Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten

CSU Neuburg analysiert Niederlage und plant Vertrauensaufbau

Neuburg

„Das tut mir in der Seele weh“: Kritik der CSU-Basis nach Bürgermeister-Debakel

  • |
  • |
  • |
  • |
    Die CSU Neuburg hat nach der verlorenen OB-Wahl viel aufzuarbeiten.
    Die CSU Neuburg hat nach der verlorenen OB-Wahl viel aufzuarbeiten. Foto: Barbara Wild

    Es ist das erste Mal seit 1972, dass die CSU in Neuburg weder einen Oberbürgermeister stellt, noch einen seiner Stellvertreter. Es ist also nicht übertrieben, dass sich die Partei mit einer historischen Situation abfinden muss. Die verlorene Wahl des OB-Kandidaten Matthias Enghuber war für die CSU ein harter Schlag. Dass sie zuletzt auch mit ihrem Kandidaten Peter Segeth für das Amt des dritten Bürgermeisters gescheitert ist, ist doppelt bitter. Bekannterweise ist die Polit-Newcomerin Helena Schlusnus (SPD) stattdessen gewählt worden. Die Folge: In der CSU-Basis rumort es.

    Das konnte jeder live miterleben, der am Freitagabend den Weg ins Schützenheim nach Sehensand gefunden hatte. Exakt zwei Monate nach der vernichtenden Stichwahl stand die Jahreshauptversammlung an. Passender Zeitpunkt also für die Mitglieder, ihrem Ärger Luft zu machen und die Entscheidungen der Führungsriege zu hinterfragen. Überraschenderweise ging es dabei nicht um den verlorenen Posten des Oberbürgermeisters.

    Ärger hatte sich vor allem über die gescheiterte Stellvertreter-Wahl angesammelt. „Warum habt ihr es nicht zusammengebracht, eine Frau als Bürgermeister-Kandidatin aufzustellen?“, formulierte es direkt Elfriede Müller. „Ihr habe viele fähige Frauen in der Fraktion. Es tut mir in der Seele weh, dass wir jetzt ohne jedes Amt dastehen.“

    Bei der Jahreshauptversammlung wurden auch langjährige Mitglieder geehrt. Der gescheiterte OB-Kandidat Matthias Enghuber (links) ist bereits seit 25 Jahren dabei.
    Bei der Jahreshauptversammlung wurden auch langjährige Mitglieder geehrt. Der gescheiterte OB-Kandidat Matthias Enghuber (links) ist bereits seit 25 Jahren dabei. Foto: Barbara Wild

    Ortsvorsitzender Florian Bader musste alleine Rede und Antwort stehen, denn die Fraktionsvorsitzende Julia Abspacher war nicht anwesend. Bader erklärte, dass in der Fraktion demokratisch abgestimmt wurde, welcher Kandidat ins Rennen geschickt wird. Peter Segeth sei klar gewählt worden. „Wir haben diese Entscheidung zusammengetroffen - und sind baden gegangen.“ Er sei aber nicht sicher, ob eine CSU-Frau gewählt worden wäre, denn im Moment herrsche auch im Gremium die Stimmung „Alles, nur nicht die CSU“ vor.

    Ken Launus fordert mehr Offenheit innerhalb der Partei

    „In der Öffentlichkeit geben wir das Bild ab, dass wir in der Partei nichts ändern, sondern mit einem alten Mann antreten“, sagte Ken Launus und schickte die Entschuldigung Richtung Peter Segeth gleich hinterher. Die Erkenntnis, dass diese Taktik falsch war, müsse jetzt eingetreten sein. Stadträtin Caroline Gmehling, die sich selbst vergeblich als Kandidatin für den Bürgermeisterposten zur Verfügung gestellt hatte und in der eigenen Fraktion massiv für eine Frau geworben hatte, formulierte es diplomatisch: „Ich hoffe, dass wir künftig den frischen Wind auch reinlassen und neuen Köpfen etwas zutrauen.“

    Bastian Hübschle fragte nach, warum die CSU für den zweiten Bürgermeister keinen Kandidaten aufgestellt hatte und löste damit die Debatte aus, ob sich denn die Freien Wähler an die getroffenen Abmachungen gehalten hätten. Johann Habermeyer (Freie Wähler) sei gesetzt gewesen, dafür habe man Peter Segeth entsprechend in Position bringen wollen. „Die Freien Wähler haben uns nicht so unterstützt wie ausgemacht“, sagte Doris Stöckl, die den Kandidaten Segeth nochmals klar verteidigte. Auch Rüdiger Vogt meldete Zweifel an, inwieweit man sich künftig auf die Freien Wähler verlassen könne. Stichwort: Donaubrücke. Da mahnte allerdings Matthias Enghuber, von der reinen Stimmenzahl Rückschlüsse auf einzelne Fraktionen zu ziehen. „Es ist eine geheime Wahl und niemand weiß, wie der nächste abgestimmt hat.“

    CSU analysiert Wahlniederlage und setzt auf Zusammenarbeit

    Ernüchtert nahmen die Mitglieder den Verlauf der Diskussion und die Argumente des Ortsvorsitzenden Florian Bader zur Kenntnis. Der betonte mehrfach, dass es wichtiger Teil der Demokratie sei, das Votum der Mehrheit zu respektieren. Schließlich schlug Gmehling vor, künftig den Stellvertreter-Kandidaten im Ortsvorstand zu wählen und nicht nur in der Fraktion. „Dann haben wir eine breitere Basis.“

    Gleich zu Beginn der Versammlung hatte Bader in eigenen Worten eine nur kurze Analyse der gescheiterten OB-Wahl geliefert. Die „Wechseltendenz gegen die CSU“ sei zu stark gewesen. Im Wahlkampf sei er immer wieder damit konfrontiert worden, dass die CSU für „bleibt alles beim Alten“ wahrgenommen worden ist. Diese Außenwirkung sei kaum zu brechen gewesen. Die Gegenseite hätte sich „ausgezeichnet vorbereitet und war geschlossen geblieben“. Intern habe man viel analysiert und aufgearbeitet. Jetzt gelte es den neuen Stadträten, Vertrauen entgegenzubringen und inhaltlich zu arbeiten. „Wir werden nicht in die Fundamentalopposition gehen“, so Bader.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren