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Brasilianische Musik begeistert beim Konzert im Schlösschen Hessellohe

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Brasilianische Lebensfreude trifft Melancholie: ein Abend voller Musik im Schlösschen

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    Bei der neuesten Auflage von "Live, Talk & Musik" steht Sven Faller mit Sängerin Viviane de Farias auf der Bühne.
    Bei der neuesten Auflage von "Live, Talk & Musik" steht Sven Faller mit Sängerin Viviane de Farias auf der Bühne. Foto: Vicky Müller-Toùssa

    Sven Faller hatte wieder zur Reihe „Live, Talk & Musik“ ins Schlösschen Hessellohe geladen und schon mit den ersten Takten war klar, wohin die Reise ging. „A Girl from Ipanema“, das Motto des Abends, war wie ein musikalisches Versprechen, das auch eingehalten wurde. Denn an Fallers Seite stand die Sängerin Viviane de Farias, deren Stimme mühelos Kontinente und Kulturen überspannt.

    Ob Bossa Nova oder Samba – im Mittelpunkt stand die brasilianische Lebenslust, die auch das Programm bestimmte. Das Duo nahm das Publikum mit auf eine klangvolle Entdeckungstour durch Brasilien. Vorbei an ikonischen Wahrzeichen wie der Christusstatue auf dem Corcovado, hinein in die schillernde Welt von Carmen Miranda, deren legendärer Obsthut ebenso unvergessen ist wie ihre Lieder. Mit „Chico Chico“, einer augenzwinkernden Hommage an einen Vogel, genauer dem Morgenammer, blitzte jene Leichtigkeit auf, die brasilianischer Musik so eigen ist.

    Viviane de Farias bringt brasilianische Musik nach Hessellohe

    Doch es blieb nicht nur beim sonnigen Klangbild. Das Publikum erfuhr von den afro-brasilianischen musikalischen Wurzeln des Landes, tief verankert in Rhythmus und Trommeltradition. Musik als Ausdruck von Intensität, von Gerechtigkeit und auch von Revolution, so die Vokalistin, die seit Jahren in Karlsruhe ihr Zuhause gefunden hat.

    Dazwischen berührte de Farias mit einem melancholisch schönen Chorinho aus den 1920er bis 1940er Jahren. „Wir leiden sehr gerne und baden in einer Badewanne voller Sehnsucht“, erklärte die Sängerin lächelnd diese bittersüße Klangwelt. Auch amerikanische Kirchenmusik fügte sich selbstverständlich ins Programm, ebenso wie das weltberühmte Bolero-Lied „Bésame Mucho“ von Consuelo Velázquez, das de Farias mit großer Innigkeit interpretierte.

    Sven Faller lädt erneut zu Live, Talk and Musik in Neuburg ein

    Ein weiterer Höhepunkt war eine Komposition über den afrobrasilianischen Kampftanz Capoeira, bei der sich Sven Fallers Kontrabass kurzzeitig in ein berimbauähnliches Klanginstrument verwandelte und einmal mehr die stilistische Offenheit des Musikers zeigte. Virtuos und souverän begleitete Faller die Sängerin, die sich mühelos zwischen Portugiesisch, Englisch, Deutsch und Spanisch bewegte.

    Jazzig, smooth, charmant und ruhig: Viviane de Farias hat es einfach drauf. Oder, mit einem Lächeln gesagt: Ay caramba. Zum Schluss erklang Antônio Carlos Jobims „The Girl from Ipanema“ als Zugabe in englischer und portugiesischer Version. Insgesamt ein Konzertabend der zeigte, wie lebendig und verbindend Musik sein kann: leise, pur und intensiv - ohne viele Effekte.

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