Seit fast sechs Jahren steht die ehemalige Kaufhof-Filiale in der Ingolstädter Fußgängerzone leer. Ideen für das Gebäude, das inzwischen die Stadt Ingolstadt gekauft hat, gibt es viele. Angedacht waren beispielsweise die Ansiedlung eines Ikea oder auch eine Ausweichspielstätte für das marode Stadttheater.
Am 25. Juni eröffnet Ikea einen Small Store in Ingolstadt
Für beides wurde inzwischen eine andere Lösung gefunden: Ein Small Store von Ikea eröffnet am 25. Juni gegenüber des Westparks und das Ensemble des Stadttheaters spielt mittlerweile im Theater im Glacis. Nur das Kaufhof-Gebäude steht noch immer leer. Inzwischen gehört es der Stadt Ingolstadt und im Stadtrat wurde auch bereits eine Machbarkeitsstudie vorgestellt. Dabei sind Studenten- oder Seniorenwohnungen in den oberen Stockwerken vorgesehen, aber auch eine touristische Nutzung steht im Konzept für den Gebäudekomplex mit dem Namen „Ludwig29“
Jetzt präsentiert die ÖDP einen weiteren Vorschlag: Wie wäre es mit einer Schule in dem Gebäude? Dabei haben sich die beiden Stadträte der Partei, Raimund Köstler und Fred Over, Inspiration aus anderen Städten geholt. So soll etwa in Lübeck im Jahr 2028 in einem Karstadt-Kaufhaus das Lübecker Altstadtgymnasium einziehen. Auch die Stadt Augsburg will die Raumnot ihres Holbein-Gymnasiums durch eine Umnutzung des nahe gelegenen ehemaligen Karstadt-Kaufhauses lösen. In Hannover soll ab 2027 eine berufsbildende Schule in einem früheren Kaufhof-Gebäude untergebracht werden. In Hamburg wird ein Kaufhaus zu einer Stadtteilschule für Ottensen umgebaut, haben sie recherchiert.
In Ingolstadt gibt es einen Sanierungsstau an den Schulen
„Dass bei solchen Nutzungsänderungen auch Kreativität gefragt ist, zeigt das Beispiel Lübeck: Da fliegt nicht nur die Rolltreppe heraus und wird Tageslicht hereingeholt, es wird auch für einen ‚Schulhof‘ auf dem Dach des Kaufhauses gesorgt“, heißt es im Prüfantrag der ÖDP.
Die Kommunalpolitiker verweisen dabei auf die Raumnot und den Sanierungsstau an den Ingolstädter Schulen. Nach den aktuellen Planungen wird das innerstädtische Katharinen-Gymnasium für die Zeit der Generalsanierung in das Schulzentrum Nordost umziehen, das allerdings erst noch gebaut werden muss. „Und ganz generell: Früher gab es in Ingolstadt – auf dem Gelände von Aumovio – eine ‚Ausweichschule‘, in die Schulen bei aufwändigeren Sanierungen räumlich ausweichen konnten. Eine solche Ausweichschule fehlt uns heute“, heißt es seitens der ÖDP.
Ob und welche Funktion für eine „Schule im Kaufhof“ für das Ingolstädter Schulsystem am sinnvollsten sein könnte, das sollte aus Sicht der ÖDP-Stadträte nun vor weiterführenden Schritten geprüft werden. (AZ)
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