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16.06.2009

Zehn bis 15 Schläge gegen den Kopf

Neuburg Ein Winterabend, reichlich Alkohol, eine Schlägerei und ein übel zugerichtetes Opfer: Das sind die groben Fakten eines Vorfalls, der gestern vor dem Jugendgericht am Amtsgericht Neuburg verhandelt wurde. Auf der Anklagebank saß ein 19-jähriger aus dem nördlichen Landkreis. Er ist am 27. Januar beim Jugendtreff Bauwagen in Bruck ausgerastet und hat einen anderen brutal zusammengeschlagen.

Ein paar halbe Bier und mehrere Schnäpse waren der Rauferei vorausgegangen, dann hatte irgendeine Nichtigkeit genügt, die Situation eskalieren zu lassen. Geschätzte zehn bis 15 Mal hat der 19-Jährige mit einem Gegenstand, der gerade zufällig greifbar war, den Kopf seines Kontrahenten malträtiert. Vermutlich hat es sich bei der Waffe um einen gefrorenen Erdklumpen gehandelt. "Er hatte mich provoziert", nannte der Angeklagte gestern als Grund.

Drei Platzwunden erlitt sein Opfer, das im Krankenhaus genäht werden musste. "Ich versteh nicht, wie man so austicken kann", kommentierte Vorsitzender Richter Gerhard Reicherl. "Wie du den zugerichtet hast, das ist schon brutal".

Das Gericht und die Anklagevertretung hielten dem Lehrling eindringlich vor Augen, wie viel Glück er gehabt hat, dass die Folgen für das Opfer nicht noch schlimmer waren. "Gott sei Dank lag da nur ein Erdklumpen herum", so Staatsanwalt Franz Burger, "sonst hätte er ihm den Schädel eingeschlagen."

Mit dem Urteil folgte Jugendrichter Reicherl dem Antrag Burgers, der auf einen Dauerarrest von zwei Wochen plädiert hatte. Der 19-Jährige wird nun seinen Urlaub darauf verwenden müssen, in dieser Zeit ins Gefängnis zu gehen. "Dieses Urteil soll deutlich wehtun", so Reicherls Absicht, der einzig deshalb auf eine gravierendere Jugendstrafe verzichtete, um das Ausbildungsverhältnis des jungen Mannes nicht zu gefährden. Zudem muss der Verurteilte eine Geldstrafe von 1000 Euro an den Verein Jugendhilfe bezahlen.

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