Ganztagsbetreuung in Karlshuld: Ablauf, Kosten und Übergangslösung
Karlshuld
Ganztagsbetreuung in Karlshuld: So startet das Angebot für Grundschüler
Laut Gesetz haben Grundschüler ab September einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung, so auch in Karlshuld. Wann und wie die Kinder betreut werden können und welche Kosten für Eltern anfallen.
So soll die Mehrzweckhalle im Karlshuld nach der rund zweijährigen Sanierung aussehen. Dort soll dann im ersten Stock auch die Ganztagsbetreuung untergebracht werden. Bis dahin gibt es ab 1. September eine Übergangslösung in den Räumen der Maurus-Gerle-Schule.Foto: Architekten Denzinger und Partner
Ab dem Schuljahr 2026/27 wird in Deutschland stufenweise ein Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Kinder im Grundschulalter eingeführt. So startet ab 1. September 2026 dann auch in Karlshuld das Konzept der Offenen Ganztagsschule, allerdings mit einer räumlichen Übergangslösung durch die anstehende Sanierung der Mehrzweckhalle. In der jüngsten Gemeinderatssitzung landete das Thema erneut auf der Tagesordnung, und es drehte sich alles um Fragen wie: Wer hat ab wann einen Anspruch? Entstehen dabei Kosten? Und wie sieht es eigentlich mit der Ferienbetreuung aus?
Ab 1. September haben Grundschulkinder in Karlshuld Anspruch auf Ganztagsbetreuung
Bevor das Gremium in die Sitzung startete, zückte Bürgermeister Michael Lederer ein prall gefülltes Kuvert. Wie jedes Jahr geht das Sitzungsgeld aller aus der letzten Sitzung vor Weihnachten an einen guten Zweck. Dieses Mal gehen 1000 Euro an das Seniorenzentrum in Karlshuld. „Ich denke, jeder hat den Wunsch, würdevoll und gut umsorgt zu altern - und genau das macht ihr möglich“, sagte Lederer an Einrichtungsleiterin Stefanie Ziegler gerichtet. „Danke für eure vorbildliche und erfolgreiche Arbeit.“ Gerührt nahm Ziegler die Spende entgegen und sagte: „Die investieren wir in unser 20-jähriges Bestehen am 13. Juni.“
Im Anschluss informierte Lederer das Gremium über den Stand der Dinge bezüglich Offene Ganztagesschule (OGTS), die ab 1. September auch in Karlshuld startet. Sobald die Sanierung der Mehrzweckhalle – wenn alles nach Plan läuft - in gut zwei Jahren abgeschlossen ist, soll dort im Obergeschoss auch die Ganztagsbetreuung untergebracht werden. Bis dahin werden die Kinder in entsprechenden Räumlichkeiten in der Maurus-Gerle-Schule untergebracht, sozusagen als Übergangslösung, wie der Bürgermeister in einer vorherigen Sitzung erwähnte.
Die Betreuung übernimmt der BRK-Kreisverband Neuburg-Schrobenhausen. Parallel soll der Hort auslaufen und dort ab nächstem Jahr keine Kinder mehr aufgenommen werden. In Karlshuld gibt es derzeit 250 Grundschüler „und wir gehen davon aus, dass etwa 200 davon eine Ganztagsbetreuung benötigen werden“, so der Bürgermeister.
Offene Ganztagsbetreuung bleibt für Erstklässler von Montag bis Freitag kostenlos
Grundsätzlich wird der gesetzliche Anspruch für einen OGTS-Platz schrittweise eingeführt und dieser ist für die Eltern kostenlos. Zum Betreuungsangebot gehören ein Mittagessen (kostet extra), eine Hausaufgabenbetreuung sowie eine Auswahl an Freizeitangeboten mit etwa sportlichen, musischen oder künstlerischen Aktivitäten. Das Angebot gilt zunächst von Montag bis Freitag für die Erstklässler, ab September 2027 kommen die Zweitklässler hinzu, ein Jahr später die Drittklässler und 2029 schließlich die Viertklässler.
Während für die Erstklässler für die Betreuung von Montag bis Freitag keinen Kosten anfallen, enstehen für die Zweit- bis Viertklässler solche ausschließlich für den Freitag. „Wie hoch die sein werden, wissen wir allerdings noch nicht, das muss noch festgelegt werden“, sagte Lederer.
Über 1000 Euro darf sich das Seniorenzentrum in Karlshuld freuen. Wie in jedem Jahr legten die Gemeinderäte das Sitzungsgeld der letzten Sitzung vor Weihnachten zusammen, um es für den guten Zweck zu spenden. So überreichte Bürgermeister Michael Lederer (FW, hinten, Mitte), gemeinsam mit den Fraktionssprechern Bianca Glöckl (FW, l.), Wolfgang Tarnick (DUK, 2.v.l.), Rita Schmidt (CSU, r.) und Drittem Bürgermeister Klaus Scherm (CSU, hinten, r.) das prall gefüllte Kuvert an Einrichtungsleiterin Stefanie Ziegler (2.v.r.).Foto: Katrin Kretzmann
Hinsichtlich der Ferienbetreuung gelten andere Regelungen, „die ist im Gesetz zur OGTS nicht vorgesehen“, erklärte der Rathauschef. Allerdings haben Kinder mit Ausnahme der gesetzlich festgelegten 20 Schließtage im Jahr immer einen Anspruch auf acht Stunden Betreuung am Tag, ab 1. September also streng genommen auch die Erstklässler. „Da es hier keine Förderungen gibt, liegt das in den Händen der Kommune, also bei uns.“ Da es sich also um ein kostenpflichtiges Angebot handelt, würden dafür auch Elternbeiträge anfallen. „Darüber müssen wir aber noch sprechen“, sagte Lederer und verwies auf einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der noch ausstehe.
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