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Neuburg
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Insgesamt 402 Teilnehmer wagen sich beim 41. Neuburger Frühjahrslauf auf die jeweiligen Strecken. Bei den Hauptläufen dominieren Kristin Liepold und Dominik Friedrich aus Ingolstadt

Leichtathletik

Neuburger Frühjahrslauf: Mit 80 Jahren zählt Franz Stümpfle noch längst nicht zum „alten Eisen“

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    Mit seinen 80 Jahren immer noch flott unterwegs: Franz Stümpfle (links) von der SVG Ruhstorf.
    Mit seinen 80 Jahren immer noch flott unterwegs: Franz Stümpfle (links) von der SVG Ruhstorf. Foto: Daniel Worsch

    Als die letzten Teilnehmer des 41. Neuburger Frühjahslauf am Samstagnachmittag auf die Laufbahn des TSV-Sportgeländes im Englischen Garten einbogen, um sich in Richtung Ziellinie aufzumachen, hatte sich Franz Stümpfle schon längst sein Getränk schmecken lassen und seine Banane genüsslich verputzt. Von etwaigen Strapazen auf der 7800 Meter langen Strecke, welche der Athlet der SVG Ruhstorf kurz zuvor in 44:59 Minuten absolviert hatte, war bei ihm kaum etwas zu sehen. „Anfangs hatte ich etwas Angst, dass es aufgrund der hohen Temperaturen möglicherweise doch etwas zu heiß werden könnte. Durch die zahlreichen Schatten war das aber nicht der Fall“, berichtet Stümpfle.

    Der begeisterte Läufer war nicht nur einer von insgesamt 402 Startern, die in sämtlichen Altersklassen - ob männlich oder weiblich - ader der Startlinie standen. Mit seinen beeindruckenden 80 (!) Jahren war Stümpfle auch zugleich der Älteste, der den knapp acht Kilometer langen Rundkurs, der zweimal durchlaufen werden musste, in Angriff genommen hatte. Und das mit einem klaren Ziel: „Ich wollte auch diesmal den Kilometer unter sechs Minuten laufen - und das ist mir erneut ganz gut gelungen.“ Dass er damit seine Altersklasse M80 gewann, stand bereits vor dem Startschuss von Sportreferentin Sabine Schneider fest. Schließlich war Stümpfle hier der einzige Teilnehmer. Aber nicht nur das: Der amtierende bayerische Meister über zehn Kilometer sowie im Crosslauf ließ mit seiner großartigen Leistungen auch zahlreiche jüngere Athleten (deutlich) hinter sich.

    Auf die Plätze, fertig - los: Um Punkt 15 Uhr gingen die Athletinnen und Athleten des Hauptlaufs auf die 7800 Meter lange Strecke.
    Auf die Plätze, fertig - los: Um Punkt 15 Uhr gingen die Athletinnen und Athleten des Hauptlaufs auf die 7800 Meter lange Strecke. Foto: Daniel Worsch

    „Ich habe erst im Alter von 50 Jahren mit dem Laufsport begonnen und sofort eine große Freunde daran entwickelt“, so Stümpfle, den es in früheren Jahren auch schon auf die Marathon-Strecke gezogen hatte. „Aber davon bin ich mittlerweile weit entfernt“, meint der äußerst „rüstige Achtziger“, der noch lange nicht ans Aufhören denkt. „Zum einen hält das Laufen fit, zum anderen bedeutet es für mich eine Art Stressabbau - auch wenn viele Leute gar nicht verstehen können, dass man in meinem Alter überhaupt noch einen Stress haben kann“, lacht Stümpfle. Dementsprechend wirft er den Blick bereits nach vorne: „Ich habe mir die Startlisten der bisherigen Sport-IN-Laufcup-Läufe schon genau angesehen. Nachdem im kommenden Jahr aus der Altersklasse M75 keiner in meine Kategorie aufsteigen wird, stehen die Chancen gut, dass ich auch dann bei meinen Läufen immer ganz oben stehen werde“, grinst Stümpfle, der im Übrigen erst dann einen Schlussstrich unter seine Leichtathletik-Karriere ziehen möchte, „wenn ich irgendwann als Letzter ins Ziel kommen sollte. Denn das will ich nicht“.

    Übernahm von Beginn an die Spitze bei seinem Lauf über 1700 Meter: Jonas Meyer (Startnummer 2970) vom TSV Neuburg.
    Übernahm von Beginn an die Spitze bei seinem Lauf über 1700 Meter: Jonas Meyer (Startnummer 2970) vom TSV Neuburg. Foto: Daniel Worsch

    Dass bei dieser traditionellen Veranstaltung, die vom gastgebenden TSV Neuburg wie gewohnt professionell, aber gleichzeitig auch mit einem familiären Flair organisiert, ausgetragen und durchgeführt wurde, nicht nur die „großen“, sondern vor allem auch die „kleinen“ Lauf-Enthusiasten voll und ganz auf ihre Kosten kamen, wurde beim Bkick auf die jeweiligen Wettbewerbe beziehungsweise Altersklassen deutlich. Nachdem sich zunächst 49 Bambini beim „Schnupperlauf“ über 400 Meter auf den Weg gemacht und dabei auch im Laufschritt von zahlreichen sportlichen Eltern am Rande begleitet wurden, folgten im Anschluss die U10- (über 800 Meter), U12-, U14- und U16-Konkurrenzen (jeweils über 1700 Meter). Erfreulich aus Neuburger Sicht: In der Altersklasse U12 schlug erneut ein „Serientäter“ zu. Wie schon bei den ersten drei Wettbewerben des Sport-IN-Laufcups ließ Lokalmatador Jonas Meyer seinen Mitkonkurrenten keine Chance. Nach 6:26 Minuten überquerte der Neunjährige die Ziellinie nach einem furiosen Lauf über 1700 Metern als Erster.

    Auch die Bambini zeigten beim Schnupperlauf über 400 Meter vollen Einsatz.
    Auch die Bambini zeigten beim Schnupperlauf über 400 Meter vollen Einsatz. Foto: Daniel Worsch

    „Nachdem wir diese Strecke auch schon im Training gelaufen sind, war es für mich etwas einfacher“, verrät der kleine Lauffloh, dem der Umstieg von der bisherigen 800 Meter auf die längere 1700 Meter-Strecke scheinbar mühelos gelang. „Ich habe vor ungefähr drei Jahren mit der Leichtathletik begonnen - und es hat mir von Beginn an riesig Spaß gemacht“, berichtet Jonas, dem es mittlerweile vor allem die „längeren Strecken“ angetan haben: „Da ich eine ganz gute Ausdauer habe, macht mir das nichts aus.“ Sehr zum Leidwesen seiner zahlreichen Konkurrenten, die den Viertklässler bislang im Zielbereich immer nur von hinten gesehen haben. Uns ginge es nach Jonas, soll es dabei freilich auch künftig so bleiben.

    Holten sich beim 41. Neuburger Frühjahrslauf den Gesamtsieg: Dominik Friedrich (links) vom MTV Ingolstadt und Kristin Liepold (rechts) vom SC Delphin Ingolstadt.
    Holten sich beim 41. Neuburger Frühjahrslauf den Gesamtsieg: Dominik Friedrich (links) vom MTV Ingolstadt und Kristin Liepold (rechts) vom SC Delphin Ingolstadt. Foto: Daniel Worsch

    Dass das kleine beziehungsweise große TSV-Talent vielleicht in zehn Jahren auch einmal bei der Herren-Konkurrenz des Neuburger Frühjahrslaufs ganz oben steht, ist demnach freilich nicht ausgeschlossen. Ganz im Gegenteil. Bei der diesjährigen Auflage hatten indes die Athletinnen und Athleten aus der Schanz die Nase vorn. Während bei den Herren der MTV Ingolstadt mit Dominik Friedrich (27:43), Sebastian Götz (27:47) und Stephan Wibmer (28:23) einen Dreifachsieg feiern konnte, triumphierte bei den Frauen Kristin Liepold vom SC Delphin Ingolstadt (29:32), die ihre Laufbahn nach eigenen Aussagen „eigentlich schon beendet“ hatte und daher in Neuburg ihren ersten Wettkampf nach längerer Zeit absolvierte.

    Hatten sichtlich ihren Spaß: Abteilungsleiterin Ulrike Hetmanek-Rogler (links) und die 1. Vorsitzende des TSV Neuburg, Cornelia Euringer-Klose (rechts).
    Hatten sichtlich ihren Spaß: Abteilungsleiterin Ulrike Hetmanek-Rogler (links) und die 1. Vorsitzende des TSV Neuburg, Cornelia Euringer-Klose (rechts). Foto: Daniel Worsch

    Stolze Beobachterin dieses stimmungsvolles Events war - neben vielen Zuschauern, Eltern, Freunden und Familien der Läufer - auch Cornelia Euringer-Klose. Die neue 1. Vorsitzende des TSV Neuburg, die erst vor knapp zwei Woche in dieses Amt gewählt worden war, ließ es sich nicht nehmen, „ihre“ Leichtathletik-Abteilung zu besuchen - und zeigte sich entsprechend beeindruckt und begeistert. „Es ist einfach schön zu sehen, wie viel Menschen - unabhängig vom Alter - hier gemeinsam Sport treiben und sich auf die Strecken begeben.“ Während ihr Vorgänger Udo Kotzur regelmäßig die Laufschuhe anzog und sich ins Getümmel stürzte, muss Euringer-Klose aus gesundheitlichen Gründen darauf „leider verzichten. Aber ich bin mittlerweile zum Nordic Walking gewechselt, was wir ebenfalls viel Spaß bereitet“.

    Laufgruppe beim TSV Neuburg: Wer am Samstag - sei es als Zuschauer oder auch Teilnehmer - auf den Geschmack gekommen ist, ist bei der Laufgruppe des TSV Neuburg mit seinem Übungsleiter Siggi Stachel richtig und willkommen. „Momentan sind wir zwischen sieben und zwölf Läufern, die jeden Dienstag und Donnerstag bei uns ihrer Leidenschaft nachgehen“, berichtet Stachel. Interessierte sollten indes eine gewisse Voraussetzung erfüllen. „Man sollte in der Lage sein, eine Stunde lang ein gemütliches Tempo zu laufen. Alles andere wie beispielsweise die Verbesserung des Laufstils steht dann bei uns im Training auf dem Programm“, sagt Stachel. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Für weitere Fragen steht Siggi Stachel per Mail (siegfried.stachel@gmx.de).

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