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28.03.2015

Zwei geniale Frühwerke

Kirchenmusikdirektor Reinhold Meiser hat mit der Kammermusik St. Wolfgang zwei Bach-Kantaten einstudiert.
Bild: wüb

Die Kammermusik St. Wolfgang mit Bach-Kantaten

Ausgerechnet zwei Jugendwerke sind es, die aus den mehr als zweihundert Kirchenkantaten Bachs herausstechen: die Kantate Nr. 131 „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ und die Kantate Nr. 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“, der sogenannte „actus tragicus“. Beide Kantaten bringt am morgigen Palmsonntag, 29. März, die „Kammermusik St. Wolfgang“ zu Gehör.

Diese Stücke nehmen einen ganz besonderen Platz in Bachs Schaffen ein. „Der Text ist so vollendet wie die Musik“, schreibt Albert Schweitzer, der berühmte Arzt und Bach-Biograph, und er geht in seiner Bewunderung so weit, dass er am liebsten „die 200 Kirchenkantaten für 100 Werke in der Art des actus tragicus hingegeben hätte.“

In der Tat, das ist eine unerhört eindringliche Musik. Ihre besondere Stellung kommt schon in „Äußerlichkeiten“ zum Ausdruck, zum Beispiel in der Auswahl der begleitenden Instrumente: bei Nr. 106 im Verzicht auf Geigen, dafür Blockflöten und Violen, ähnlich bei Nr. 131, wo nur eine Geige, dafür zwei Violen in der Partitur stehen, dazu eine Oboe. Die dadurch hervorgerufene Klanglichkeit ist enorm. Die verschleierte Klangfarbe gehört zum Wesen dieser Musik. Namentlich den „actus“ wollte man, nach seiner Wiederentdeckung im Jahre 1833, immer und immer wieder hören.

Die „Kammermusik St. Wolfgang“ wird geleitet von Kirchenmusikdirektor Reinhold Meiser aus Ingolstadt. Schon häufig hat das Ensemble mit ihm erfolgreich zusammengearbeitet. Deutlich hat es sich bei den Chorproben gezeigt, worum es vor allem geht: um eine natürliche, vom Ballast romantisierender Bachinterpretation befreite Klangrede, ohne dabei die Farbigkeit und Intensität dieser Musik aufzugeben. Die Solisten des Konzerts sind Karin Hartl (Sopran), Ursula Maxhofer-Schiele (Alt), Oliver Kringel (Tenor) und Klaus Hopp-Wiel (Bass). (nr)

Die Geistliche Abendmusik findet in der Kapelle St. Wolfgang in Neuburg, Eustachius-Kugler-Platz, statt. Sie beginnt am Palmsonntag um 18 Uhr; der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

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