Der Stadtrat der Freien Wähler Florian Herold hat sich jetzt mit einem Offenen Brief an den Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders in Neuburg, Oberst Gordon Schnitger, und an die Bundeswehr gewandt. Ihm geht es um drei Bereiche, die aktuell Thema sind in der Stadt und auch die Bürger bewegen.
Einleitend schreibt Herold, dass man in Neuburg gerne ähnliche Sätze hört wie: „Die Flieger gehören zu Neuburg, wer da was dagegen hat, kann gehen." Die tiefe Verankerung der Bundeswehr durch unser Taktisches Luftwaffengeschwader 74 und die Historie der Tilly-Kaserne sind in Neuburg präsent. Bedeutet das auch, dass wir in Neuburg alle Entscheidungen der Bundeswehr, die meiner Wahrnehmung nach meistens aus Berlin kommen, am Ende akzeptieren sollten? "Das finde ich nicht."
Stadtrat Herold spricht im Brief Lärmbelästigung, PFC und Windräder an
"Drei Bereiche beschäftigen uns dieser Tage", schreibt der Stadtrat weiter. Der erste Bereich ist die Lärmbelastung durch die Flieger des Luftwaffengeschwaders 74. Gerade sind die mehr wahrzunehmenden Abend- und Nachtflüge eine echte Herausforderung. Ich erlebe ein immer stärker werdendes Grummeln in der Bevölkerung, was bedingt durch die aktuellen Umstände jedoch noch nicht ausbricht. Aus Anstand nicht zu meckern, das heißt aber nicht, dass wir in Neuburg dies gutheißen."
Der zweite Bereich ist der unbefriedigende Umgang mit der Umweltbelastung durch PFC. "Wir Neuburger und umliegende Gemeinden wünschen uns an der Stelle ein aktives Handeln der Bundeswehr. Bisher spüre ich eher geringes Interesse an schnellen Lösungen und Aufklärung."
Der dritte Bereich ist die Verhinderung der Windräder in Neuburg. "Die Behinderung, uns als Stadt energetisch unabhängig zu machen, ist völlig aus der Zeit gefallen. Auch hier gäbe es sicher Lösungen wie andere Flugrouten, aber sicher auch Vergleichsbeispiele, wie mit schweren Hindernissen auch ein Flugbetrieb möglich gemacht werden kann."
Herold stellt fest, dass sich viele Neuburger Bürger ungehört fühlen würden
Herold stellt die Frage, wie diese Herausforderung bei unterschiedlichen Zuständigkeiten und zum Teil angsterregend langen Vorgangszeiten angegangen werden können? "Momentan fühlen viele in Neuburg sich ungehört, wie ändern wir das? Richtig finde ich, die Probleme insgesamt zu sehen, und Partner bei der Bundeswehr finden, die uns als Stadt und Landkreis wahrnehmen und mit uns auf Augenhöhe einen Lösungsplan erarbeiten, das könnte ein Weg sein."
Florian Herold vermerkt, dass er Kommodore Oberst Schnitger bei der Schlichtung zum Fluglärm im Gespräch mit Ortsvertretern und mit dem Luftsportverein JG 74 "M" e. V. undder Fluggruppe Neuburg e. V. als weitsichtigen und rationalen Lösungsfinder erleben konnte. "Dabei möchte ich erneut betonen, dass unsere Vereine an dieser Stelle weitreichende Zugeständnisse gemacht haben, eine Lösung für uns Anwohnende zu finden."
"Sehr geehrter Herr Oberst Schnitger, ich würde mich sehr freuen, wenn Sie in diesen drei angesprochenen Problemfällen die Initiative, für Neuburg zukunftsweisende Lösungen zu finden, ergreifen würden. Neuburg braucht eine Gesamtlösung mit validen Ansprechpartnern wie Ihnen. Ich wäre bereit, in den Diskurs einzusteigen. Im Moment steuern wir in die falsche Richtung, wir sollten das jetzt ändern", schließt Stadtrat Herold seinen Offenen Brief. (AZ)