Ampel in Neuburg ist dauerhaft rot – Autofahrer sind verunsichert
Neuburg
Defekt am Bahnübergang in der Grünauer Straße: Lange Schlangen vor dauerhaft roter Ampel
Eine dauerhaft rote Ampel am Bahnübergang in der Grünauer Straße verursachte lange Schlangen und Verunsicherung bei Autofahrern. Die defekte Anlage wird nun repariert.
Am Bahnübergang in der Grünauer Straße in Neuburg war die Ampel am Samstag zwischenzeitlich dauerhaft rot. Die Störung führte zu langen Schlangen in beide Richtungen.Foto: Zidar
Samstagnachmittag, kurz vor 16 Uhr, in der Grünauer Straße in Neuburg. Am Bahnübergang ins Industriegebiet blinkt das Ampellicht rot – eine Seltenheit an dieser Stelle. Die ersten Autofahrer halten an und meinen, endlich mal einen Zug an dieser Stelle fahren zu sehen. Sie spitzen die Ohren, schauen nach links und rechts, doch es kommt kein Zug, nichts ist zu hören. Zehn Minuten lang stehen die Autos, und noch immer blinkt die Ampel rot. Während die Schlangen zu beiden Seiten immer länger werden, verlieren manche Fahrer langsam die Geduld, steigen aus oder drehen auf der Straße um und fahren in die andere Richtung weg. Ein Mann rennt entlang der Autos nach vorne zum ersten in der Reihe, klopft an die Scheibe und will den Fahrer animieren, trotz Rotlicht über die Gleise zu fahren – es kommt ja schließlich nichts. Das machen die Beteiligten dann auch und fahren vorsichtig, und so mancher wohl mit schlechtem Gewissen, über die Gleise.
Dauerhaft rote Ampel am Bahnübergang in der Grünauer Straße
Zu solchen Szenen kam es am Samstag offenbar mehrfach. Bürgerinnen und Bürger beschwerten sich in der Folge bei Stadt und Polizei. Wie Stadtsprecher Bernhard Mahler auf Anfrage mitteilt, handelte es sich um eine Störung der Ampel. Die Anlage wurde in der Folge komplett abgeschaltet. Das sei aktuell kein Problem, da der nächste Zug erst in zwei Wochen wieder über das Industriegleis fahre, so Mahler. Er kündigt an, dass die Ampel an diesem Mittwoch repariert werden soll.
Alle 14 Tage fährt ein Güterzug zweimal über das Neuburger Industriegleis, hier im Hintergrund Audi in Heinrichsheim.Foto: Uta Stock (Archivbild)
2018 fuhren erstmals wieder Güterzüge durch den Osten Neuburgs. Das private Transportunternehmen Stock aus Rheinland-Pfalz und Verallia mit dem Werk in Grünau betrieben die Gleisanlage, die die Stadt wieder ertüchtigt hatte. Bis heute ist der Glashersteller der einzige Nutzer, er bekommt über die Schienen Soda geliefert – die Züge fahren jedoch nur relativ selten. Immer wieder wird in Neuburgs Stadtpolitik darüber diskutiert, ob sich die Anlage überhaupt rentiert. Die Stadt zahlt zwischen 80.000 und 100.000 Euro pro Jahr für ihre Wartung und Pflege. Die Einnahmen wurden zuletzt mit lediglich 25.000 bis 30.000 Euro beziffert.
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