Mezzosopranistin Vanessa Fasoli und Pianistin Stephanie Knauer waren im Konzert „Damenwahl“ die richtige Wahl. In Vortrag und Virtuosität harmonierend, schenkten sie nicht nur Damen eine kurzweilige Soiree. Das Programm war auf weibliche Sehnsüchte, Er-leben der Liebe und Umgang mit Männern abgestimmt. Fasoli begann swingend mit Kanders „Willkommen“, zeigte ihre bewegliche Stimme bei der Mozartarie „Un moto di gioja“, filigran am Klavier begleitet. Die Sängerin verkörperte Schumanns „Kartenlegerin“ nicht nur stimmlich perfekt, sondern vor allem mit Augen und Mimik, worauf Knauer sensibel einzugehen wusste. Tonar-tenwechsel, die Schuberts „Lachen und Weinen“ kennzeichnen, transportierte die Vokalistin einfühlsam.
Ein ausdrucksstarker Solo-Klavierpart war Schuberts „Impromptu in Ges-Dur“, wobei Knauer feinste Piani zu kräftigen Forti anwachsen ließ, lyrische Melodie mit harfenartigen Arpeggios federleicht untermalte. Sanfte Akkorde klangen bei Schuberts „An die Musik“, die Fasoli mit warmem Timbre malte. Seufzen und Zittern bei Mozarts „Der Zauberer“ ließ Fasoli fühlen – mit schwungvoller Tastenuntermalung. Auch den Liebesschmerz gestalteten beide perfekt, der „Luise“ (Mozart) wegen eines untreuen Mannes quälte. Die Seele stimmlich streichelnd gelang Fasoli das Larghetto Giordanis „Caro mio ben“. Mit Bizet-Stücken, unter anderem „Habanera“, zauberten die Musikerinnen spanisches Flair ins Stadttheater. Bielefeldts „Rinnsteinprinzessin“ verkörperte Fasoli überzeugend, wechselte in tiefen Bereichen kurz zum Sprechgesang. Auch Chanson und Jazz kamen zum Tragen, wenn beide Damen sich mit käuflicher Liebe mittels Weils „Nanas Lied“ und „Saga of Jenny“ beschäftigten, Rhythmuswechsel, arienhafte Melodieführungen in-clusive. Die Pianistin lotete bei Schulhoffs „Chanson“, der Jazzetüde Nr 3 Harmonien aus, brachte ein „Fühlen“ in jeden Akkord.
Mackebens berühmter Schlager „Bel ami“ klang mitreißend, Casuccis „Schöner Gigolo“ bestach dem Text entsprechend mit Stakkati oder weicher Gebundenheit. Hollaenders populäre „Fesche Lola“ gab Fasoli Raum, Höhen auszureizen, imponierte durch pfiffigen Vortrag. Rhythmisch anspruchsvoll „Dusty“, ein Ragtime-Pianostück der Komponistin Aufderheide. Mit Arielles bekanntem Song „Ein Mensch zu sein“ (Menken) ließ Fasoli das Publikum träumen und bei Robinsons „My Guy“ animierte sie es, mitzuwirken. Gershwins „Summertime“ brachte nochmal alle Nuancen Fasolis facettenreicher Stimme zum Strahlen, kraftvoll, gekonnt und doch sensibel von Knauer am Piano begleitet.
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