AfD-Büro Ingolstadt: Satirische Google-Einträge sorgen für Aufsehen
Ingolstadt
Von 19.33 Uhr bis 19.45 Uhr: Ingolstädter AfD-Büro hat „interessante Öffnungszeiten“
Im Netz kursieren manipulierte Google- und Bing-Einträge zum AfD-Büro in Ingolstadt und sorgen für zahlreiche Kommentare. Denn sie sind eine eindeutige Anspielung auf die Nazi-Zeit.
In der Innenstadt von Ingolstadt hat die örtliche AfD-Fraktion ihren Sitz. Das zeigen auch die Suchmaschinen Google und Bing. Nun wurden aber die Einträge verändert – mit Öffnungszeiten in Anspielung auf die NS-Zeit.Foto: Conny Hiemer (Symbolbild)
Das Satire-Magazin Der Postillon spricht von „interessanten Öffnungszeiten“, die das Büro der Ingolstädter AfD-Fraktion angeblich hat und hängt auch gleich einen Screenshot des entsprechenden Google-Eintrags an: Sieben Tage die Woche, jeweils von 19.33 Uhr bis 19.45 Uhr. Die Zeiten sind eine Anspielung auf die Zeit des Nazi-Regimes in den Jahren zwischen 1933 und 1945. Immerhin wird die AfD in Teilen als rechtsextremistisch eingestuft. Die Einträge hatten besonders während des vergangenen Wochenendes für jede Menge Aufsehen im Internet gesorgt.
Bei Google wurden die Öffnungszeiten des Ingolstädter AfD-Büros verändert
Während die Änderungen bei Google inzwischen verschwunden und keine Öffnungszeiten des AfD-Büros mehr angegeben sind, taucht bei Bing, einer weiteren Suchmaschine, auch am Montag noch ein anderer manipulierter Eintrag auf, der den Ingolstädter AfD-Politikern aktuell ziemlich sauer aufstoßen dürfte. Denn dort wird die Partei als „AfD braune partei Stadtratsfraktion Ingolstadt“ bezeichnet (Originaleintrag).
Wer hinter den Änderungen steckt, das weiß auch Oskar Lipp nicht. Der AfD-Politiker aus Ingolstadt sitzt im Landtag und berichtet davon, dass die Einträge zum ersten Mal vor rund einer Woche entdeckt worden sind. Seitdem sei ein regelrechtes „Ping-Pong-Spiel“ losgetreten worden, wie er es bezeichnet.
Auf Google und Bing wurden die Einträge des Ingolstädter AfD-Büros verändert. Unter anderem wurden die Öffnungszeiten zu 19.33 Uhr bis 19.45 Uhr - in Anspielung auf die Nazi-Zeit - geändert.Foto: Luzia Grasser (Screenshots)
Mitarbeitende der Partei haben sich bemüht, die falschen Informationen gegen die richtigen auszutauschen; doch kaum sei dies geschehen, hieß es bereits wieder: geöffnet von 19.33 bis 19.45 Uhr. Inzwischen habe man sich entschieden, die Uhrzeiten überhaupt nicht zu veröffentlichen. Ähnlich sei es auch mit dem Eintrag als „braune Partei“ gelaufen, berichtet Lipp. Mal war er da - dann wieder weg. Inzwischen behalten Mitarbeitende die Google-Informationen verstärkt im Auge. Die Parteimitglieder seien „schon ein bisschen verärgert“ gewesen, als die offensichtlichen Falschinformationen im Netz aufgetaucht sind.
CDU-Geschäftsstellen waren auf Google in CDU-Eierhaus umbenannt worden
Seit das Satiremagazin Der Postillon den Screenshot gepostet hat, haben sie deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Allein unter dem entsprechenden Facebook-Post gab es am Montag weit mehr als 700 Kommentare.
Lipp vermutet, dass es möglicherweise einen Zusammenhang gibt zu ähnlichen Vorfällen an Ostern. Damals waren bundesweit Geschäftsstellen der CDU auf Google Maps als „CDU-Eierhaus“ bezeichnet worden. Rund um diese Aktion war der Verdacht aufgekommen, dass sie möglicherweise auf die Schülerstreiks gegen die Wehrpflicht zurückzuführen ist. Denn währenddessen war der Protestslogan „Merz leck Eier“ entstanden.
Aktuell prüft die AfD in Ingolstadt, ob sie möglicherweise gegen den oder die noch unbekannten Urheber juristische Schritte einleitet.
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