Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten

Helena Schlusnus (SPD) wird dritte Bürgermeisterin in Neuburg

Neuburg

Eine Frau an Neuburgs Stadtspitze: Diese Stellvertreter stehen hinter OB Gerhard Schoder

  • |
  • |
  • |
  • |
    Oberbürgermeister Gerhard Schoder (Grüne, rechts) und sein Team, bestehend aus dem zweitem Bürgermeister Johann Habermeyer (FW) und der dritten Bürgermeisterin Helena Schlusnus (SPD).
    Oberbürgermeister Gerhard Schoder (Grüne, rechts) und sein Team, bestehend aus dem zweitem Bürgermeister Johann Habermeyer (FW) und der dritten Bürgermeisterin Helena Schlusnus (SPD). Foto: Andreas Zidar

    Gerhard Schoder (Grüne) ist als Oberbürgermeister in Neuburg vereidigt worden – und er hat wie von ihm gewünscht eine Frau in seinem Team. Helena Schlusnus (SPD) ist in der konstituierenden Stadtratssitzung am Dienstag zur dritten Bürgermeisterin gewählt worden. Als sein zweiter Stellvertreter wurde, wie erwartet, Johann Habermeyer (FW) bestimmt.

    Helena Schlusnus (SPD) zur dritten Bürgermeisterin in Neuburg gewählt

    Die Bürgermeisterwahl war im Vorfeld heiß diskutiert worden. Vor allem die Frage, ob eine Frau in der Stadtspitze vertreten sein wird, hatte in den vergangenen Tagen viele Stadtgespräche bestimmt – vor allem vor dem Hintergrund, dass fast die Hälfte des neuen Stadtrats weiblich ist. Wie angekündigt, schlug die CSU Peter Segeth vor, der bereits in den vergangenen sechs Jahren das Amt des dritten Bürgermeisters bekleidete. Er habe die Funktion mit viel Herzblut und Engagement ausgefüllt und bringe viel Erfahrung mit, von der der neue OB und die vielen neuen Stadträtinnen und Stadträte profitieren würden, argumentierte CSU-Fraktionschefin Julia Abspacher.

    Die SPD schickte Helena Schlusnus ins Rennen. Diese habe seit ihrem Eintritt in die SPD vor gut einem Jahr „wesentliche Akzente“ gesetzt und sie werde OB Schoder und der Stadt mit ihrer Kompetenz helfen, trug Fraktionschef Ralph Bartoschek vor.

    OB Gerhard Schoder (rechts, Grüne) gratulierte der neuen dritten Bürgermeisterin Helena Schlusnus (SPD).
    OB Gerhard Schoder (rechts, Grüne) gratulierte der neuen dritten Bürgermeisterin Helena Schlusnus (SPD). Foto: Andreas Zidar

    Franziska Hildebrandt (WIND), Sprecherin der Ausschussgemeinschaft von WIND und FDP, machte wie angekündigt Werbung für Anita Kerner (WIND). Diese bringe große Erfahrung als ehemalige Kreisrätin sowie Stadträtin und Baureferentin mit. Ihre Politik sei gerade, klar und „manchmal auch unbequem“.

    Kurios war die Wortmeldung der AfD-Fraktion. Stadtrat Franz Neumann schlug seine Fraktionschefin Christina Wilhelm vor, aufgrund ihrer Vorerfahrung. Diese lehnte die Nominierung ihres Parteikollegen jedoch sofort ab. „Dieses Mal noch nicht, beim nächsten Mal.“

    Peter Segeth (CSU) hatte in der Stichwahl das Nachsehen

    Im ersten Wahldurchgang erreichten Segeth und Schlusnus beide jeweils 15 Stimmen, auf Anita Kerner entfielen sieben Stimmen. Auch Gabriele Kaps (CSU, zwei Stimmen) sowie Franziska Hildebrandt und Caroline Gmehling (CSU, beide eine) wurden vereinzelt auf den Stimmzetteln notiert. Es kam zur Stichwahl zwischen Segeth und Schlusnus. Wieder wanderten alle Stadträtinnen und Stadträte zur geheimen Wahl in eine Kabine hinter der Bühne. Am Ende triumphierte die SPD-Kandidatin mit 23 zu 18 Stimmen. Jubel brandete im altehrwürdigen Kongregationssaal auf, der zur konstituierenden Stadtratssitzung auch in den Zuschauerreihen komplett gefüllt war. Die Freude, dass es eine Frau in das Bürgermeisterteam schafft, war bei vielen im Saal deutlich vernehmbar. Die CSU, die stärkste Fraktion im Neuburger Stadtrat, ist dagegen nicht mehr in der Stadtspitze vertreten – zuletzt hatten die Christsozialen sowohl den Oberbürgermeister als auch einen Stellvertreter gestellt.

    Bettina Häring (FDP) hat Neuburgs neuen Oberbürgermeister Gerhard Schoder (Grüne) vereidigt.
    Bettina Häring (FDP) hat Neuburgs neuen Oberbürgermeister Gerhard Schoder (Grüne) vereidigt. Foto: Andreas Zidar

    Vor der strahlenden Schlusnus bildeten sich in der Folge lange Schlangen der Gratulanten. „Ich bin unendlich dankbar für dieses Vertrauen“, sagte die 40-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie sei „überwältigt“, mit diesem Ausgang habe sie nicht gerechnet. Immerhin ist Schlusnus politisch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Erst vor gut einem Jahr schloss sie sich der SPD an und stieg dort rasend schnell zur stellvertretenden Ortsvorsitzenden auf – jetzt vertritt sie die Stadt Neuburg als dritte Bürgermeisterin.

    Hans Habermeyer ist weiter zweiter Bürgermeister

    Während ihre Personalie für so manche vielleicht überraschend kam, war die Position des zweiten Bürgermeisters unstrittig. Hans Habermeyer, der einzige vorgeschlagene Kandidat für diese Position, erhielt 32 von 40 gültigen Stimmen und ist damit weiterhin der erste Mann hinter dem Rathauschef. Mit ihm könne jeder, und seinem Wort würden alle vertrauen, hatte FW-Fraktionschef Florian Herold im Vorfeld der Wahl Werbung für seinen Kandidaten gemacht. Der 63-Jährige selbst versprach, fachlich und thematisch auf Augenhöhe mit dem OB agieren zu wollen und diesen vollumfänglich und professionell zu vertreten. Seinen Politikstil bezeichnete Habermeyer selbst als ausgleichend, vermittelnd und sachorientiert.

    Natürlich bot die konstituierende Sitzung weit mehr als die Bürgermeisterwahlen. Bettina Häring (FDP) wurde als älteste Stadträtin die Ehre zuteil, OB Schoder feierlich ins Amt einzuführen. Dieser schwor seinen Amtseid, einschließlich des Zusatzes „so wahr mir Gott helfe“. Der neue Sitzungsleiter vereidigte anschließend selbst die neugewählten Stadtratsmitglieder.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren