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OB Bernhard Gmehling: So fällt seine persönliche Bilanz nach 24 Jahren im Rathaus Neuburg aus

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Der letzte Arbeitstag des OB Gmehling: „Mit mir gab's immer klare Kante“

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    Über 20 Jahren liegen zwischen diesen beiden Bildern. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling als junger Politiker mit Amtskette und an fast gleicher Stelle beim Abschieds-Ständchen mit den Schützlingen aus den städtischen Kindergärten.
    Über 20 Jahren liegen zwischen diesen beiden Bildern. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling als junger Politiker mit Amtskette und an fast gleicher Stelle beim Abschieds-Ständchen mit den Schützlingen aus den städtischen Kindergärten. Foto: Winfried Rein

    Wenn Bernhard Gmehling am Donnerstagnachmittag das Rathaus verlässt, dann tut er das als einfacher Bürger dieser Stadt. Sein Stellvertreter Hans Habermeyer hat ihm dann in einem letzten, amtlichen Vorgang die Entlassungsurkunde überreicht, er hat seine Schlüssel abgegeben und das Dienstauto vor dem Rathaus stehen lassen. Denn dann ist es endgültig: 24 Jahre Oberbürgermeister Gmehling in Neuburg an der Donau sind Geschichte, nur ein paar Nachzügler-Termine gibt es noch. „Eine wunderschöne Zeit“, wie er selbst sagt. Und wenn sich die Menschen an ihn als OB erinnern, dann würde er sich freuen, wenn sie auch in zehn Jahren noch sagen: „Mit dem Gmehling, da war es eigentlich ganz gut.“

    Bilder eines OB-Lebens: Sehenswerte Szenen aus 24 Jahren Bernhard Gmehling

    OB Gmehling Szenen
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    21 Bilder
    Am 30. April enden 24 Jahre mit Bernhard Gmehling als Oberbürgermeister der Stadt Neuburg. Es gab viele Momente, die erinnerungswürdig sind. Ein paar Höhepunkte hat die NR in dieser Bildergalerie zusammengestellt. Mehr als sehenswert.

    Nein, ein Denkmal in der Stadt, das will er nicht. Auch wenn ihm viele unterstellt hätten, dass er das unumstößlich mit seinem Namen verbundene Mammutprojekt, die Ostumfahrung mit zweiter Donaubrücke, gerne zur Bernhard-Gmehling-Brücke gemacht hätte. „Mir ging es nie um mich, sondern um die Entwicklung der Stadt“, betont er. Zehn Jahre haben er und seine Mitarbeiter in der Verwaltung für das Projekt gearbeitet, zwei Millionen Euro für Gutachten und Untersuchungen investiert. Am Ende hätten die Neuburger vielleicht den Glauben daran verloren, dass es wirklich kommt. Jetzt ist Gmehling überzeugt, dass all die Arbeit umsonst war. „Es ist für mich einfach sehr enttäuschend“, macht er aus seinen Gefühlen keinen Hehl. „Aber so ist Demokratie.“

    Als junger Oberbürgermeister vor dem Neuburger Rathaus. „Es war eine wunderschöne Zeit“, zieht Gmehling Bilanz.
    Als junger Oberbürgermeister vor dem Neuburger Rathaus. „Es war eine wunderschöne Zeit“, zieht Gmehling Bilanz. Foto: Winfried Rein

    Auch wenn die Zukunft der Brücke ungewiss ist – Bernhard Gmehling blickt mit Zufriedenheit auf das, was in Neuburg unter seiner Führung geschafft worden ist. Und wenn er das alles aufzählt, was niemals in einem Zeitungsartikel alles gelistet werden kann, dann schwingt auch ein wenig Stolz in seiner Stimme mit. Schulen und Kindergärten wurden gebaut, Bürgerhäuser und Spielplätze hochgezogen, das Rathaus saniert, die Innenstadt umgestaltet und auch mit kleinen Verbesserungen wie etwa dem Radweg am Graben „das Leben der Menschen in der Stadt verbessert“, sagt Gmehling. „Ich glaube schon, dass man sich heute in der Stadt wohler fühlt als noch vor 24 Jahren.“ Das liege aber nicht nur an seiner Politik, sondern den wirtschaftlich guten Jahren in der Region.

    150 Schützlinge der fünf städtischen Kindergärten sangen Oberbürgermeister Bernhard Gmehling zum Abschied auf dem Karlsplatz ein Ständchen. "Tschau, es war schön, aber einmal kommt die Zeit zum Auseinandergehen."
    150 Schützlinge der fünf städtischen Kindergärten sangen Oberbürgermeister Bernhard Gmehling zum Abschied auf dem Karlsplatz ein Ständchen. "Tschau, es war schön, aber einmal kommt die Zeit zum Auseinandergehen." Foto: Winfried Rein

    Entwicklungen, die echte Strahlkraft in die Zukunft haben, sind für ihn die Ansiedlung von Audi und vor allem die genutzte Chance, Neuburg zur Hochschulstadt zu machen. „Das war aber nie nur mein Verdienst, sondern stets eine Gemeinschaftsleistung“, betont Gmehling. Auch Horst Seehofer, damals bayerischer Ministerpräsident, kann sich noch gut an diese Zeit erinnern. „Gmehling hat das Zeitfenster und die Chance erkannt – und nicht locker gelassen“, sagt Seehofer in einem Filmbeitrag für die Stadt.

    Sportlicher Triumph, der bis heute unvergessen ist. 2008 wurde Gmehling Fußball-Europameister mit der Nationalmannschaft der Bürgermeister. Mitarbeiter des Rathauses bereiteten ihm einen fulminanten Empfang.
    Sportlicher Triumph, der bis heute unvergessen ist. 2008 wurde Gmehling Fußball-Europameister mit der Nationalmannschaft der Bürgermeister. Mitarbeiter des Rathauses bereiteten ihm einen fulminanten Empfang. Foto: Stadt Neuburg (Archiv)

    Und auch das Nahwärme-Netz der Stadtwerke ist für ihn eine Maßnahme, deren Potenzial in den kommenden Jahren noch sichtbar sein wird. „Es gibt fast keine Stadt, die in der kommunalen Wärmeplanung so weit ist wie wir. 2005 haben wir schon erkannt, dass Abwärme der Industriebetriebe sinnvoll genutzt werden kann.“ Anfangs sei man vielleicht „etwas zu euphorisch gewesen und habe von damaligen Verantwortlichen andere Zahlen genannt bekommen“. Dennoch sei er überzeugt, dass Einnahmen reinkommen und die Schulden zurückbezahlt werden können.

    Gmehling war in seiner Amtszeit für viele Späße und Aktionen zu haben: Hier an der Kasse eines Drogeriemarktes für einen guten Zweck.
    Gmehling war in seiner Amtszeit für viele Späße und Aktionen zu haben: Hier an der Kasse eines Drogeriemarktes für einen guten Zweck. Foto: Winfried Rein

    Ihm sei bewusst, dass ihm gerne das Etikett des Sparfuches angeklebt werde. „Dazu stehe ich auch gerne, denn bei keinem Bauprojekt sind die Kosten aus dem Ruder gelaufen.“ 380 Millionen seien während seiner 24 Jahre als OB investiert worden und die Schulden um lediglich zwei Millionen angewachsen.

    Doch auch abseits der konkreten Projekte und stadtpolitischen Themen kann Gmehling für sich persönlich eine positive Bilanz ziehen. „Ich habe mich im Wesen, in meinem Charakter, nicht verändert. Immer schon war ich geradeheraus, offen, ehrlich und habe klare Kante gezeigt“, beschreibt er sich selbst. „Und nach wie vor bin ich mit Leib und Seele ein konservativer CSUler.“ In der Fülle der Entscheidungen sei ihm stets klar gewesen, dass ohne Kompromisse in der Politik nichts funktioniere. „Ohne ein Miteinander kannst du es nicht schaffen.“

    Als gläubiger Christ hat sich Gmehling bei den Maria-Ward-Schwestern stets sehr wohl gefühlt.
    Als gläubiger Christ hat sich Gmehling bei den Maria-Ward-Schwestern stets sehr wohl gefühlt. Foto: Winfried Rein

    Das gelte nicht nur im Stadtrat, sondern vor allem auch in der Verwaltung. Immerhin ist der Oberbürgermeister von Neuburg auch der Vorgesetzte von 350 Mitarbeitern. „Nur ein OB, der gut mit seinen Mitarbeitern auskommt, kann auch etwas bewirken und auf den Weg bringen“, ist Gmehling überzeugt. Deshalb hat er für seinen Nachfolger Gerhard Schoder (Grüne) auch nur einen Rat: „Fühle dich langsam und sorgsam in das Konstrukt der Stadtverwaltung ein. Erst einmal anschauen, wie es läuft und nichts überstürzen“, sagt Gmehling.

    Ein Stück weit kann er Schoders aktuelle Lage nämlich schon nachfühlen. Als Gmehling 2002 ins Amt kam, war auch er sechs Jahre Fraktionsvorsitzender im Stadtrat gewesen, hatte die Stichwahl zuvor gegen den damals amtierenden OB Hans Günter Huniar verloren und schaffte es bei seiner zweiten Kandidatur ins Rathaus. „Als Stadtrat ermisst man nicht, was das Amt des Oberbürgermeisters alles ausmacht“, sagt Gmehling, der im Gegensatz zu Huniar das Ende seiner Amtszeit selbst bestimmte. Der Gedanke, noch einmal 2026 anzutreten, sei nie wirklich da gewesen.

    Jetzt freue er sich auf mehr Zeit mit seiner Frau, seiner Familie, für seine Hobbys Fußball und Tennis, den Garten und die Arbeiten im Haus. „Vor allem werde ich es genießen, keine fremdbestimmten Termine mehr zu haben“, sagt der 66-Jährige. Seine Anzüge werden im Schrank verschwinden und Freizeitlook ist angesagt. „Das wird schon alles eine Umstellung“, gibt er offen zu. Vor allem wird er seine engsten Mitarbeiter vermissen, ohne deren vertrauensvolle Zusammenarbeit und ehrliches Feedback er weniger gut durch seine Amtszeit gekommen wäre.

    Ganz aus der Politik zurückziehen wird sich Gmehling nicht. Er wurde in den Kreistag gewählt, obwohl er auf Platz 60 der CSU-Liste angetreten war. Gemeinsam mit seiner Tochter Caroline Gmehling wird er im Kreistag sitzen. „Das wird sicher spannend“, freut er sich. Aber darüber hinaus ist für ihn die Zeit der Politik beendet. „Ich werde mich aus der Stadtpolitik komplett heraushalten. Irgendwann muss es auch mal gut sein.“

    Wahlkampf im Jahr 2002: Im zweiten Anlauf sollte es klappen. Gmehling gewann die Stichwahl gegen Hans Günter Huniar.
    Wahlkampf im Jahr 2002: Im zweiten Anlauf sollte es klappen. Gmehling gewann die Stichwahl gegen Hans Günter Huniar. Foto: Winfried Rein
    2019 besuchte Otto Waalkes Neuburg und zeigte in der Galerie Nassler seine Kunst. Hermine und Bernhard Gmehling waren selbstredend dabei.
    2019 besuchte Otto Waalkes Neuburg und zeigte in der Galerie Nassler seine Kunst. Hermine und Bernhard Gmehling waren selbstredend dabei. Foto: Winfried Rein
    Einsame Momente gab es auch - zumindest beim Fußball. Gmehlings liebstes Hobby, das ihm wertvoller Ausgleich zum Amt war.
    Einsame Momente gab es auch - zumindest beim Fußball. Gmehlings liebstes Hobby, das ihm wertvoller Ausgleich zum Amt war. Foto: Winfried Rein
    Beim Umzug am Neuburger Schloßfest machte Bernhard Gmehling mit Ehefrau Herrmine stets eine gute Figur : Nach 24 Jahren sagt Bernhard Gmehling „Servus“.
    Beim Umzug am Neuburger Schloßfest machte Bernhard Gmehling mit Ehefrau Herrmine stets eine gute Figur : Nach 24 Jahren sagt Bernhard Gmehling „Servus“. Foto: Winfried Rein
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