Die Hoffnungen in die Neuburger Nahwärme sind seit Jahren groß. Durch den Ausbau des Netzes sollen immer mehr Haushalte angeschlossen werden, damit diese von der nachhaltigen Wärme versorgt werden können. Denn saubere Energie ist die große Zielvorgabe, nicht nur in Neuburg, sonders bundesweit. Dass die Ottheinrichstadt mit ihrer Nahwärme damit mehr als nur auf dem richtigen Weg ist, zeigte nun eine Projektarbeit, die in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses vorgestellt wurde. Denn bei einem zentralen Wert liegt Neuburg sogar weit über dem deutschen Durchschnitt.
Lauter winzige Pünktchen sieht das Gremium auf der ersten Folie der Power-Point-Präsentation. Vorbereitet wurde diese von Fabian Kopold. An der Technikerschule Ingolstadt erstellte er eine Projektarbeit, welche die Neuburger Nahwärme in den Fokus rückt. Genauer gesagt die Frage, wie viel CO₂-Einsparung durch das Neuburger Nahwärmenetz möglich ist. Und genau da kamen dann auch die schwarzen kleinen Punkte ins Spiel. Denn erst einmal ordentlich vergrößert, zeigten sie 36.600 Fässer Öl. „Und genau das entspricht der Summe, welche durch das Neuburger Nahwärmenetz im Jahr 2023 eingespart werden konnte“, eröffnete Kopold seine Präsentation.
Ein Blick also zurück auf das Jahr 2023. Damals werden 2600 Haushalte von der Neuburger Nahwärme versorgt. Insgesamt produzierte diese Sparte der Neuburger Wärmeversorgung vor drei Jahren 82 Millionen Kilowattstunden am Wärme, 72 Millionen Kilowattstunden davon wurden verkauft. „Die restlichen etwa 12 Prozent davon fallen dem Wärmenetzverlust zum Opfer, das ist völlig normal“, erklärte Kopold.
Neuburg übertrifft mit Nahwärme die deutsche CO₂-Bilanz deutlich
Berechnet man nun, wie viel CO₂ durch das Nahwärmenetz in Neuburg ausgestoßen wurde, liege man gerade einmal bei 7,2 Millionen Kilogramm. „Das klingt zwar nach viel, ist aber dreimal besser als das durchschnittliche deutsche Fernwärmenetz“, setzte Kopold die Zahl in Relation. Und auch mit Blick auf die vergleichbaren Wärmequellen wie Heizöl und Erdgas kann sich das Neuburger Nahwärmenetz sehen lassen. Denn im Vergleich dazu hat es eine 2,7-mal bessere CO₂-Bilanz.
Dass sich die Zahlen auf 2023 bezogen, liegt daran, dass Kopold seine Arbeit im Schuljahr 2024/25 verfasste. Trotzdem hatte er extra noch einen Ausblick auf die aktuellen Werte im Gepäck, bei denen auch der Anschluss von Rockwool berücksichtigt ist. Demnach habe sich die positive Bilanz der Neuburger Nahwärme sogar noch verdoppelt, sprich ist sie sechsmal so gut wie im deutschlandweiten Vergleich und 5,3-mal besser als Heizöl und Erdgas. „Und diese Werte werden weiter gesteigert, je mehr das Nahwärmenetz in Neuburg ausgebaut wird. Man sieht also, dass dort ein großes Entwicklungspotenzial liegt und die Nahwärme deutliche ökologische Vorteile bringt.“
Trotz dieser durchwegs positiven Nachricht, gab Oberbürgermeister Bernhard Gmehling einen Wermutstropfen zu bedenken. „Wir wissen schon lange, wo es hingehen muss. Ökologisch sind wir schon ganz weit oben, jetzt müssen wir das ganze aber noch wirtschaftlich auf den Weg bringen“, so das Stadtoberhaupt. Damit spielte er auf die hohen Kosten an, welche der Ausbau des Nahwärmenetzes verschlungen hat. Derzeit seien aber noch viel zu wenige Haushalte an das Netz angeschlossen, damit dieses wirtschaftlich rentabel sei. „Das ist eine wirklich tolle Bilanz, wir wollen mit der Nahwärme aber auch viel Geld verdienen“, brachte es Gmehling auf den Punkt.
Kläranlage rückt als mögliche Wärmequelle für Neuburg in den Fokus
In eine ähnliche Richtung zielte auch die anschließende Frage von Gerhard Schoder, der wissen wollte, ob es schon Pläne bezüglich eines künftigen Ausbaus des Nahwärmenetzes gebe: „Welche Quellen können wir als Nächstes für dieses Netz anzapfen.“ Hier sprang Stadtwerkechef Ernst Reng in die Bresche: „Es laufen Gespräche mit Verallia und Sonax. Man sollte auch prüfen, ob man die Abwärme der Kläranlage nutzen kann.“ Wichtig sei es nach Reng, Abwärmequellen zu suchen, die bereits bestehen und nicht erst neu geschaffen werden. „Wir stecken in alle Richtungen die Fühler aus“, beteuerte Reng.
Denn auch bei bestehenden Firmen sei der Ausbau des Netzes teuer genug. Diesbezüglich wollte Florian Herold wissen, ob das Nahwärmenetz in Neuburg generell rentabel sei, auch was die Nachhaltigkeit angeht. „Schlecht wäre es, wenn der CO₂-Ausstoß durch den Ausbau des Netzes größer ist, als die späteren Einsparungen.“ Diesbezüglich konnte Reng jedoch beruhigen: „Die langzeitige Bilanz ist sicher im grünen Bereich.“
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