Nach monatelangen Verhandlungen kann die Stadt Neuburg neue Gewerbeflächen ausweisen. Diese entstehen im Neuburger Westen. Auf neun Hektar ist auf fünf verschiedenen Grundstücken Platz für neue Firmen. Das Hanggrundstück befindet sich unterhalb der staatlichen Realschule und reicht von der B16 bis zum Sehensander Weg. Für die Erschließung ist der Ausbau des Ochsenwegs und eine Ampel zur Bundesstraße vorgesehen.
Druck, diese Fläche zu entwickeln, ist durch zwei Investoren entstanden. Zum einen möchte der Maschinenring im Zuge des Baus der neuen Unternehmenszentrale, der aktuell bereits läuft, auf einem Streifen Parkplätze errichten. Außerdem will die Bäckerei Schlegl eine größere Produktionsstätte mit Café bauen.
Doch Neuburg braucht an sich neue Flächen für Unternehmen. Nur wenn sich hier Betriebe ansiedeln und Gewerbesteuer zahlen, steigen die Einnahmen der Stadt. Angesichts der klammen Stadtkasse und anstehenden Großprojekten ist das ein erklärtes Ziel der Stadtspitze und des neu gewählten Oberbürgermeisters Gerhard Schoder. Vor dem Amtswechsel am 1. Mai konnte jetzt das Gewerbegebiet auf den Weg gebracht werden. Ein weiteres ist in Feldkirchen geplant.
Das Problem: Die Stadt Neuburg hat proportional zu ihrer Siedlungsfläche die städtebaulich vorgesehene Fläche für Gewerbe eigentlich erreicht. Zuletzt groß entwickelt wurde das knapp 50 Hektar große Gelände für Audi im Osten, doch bekanntermaßen wird dort nichts gefertigt, die Zahl der Mitarbeiter liegt bei einigen hundert. Die Gewerbesteuereinnahmen sind angesichts der belegten Fläche unterdurchschnittlich.
Also braucht Neuburg weitere Flächen - ein knappes Gut in einer Stadt zwischen FFH-Gebiet, Hochwasserschutzzone und militärischem Flugplatz. Doch die Regierung von Oberbayern blieb streng. Sie macht keinen Unterschied, was auf welchen Gewerbeflächen angesiedelt ist und wie viel dieses der Stadt tatsächlich einbringt. Sie agiert nach den Vorgaben der Stadtentwicklung in Bayern. Weil Neuburg eine Große Kreisstadt ist, muss die Regierung grünes Licht geben. Andere Kommunen im Landkreis brauchen dafür lediglich den Weg zum Landratsamt.
Die Stadt hat für die Realisierung von Neuburg-West eine Liste von Anfragen übermittelt. Seit 2022 hätten sich rund 40 Firmen gemeldet, die sich gerne in Neuburg angesiedelt hätten. Insgesamt würde das einer Fläche von über 100 Hektar entsprechen. In Neuburg-West gibt es Anfragen für über 40 Hektar.
Darüber hinaus bemängelte die Regierung außerdem die Planung der Fuß- und Radwege. Der Einzelhandel auf der Fläche, auf der die Bäckerei Schlegl investieren will, darf 800 Quadratmeter nicht überschreiten.
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