Die Stadt Neuburg hat ein gewaltiges Projekt vor der Brust: die Erweiterung und Sanierung der Grund- und Mittelschule im Englischen Garten. Die Einrichtungen erhalten Anbauten mit zusätzlichen Räumen, dazu werden unter anderem das bestehende Dach und die WC-Anlagen erneuert. Außerdem sollen die Schulen barrierefrei werden. Die Maßnahmen sind dringend notwendig, denn vor Ort fehlt der Platz. Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler müssen sich infolge der Baustellen natürlich auf Lärm und Dreck einstellen. Doch die Verantwortlichen haben nun einen Weg gefunden, um die Dauer dieser Beeinträchtigungen zu reduzieren – bei gleichem Ergebnis und offenbar annähernd gleichen Kosten.
Grund- und Mittelschule in Neuburg wird erweitert und saniert
Ursprünglich war geplant, zunächst die Anbauten fertigzustellen und anschließend die Sanierungen im Bestand anzugehen. Bei diesem Vorgehen wären die Schulen auf Jahre quasi zur Dauerbaustelle geworden. Doch die beteiligten Planer haben bemerkt, dass sich die Bauarbeiten kombinieren lassen. Ein anschauliches Beispiel: Um etwa die neuen Modulbauten anzudocken, müsste das bestehende Dach ohnehin angehoben werden. Bei dieser Gelegenheit könnte es auch gleich komplett erneuert werden, erklärt Bürgermeister Johann Habermeyer (FW) im Gespräch mit unserer Redaktion.
Mit diesem Prinzip wären die Schulen deutlich schneller frei von Baustellen. Laut aktuellem Plan sollen die zentralen Arbeiten bis 2029 abgeschlossen sein – einige Jahre früher als ursprünglich gedacht. Positiver Nebeneffekt: Die Stadt profitiert bei diesem Vorgehen von der sogenannten Booster-Förderung, einem Programm für den Ausbau der Ganztagsbetreuung in Bayern. Zwar müsste Neuburg in den kommenden Jahren mehr Geld innerhalb kürzerer Zeit aufbringen, um dieses Großvorhaben so schnell zu stemmen. Dafür fließen im Gegenzug auch mehr Fördergelder. Laut Habermeyer bleiben die Kosten durch das Vorziehen der Sanierungsarbeiten unter dem Strich ungefähr gleich. Aktuell gehen die Planer von gut 25 Millionen Euro aus. Gut die Hälfte davon, nämlich 13 Millionen Euro, muss die Stadt alleine schultern.
Die Kosten sollen ungefähr gleich bleiben
Habermeyer brachte das Thema am Mittwoch im Bauausschuss auf den Tisch. Nach seiner Aussage waren in der Stadtpolitik zuletzt Gerüchte im Umlauf, wonach das Projekt für Neuburg jetzt deutlich teurer werden würde. Doch es handele sich nicht um eine „Kostenexplosion“, wie von manchen offenbar befürchtet. Man müsse lediglich das ungefähr gleiche Geld in kürzerer Zeit zahlen, bekomme dafür mehr Förderung und profitiere von einem schnelleren Ende der Baustellen, erklärte der zweite Bürgermeister, der die Sitzung leitete.
Wie hoch der Handlungsbedarf an der Grund- und Mittelschule ist, machte Schulamtsdirektor Erich Kraus im Gremium deutlich. Auch mit Blick auf den ab dem Schuljahr 2026/27 geltenden Anspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule reichten die vorhandenen Räumlichkeiten weder quantitativ noch qualitativ aus. Bereits jetzt müssten Schülerinnen und Schüler teils in Container ausweichen. Die zuletzt stark gestiegene Zahl von Inklusionskindern erhöht laut Kraus den Förder- und damit den Raumbedarf zusätzlich. Auch die Mittelschule stoße längst an Kapazitätsgrenzen.
Es fehlt Platz und Barrierefreiheit
Anne Graf, Rektorin der Mittelschule, sowie andere Verantwortliche der Grund- und Mittelschule bestätigten diese Aussagen. Klassenzimmer seien voll, Gruppenräume fehlten. Auch die fehlende Barrierefreiheit mache den Beteiligten zu schaffen, erklärten sie im Bauausschuss.
Die Stadtpolitiker, die am Mittwoch das letzte Mal in dieser Besetzung zusammenkamen, wurden über die aktuellen Planungen zur Erweiterung und Sanierung lediglich informiert. Final entscheiden muss das Vorgehen dann der neue Stadtrat.
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