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Marienheim
10.01.2022

„Tante Ilse“ und ihr Zwillingsbruder Heiner aus Marienheim feiern ihren 90.

Ilse Brombacher und ihr Zwillingsbruder Heiner Bauer aus Marienheim haben ihren 90. Geburtstag gefeiert..
Foto: Weis

Die Zwillinge Ilse Brombacher und Heiner Bauer aus Marienheim haben ihren 90. Geburtstag gefeiert. Welche Spuren die Geschwister im öffentlichen Leben in Marienheim hinterlassen haben.

Die Zwillinge Ilse Brombacher und Heiner Bauer aus Marienheim haben am 7. Januar bei guter körperlicher und geistiger Verfassung ihren 90. Geburtstag gefeiert.

Beide sind 1932 geboren und mit vier weiteren Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof neben der Marienheimer Kirche aufgewachsen. Während des Krieges mussten sie immer wieder mit der Mutter nach Kreuth und in den Hövelhof bei Oberhausen zu Verwandten fliehen, um den Bombardierungen des Flugplatzes durch die Amerikaner zu entgehen. Ein Bruder ist gefallen. Viele Albträume diesbezüglich begleiteten die beiden ein Leben lang. Nach dem Krieg musste die Familie und natürlich auch die Kinder kräftig mit anpacken und die massiven Zerstörungen auf dem Hof notdürftig beseitigen, sodass man wieder mit der Landwirtschaft seinen Unterhalt bestreiten konnte.

Zwillinge Ilse Brombacher und Heiner Bauer aus Marienheim feiern 90. Geburtstag

Ilse war schon immer eine moderne, fortschrittliche Dame und machte beizeiten den Führerschein. Bis vor Kurzem ist sie noch selbst gefahren. 1957 heiratete sie ihren Ehemann Werner. Sie bauten ein Haus in Marienheim, drei Kinder wurden geboren und großgezogen. Nachdem die Kinder etwas größer waren, besserte sie das Familienbudget durch Jobs bei den Firmen Wittmann, Hass und im Straßenbauamt auf.

Ihre Talente gab Ilse Brombacher beim Schützenverein zum Besten. Auch in der Kirche war sie engagiert. Sonntag für Sonntag betreute sie die Kleinsten während des Gottesdienstes, bastelte mit ihnen, sang Lieder und brachte ihnen den Glauben näher. Ihr ganzes Herzblut legte sie in die Organisation von Kinderveranstaltungen im Dorf, wie Faschingsumzüge, Tanz um den Maibaum, Erntedank, Martinsumzüge, Nikolausfeiern und Krippenspiele. Als „Tante Ilse“ betreute sie den Nachwuchs von ehemaligen Kindergottesdienstkindern. 1996 verstarb Ilse Brombachers Mann. Heute wird sie von ihrem Sohn Otti betreut.

Die Ehe mit Isolde aus Stengelheim geschlossen

Zwillingsbruder Heiner Bauer hat, nachdem er sich zu einem feschen Mann gemausert hatte, 1957 die Ehe mit Isolde aus Stengelheim geschlossen. Beide können also noch in diesem Jahr Eiserne Hochzeit feiern. Drei Kinder vervollständigten das Familienglück. Viele Jahre hat Heiner mit seiner Frau sehr erfolgreich eine Milchvieh-Landwirtschaft betrieben.

Deren Sohn Heiner war ein großer Tüftler und so gelang es ihm, die Gülle zu verstromen und diesen ins öffentliche Netz einzuspeisen. In Marienheim sprach man vom „Stinkestrom“. Das war seinerzeit eine Sensation und im Bayerischen Staats- und Versuchsgut für Rinderhaltung in Grub bei Poing konnte man es kaum fassen, dass so ein Bauernbub ohne Studium so etwas geschafft hatte. Nach Marienheim kamen Busse mit Bauern aus allen Regionen, um die Innovation zu besichtigen. Die Details wurden nicht verraten. Auch die Professoren aus dem Agrarbereich kamen auf den Hof und informierten sich. Nachdem Heiner jun. 2011 verstarb, musste die Viehhaltung aufgegeben werden.

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Heiner Bauer war dagegen ein Macher insbesondere bei der Feuerwehr. Ende der 1970er Jahre hat er so manche Feier zusammen mit anderen engagierten Marienheimern angestoßen. Bis dahin war in Marienheim „tote Hose“. Die ehemalige Marienheimer Schule wurde in ein Feuerwehrhaus und in ein Vereinsheim umgebaut, wo bis heute die Feuerwehr und der Schützenverein ihr Zuhause haben.

Viele Marienheimer gratulierten zum 90. Geburtstag

Auch im kirchlichen Bereich, genauer gesagt in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Marienheim, war Heiner Bauer viele Jahre als Presbyter tätig. Durch sein Zutun hat die Raiffeisenbank in den 1980er Jahren die Kunstdünger- und Kohlenhalle erworben und zu einem schmucken Gemeindehaus umgebaut, wo noch heute Hochzeiten, Bälle, Weihnachtsfeiern oder Theateraufführungen stattfinden. Als Freinachtsscherz befestigten Jugendliche einmal Heiners Fahrrad auf dem Dach des Gemeindehauses. Den Neubau des Pfarrhofes, auch in den 80er Jahren, unterstützte er ebenfalls mit Rat und Tat. Heute verbringt er zusammen mit seiner Frau Isolde den Ruhestand auf dem Hof. Umsorgt wird er von der Schwiegertochter und dem Rest der Familie.

An ihrem Ehrentag gratulierten neben vielen Marienheimern auch Pfarrer Sperber, der Schützenverein, die Feuerwehr und der Seniorenkreis, teilweise mit Musik und einem großen „Dankeschön“ . Auch OB Bernhard Gmehling ließ es sich nicht nehmen und schaute persönlich bei den Jubilaren vorbei. (nr)

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