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Arbeitsagentur

30.05.2014

Zurück zu den Wurzeln

Sven Neuenfeldt ist neuer Chef der Agentur für Arbeit in Neuburg. Der Ingolstädter kennt seinen neuen Arbeitsplatz schon von früheren Zeiten.
Bild: Luzia Grasser

Auch wenn Sven Neuenfeldt erst seit Kurzem Chef in Neuburg ist, kennt sich der Ingolstädter schon bestens aus

Sven Neuenfeldt kennt Neuburg gut. Vier Jahre lang hat er dort in der Arbeitsagentur in Neuburg und in Schrobenhausen gearbeitet, das war in den 90er Jahren. Jetzt ist er zurückgekehrt, als Chef. Der 44-jährige Ingolstädter ist Nachfolger von Anton Schäringer und seit 1. Mai Leiter der Agentur für Arbeit.

Neuenfeldt ist ein echtes Gewächs der Arbeitsagentur. Nach der Hauptschule hat er als 15-Jähriger eine Lehre als „Angestellter in der Bundesanstalt für Arbeit“ gemacht, so hieß die Arbeitsagentur damals noch. Seitdem hat er jede Menge Stationen durchlaufen. Er hat in Mannheim Verwaltungswirt studiert, war in Nürnberg, in Eichstätt, zuletzt war er rund zehn Jahre lang Teamleiter im Arbeitgeberservice in seiner Heimatstadt Ingolstadt. Das bedeutete vor allen Dingen: ganz viel netzwerken. Das mache er auch heute noch besonders gern, erzählt Neuenfeldt. Kontakte halten zur Politik, zu den Unternehmen, zu den Kammern. Und das sei enorm wichtig. Denn auch wenn die Zahlen (aktuelle Arbeitslosenquote 2,1 Prozent) ein anderes Bild vermitteln: Die insgesamt 14 Mitarbeiter in Neuburg haben jede Menge zu tun, sagt Neuenfeldt: „Es bewegt sich viel.“ Wer arbeitslos wird, der soll, so hofft es der Vater von zwei Kindern, möglichst nahtlos wieder einen anderen Job bekommen. Pflegekräfte, Handwerker und Ingenieure haben es da besonders leicht in der Boomregion, aber es gibt auch ein paar Baustellen, an denen Neuenfeldt weiter arbeiten will. Allein 36 Prozent aller Arbeitslosen sind älter als 50 Jahre und Jugendliche ohne ordentlichen Abschluss tun sich auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls sehr schwer.

„Das Thema Fachkräfte wird die Herausforderung schlechthin sein“, hat Neuenfeldt beobachtet. Zwar hat die Agentur in Neuburg keine speziellen Verbindungen ins Ausland, aber wenn Firmen Interesse haben an ausländischen Fachkräften, dann will auch er weiter vermitteln: „Aber manche Unternehmen stellen sich das leichter vor, als es dann ist“, so Neuenfeldt. „Und uns ist es auch lieber, wenn wir jemanden aus der eigenen Region vermitteln können.“

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Wie schwer es mitunter seine Kollegen im Ausland haben, den richtigen Job mit dem richtigen Mitarbeiter zusammenzubringen, das hat Neuenfeldt selbst beobachtet. Mehrmals schon war er in Serbien und Moldawien, hat die Mitarbeiter der dortigen Arbeitsagenturen geschult und gecoacht. Die wollten vor allen Dingen lernen, wie sie mit den Unternehmen in der Region umgehen sollen, um ihnen die entsprechenden Fachkräfte vermitteln zu können. Als Chef im Ingolstädter Arbeitgeberservice war Neuenfeldt da genau der richtige Ansprechpartner. Das deutsche System der Arbeitsvermittlung war für viele seiner ausländischen Kollegen noch ziemliches Neuland, aber hochinteressant.

Auch wenn Neuenfeldt mittlerweile seit 30 Jahren bei der Arbeitsagentur arbeitet, er ist noch immer begeistert von seiner Arbeit. Wenn einer mit über 60 noch einen Job findet oder ein Rollstuhlfahrer, „das finde ich schön“. Eine ganze Kiste mit Briefen hat er mittlerweile gesammelt. Darin bedanken sich Menschen, denen Neuenfeldt zu einer neuen Arbeit verholfen hat. Einem, dem er eine Umschulung zum Verkäufer ermöglicht hat, ist er nach Jahren beim Einkaufen an dessen Arbeitsstätte begegnet: „Er hat sich noch an mich erinnert und sich bedankt.“

Genau der enge persönliche Kontakt zu den Firmen und den Arbeitssuchenden ist es, der für Neuenfeldt seine Arbeit ausmacht: „Die Jobbörsen im Internet haben alle keine Menschen, aber wir haben die Menschen.“

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