Schon am Tag nach der Kommunalwahl hatte Rohrenfelsʼ Bürgermeisterin Manuela Heckl ihre neue Rolle im Gemeinderat in weiser Voraussicht mit dem zunächst ironisch abgewandelten Sprichwort umschrieben, sie sei jetzt wohl „die Henne im Korb mit lauter Hähnen“. Was die ohne Gegenkandidaten angetretene und souverän im Amt bestätigte Chefin der 1700-Einwohner-Gemeinde damit meinte, wurde jetzt in der konstituierenden Sitzung des Gremiums am Donnerstagabend durchaus schmerzlich klar: In Rohrenfels gibt es keine einzige Frau mehr, die als gewählte Volksvertreterin die Geschicke des Dorfes mitbestimmen könnte. Denn im neuen Gemeinderat sitzen ausschließlich Männer – mit der einzigen, aber keineswegs unbedeutenden Ausnahme der Bürgermeisterin.
Nur acht Frauen bewarben sich für das Gremium
Im Gegensatz zur nahegelegenen Kreisstadt Neuburg, wo sich das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen präsentiert, besitzt die Politik einige Kilometer weiter inzwischen einen rein männlichen Anstrich - mit dem besagten weiblichen Farbtupfer. Der Grund für die rein patriarchalische Ausrichtung der Runde liegt jedoch nicht an den gewählten Volksvertreter, sondern zu einem großen Teil auch am weiblichen Geschlecht selbst: Für den Urnengang am 8. März hatten sich gerade einmal acht Frauen bei insgesamt 36 Bewerbern für das Ehrenamt zur Verfügung gestellt. Ins Gremium rückten für die ausgeschiedenen Sonja Heckl, Andrejs Laufmanis (beide FW Wagenhofen-Ballersdorf) sowie Paul Böhm und Christoph Müller (beide Dorfgemeinschaft Rohrenfels) schließlich Roland Hugl, Johannes Heubl (beide Dorfgemeinschaft Rohrenfels), Maik Grünewald und Manfred Müller (beide FW Wagenhofen-Ballersdorf) auf. Die neuen Mandatsträger wurden gleich zu Beginn der Sitzung von Bürgermeisterin Heckl auf das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Freistaates Bayern vereidigt. Die zwölf Gemeinderatssitze verteilen sich wie bisher gleichmäßig zu je vier auf die drei vertretenen Gruppierungen, zu denen auch die CSU zählt.
Auch bei Heckls Stellvertretern bleibt alles beim Alten. Wie in der zurückliegenden Wahlperiode fungieren Helmut Hartmann (FW Wagenhofen-Ballersdorf) als Zweiter und Rupert Omasreiter (CSU) als Dritter Bürgermeister. Beide wurde einstimmig in geheimer Wahl in ihren Ämtern bestätigt. Neuer „Herr der Zahlen“ im Rohrenfelser Gemeinderat (was nichts anderes als der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses bedeutet) und damit Nachfolger von Andrejs Laukmanis ist Hubert Neff (FW Wagenhofen-Ballersdorf). Ihm zur Seite stehen als Prüfer der gemeindlichen Ausgaben und Einnahmen Roland Müller (CSU) und Maik Grünewald.
In einem relativ langwierigen Prozess verabschiedete das Gremium eine neue Satzung zur Regelung von Fragen des öffentlichen Gemeindeverfassungsrechtes sowie eine modifizierte Gemeindeordnung. Interessantester Punkt war dabei, dass Manuela Heckl künftig „in sehr geringem Umfang“ über die Einsetzung des neuen Bauturbos entscheiden darf. Ferner wünscht sich die Bürgermeisterin, dass sogenannte Mängelmeldungen, etwa wenn eine Straßenlaterne defekt ist, nicht mehr Gemeinderatssitzungen unnötig in die Länge ziehen. „Das kann man mir dann auch persönlich sagen“, betonte sie, vor allem weil somit eine relativ zeitnahe Behebung des Problems angeordnet werden könne.
Die Vertreter in den externen Gremien wurden benannt
Die Benennung der Gemeinderatsvertreter in externen Gremien ergab folgende Ergebnisse. Neben der Bürgermeisterin, die qua Amt überall automatisch Rohrenfelsʼ Interessen vertritt, entsendet das Gremium für die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Neuburg Roland Braun (Dorfgemeinschaft Rohrenfels) und Hubert Neff. Im Wasserzweckverband Burgheimer Gruppe sitzen künftig Helmut Kriegl (CSU) und Roland Braun. Weil die Gemeinde mit dem Betreiber des Kinderhorts St. Elisabeth einen Kindergartenausschuss bildet, gehören diesem neben Heckl die Mandatsträger Lukas Frank (CSU), Johannes Heubl und Roland Müller (CSU) an. Die Betreuung der Senioren im Gemeindegebiet erfolgt ab sofort extern. Die ehemalige Gemeinderätin Sonja Heckl hat sich ebenso wie die langjährige Seniorenbeauftragte Elfriede Preschl bereiterklärt, diese Aufgabe weiterhin zu übernehmen.
Eine Besonderheit stellt das Kommunalunternehmen Rohrenfels dar, eine Organisationsform, mit der die Gemeinde öffentliche Aufgaben wirtschaftlich selbstständig erledigt. Dafür braucht es einen Verwaltungsrat. Weil sich das Kommunalunternehmen zu 100 Prozent im Besitz der Gemeinde befindet, fungiert der komplette Gemeinderat der Einfachheit halber als besagter Verwaltungsrat.
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