Victoria und eine kanonartige Weihnachtsmotette von Albert Becker, einem deutschen Komponisten der Romantik. Wie ein gesungenes Glockenspiel klingt „Carol of Bells“ des ukrainischen Komponisten Mykola Leontowytsch. Francis Poulenc erforderte Disziplin in den Stimmen, weil die Harmonien nicht nur weihnachtlich warm klingen, doch am Ende fügen sich die Alleluja-Rufe zu einem glänzenden Höhepunkt zusammen.

Im Coventry Carol, einem Wiegenlied aus dem 15. Jahrhundert zeigten der Chor und seine langjährige Leiterin Gabriella Lay, was Stimmkultur ist: die Kunst, leise Töne ausdauernd und präzise zu singen. Von Henry Purcell sang der Chor „Nunc Dimittis“, feinfühlig ausgestaltet von den 20 Sängerinnen und den 13 Sängern und mit einem ausgiebig variierten Amen bekräftigt.

Die fünf Bläser der Stadtkapelle unter der Leitung von Alexander Haninger wählten „Trumpet Tune“ und „Air“ des englischen Kirchmusikers und frischten die kontemplative Stimmung im Raum damit etwas auf. Strahlende Trompetentöne und ein satter Tuba-Bass belebten in den fünf Intermezzi das Programm.

Am Ende interpretierten Sänger und Bläser zusammen „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Johann Sebastian Bach und ernteten anschließend den langen und verdienten Applaus der Zuhörer. Jakob Michael Schmid schickte sie nach einer Zugabe „Joy to the World“ in den Abendhimmel hinaus, an dem der besungene Stern Venus - zur Zeit als Abendstern - schon kräftig leuchtete.

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