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Neuburg

21.12.2020

Zweite Donaubrücke für Neuburg: Kritiker fordern mehr Transparenz

Hier an dieser Stelle soll eine weitere Variante einer westlichen Donaubrücke untersucht werden.
Bild: Winfried Rein

Plus Die Vorplanungen für die zweite Donauquerung Neuburgs sind durch die Insolvenz eines Ingenieurbüros ins Stocken geraten. Viel ist zuletzt nicht passiert. Die Opposition will dennoch mehr Informationen, die es aber noch nicht gibt.

Sieben sind nicht genug. Die jüngste Forderung der Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern zur Prüfung einer achten Variante einer zweiten Donaubrücke für Neuburg, ruft die Kritiker auf den Plan. Sie sehen darin ein Zeichen, dass die Regierung nicht überzeugt ist von der von der Politik favorisierten Ostbrücke. Außerdem fordern sie mehr Transparenz.

Gerhard Schoder: Vor- und Nachteile aller Varianten sollen offengelegt werden

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Neuburger Stadtrat, Gerhard Schoder, fordert – ebenso wie die SPD –, dass die Vor- und Nachteile aller Varianten offengelegt werden: „Mit der aktuellen Informationspolitik und den bisher von der Stadtspitze gemachten Aussagen gewinnt man zu leicht den Eindruck, dass sich manche politisch an die Ostlösung gehängt haben und allein deshalb günstigere Lösungen schlecht- und wegreden möchten.“

Doch so weit ist die Stadt bei der Planung noch gar nicht. Durch die Insolvenz des Planungsbüros, das die Varianten verkehrstechnisch untersuchte, fehlen bei der Bearbeitung der Varianten eins bis sieben noch gut 20 Prozent, wie Rechtsdirektor Ralf Rick sagt. Und die achte Variante ist noch überhaupt nicht untersucht. Wenn ein neues Planungsbüro beauftragt ist und dieses die restlichen Arbeiten fertiggestellt hat, werde es selbstverständlich eine umfangreiche Gegenüberstellung aller Varianten geben, die dann öffentlich bekannt gemacht werden. Die Stadträte werden voraussichtlich in einer Sondersitzung informiert.

Diese acht möglichen Donauquerungen werden gerade ausgelotet hinsichtlich Eingriff in die Natur, Verkehrsentlastung, Kosten und mehr.
Bild: Stadt Neuburg

Den Vorwurf der Intransparenz will Rick nicht stehenlassen: „Wir informieren in regelmäßigen Abständen die Öffentlichkeit und auch die Stadträte. Doch viel Neues gibt es seit Sommer, seit das Büro Pleite ging, nicht zu berichten.“ Die vorrangige Arbeit für Rick und seine Kollegen in der Stadtverwaltung galt in den vergangenen Monaten der Suche eines neuen Planungsbüros, was bei der Verpflichtung zu einer europaweiten Ausschreibung einiges an Zeit und Mühen mit sich brachte.

Zweite Donaubrücke für Neuburg: Varianten werden abgewogen

Der Variantenvergleich sei vollkommen offen. Und auch wenn Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und die Stadtratsmehrheit die Brücke im Osten mit Osttangente präferieren, bedeute das nicht automatisch, dass sie auch kommt, so Rick: „Wenn die Vorarbeiten abgeschlossen sind, werden die Vor- und Nachteile aller Varianten abgewogen, Kosten verglichen und die jeweilige Verkehrsentlastung für die Innenstadt ganz genau unter die Lupe genommen.“ Erst dann werde entschieden, welche Variante vorangetrieben wird.

Eine gänzlich neue Variante ist die achte nicht. Denn sie verläuft nur wenige Meter entfernt von den Varianten fünf, sechs und sieben. Der einzige Unterschied: Sie tangiert weniger FFH-Gebiet. Und das ist nur der Fall, weil dort bereits Infrastruktur besteht, in den Auwald also schon eingegriffen wurde. Das sei der Grund, warum die Stadt diese Variante nicht von Anfang an berücksichtigt hat, wie Rick erklärt. „Sie würde quer über das Brandlbad laufen und die Verlegung der Stromtrasse nötig machen.“ Dazu kommen noch weitere Aspekte, wie zum Beispiel der, dass Variante acht ein Wasserschutz- und Überschwemmungsgebiet queren würde.

Durch eine zweite Donauquerung soll die Elisenbrücke in Neuburg entlastet werden.
Bild: Stadt Neuburg, Bernhard Mahler

Doch die Regierung möchte auch diese Möglichkeit geprüft haben. „Und das wird das neue Ingenieurbüro natürlich tun“, versichert Rick. Auch den exakten Verlauf wird erst das Büro festlegen. Bisher ist er nur ein Strich auf Papier, den das für den Naturschutz zuständige Ingenieurbüro Dr. Blasy/Dr. Øverland eingezeichnet hat.

Die Befürchtung der Grünen, mit dem Bau der Sens-Halle an der Monheimer Straße bei der Schilchermühle würden Tatsachen geschaffen, die eine zweite Donaubrücke an dieser Stelle verhindern könnte, kann Rechtsdirektor Ralf Rick ausräumen: „Nach allem, was wir bisher sagen können, wird die achte Variante auf Höhe der ehemaligen ’Grünwald-Säge’ am nördlichen Donauufer ankommen.“

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