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18.04.2015

Abstiegskampf statt Aufstiegsträume

Junger Trainer: Kevin Irl kehrte in der Winterpause zum SV Klingsmoos zurück. Am Sonntag heißt der Gegner SpVgg Unterstall-Joshofen.
Bild: Xaver Habermeier

Kevin Irl wechselte in der Winterpause als Trainer vom SV Echsheim zum SV Klingsmoos. Im NR-Interview spricht er über seine Gründe, das Sturmduo mit Bruder Andre und die Aussichten im Abstiegskampf

Kevin Irl überraschte in der Winterpause viele, als er von Tabellenführer SV Echsheim-Reicherstein zum Abstiegskandidaten SV Klingsmoos wechselte. Als Trainer stieg er mit Echsheim zuvor von der A- in die Kreisklasse auf und stand auch dort an der Spitze. Den in Karlshuld wohnenden 25-Jährigen zog es aber zurück zu „seinem“ SV Klingsmoos, für den er selbst einige und sein Vater über viele Jahre aktiv war. Im NR-Interview spricht der Student über seinen Wechsel und die Aussichten im Abstiegskampf der Kreisklasse Neuburg.

Kevin Irl, Sie sind in der Winterpause vom SV Echsheim-Reicherstein zum SV Klingsmoos gewechselt. Wieso geht man vom Tabellenersten zu einem Abstiegskandidaten?

(lacht) Die Frage bekomme ich öfter gestellt. Der Grund ist, dass Klingsmoos mein Heimatverein ist und sich in einer schwierigen Lage befindet. Wenn dann der Verein und auch die Freunde zu einem kommen und fragen, ob man helfen kann, macht man so etwas gern. Mir ist der Abschied aus Echsheim zwar nicht leichtgefallen, aber mein Ziel war schon immer, als erster Trainer eine Mannschaft zu betreuen. (in Echsheim Trainerteam mit Christoph Meitinger)

Gelingt Echsheim der Durchmarsch in die Kreisliga?

Auf jeden Fall. Mit acht Punkten Vorsprung gibt es keinen Zweifel mehr. Die Mannschaft ist vom Kader her zu stark für die Kreisklasse und zudem sehr ehrgeizig.

In Ihren fünf Spielen mit Klingsmoos haben Sie bisher fünf Punkte geholt. Zuletzt gab es einen 1:0-Sieg gegen Rohrenfels und ein 0:0 in Münster. Was macht Ihnen noch Hoffnung, den Klassenerhalt zu schaffen?

Die Hoffnung habe ich noch lange nicht aufgegeben. Die Mannschaft hat erkannt, sich im Abstiegskampf zu befinden und rein mit spielerischen Mitteln nicht mehr rauskommen zu können. Es geht jetzt in jedem Spiel um alles und wir kämpfen um jeden Punkt.

Sie selbst sind wieder auf dem Platz aktiv, nachdem Sie in der längeren Hinrunde verletzt gefehlt hatten. Sind Sie wieder völlig fit?

Ich hatte mir im Sprunggelenk die Bänder gerissen. Ich merke es noch und bin noch nicht 100-prozentig fit. Es läuft noch nicht alles so rund, wie ich es gerne hätte.

Vor drei Jahren haben Sie für Klingsmoos 28 Saisontore in 26 Spielen geschossen, also etwa einen Treffer pro Partie. Ist diese Quote drin bis zum Saisonende?

In jedem Spiel einen Treffer zu erzielen, wäre schon gut. Ob das aber dann zum Klassenerhalt reichen würde, weiß ich nicht. Bevorzugen würde ich aber natürlich, weniger Tore zu schießen und mit dem Team in der Kreisklasse zu bleiben.

In Klingsmoos spielen Sie gemeinsam mit Ihrem jüngeren Brüder Andre (19) im Sturm. Was sagt der eigentlich zu dieser Konstellation?

(lacht) Mir macht es persönlich natürlich Freude. Ich hoffe, ihm auch. Aber natürlich muss er sich nach jedem Spiel meine Meckereien anhören. Er steht mehr unter Druck und in der Kritik als andere Spieler, weil er sich den Frust anhören muss, den ich mir von der Seele rede. Aber ich glaube, er kommt damit ganz gut klar.

Sie sind mit 25 Jahren noch sehr jung für einen Trainer. Erschwert das den Umgang mit der Mannschaft, der zum Teil ältere Spieler angehören?

Die Entwicklung zeigt, dass viele Vereine jüngere Trainer holen und auch Trainergespanne bilden. Bei uns ist die Situation so, dass nur eine Handvoll älter ist als ich. Alle haben verstanden, dass ich auf dem Platz das Sagen habe. Da gibt es keine Probleme.

Für Sie war es demnach schon früh klar, Spielertrainer werden zu wollen?

Ja. Für mich war es schon früh klar. Dass es so früh kommt, damit habe ich nicht gerechnet. Aber es macht mir Spaß und ich würde es gerne über längere Jahre machen, sofern es der Verein will. Für mich ist es zudem eine zusätzliche Erfahrung, die mir später helfen wird, da ich in Eichstätt auf Sportlehramt studiere.

War es nie ein Ziel von Ihnen, als Spieler einmal höherklassig zu spielen, etwa in der Landesliga?

(lacht) Ein Verein aus so einer hohen Liga hat mich nie gefragt. Daher hat sich die Frage für mich nie gestellt. Dementsprechend bin ich mit meinem Schritt zufrieden.

Morgen ist die SpVgg Unterstall-Joshofen der Gegner. Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass es sich dabei um eine unberechenbare Mannschaft handelt. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Zum einen haben sie mit Josef Egen einen erfahrenen Trainer. Gegen Waidhofen gab es vergangene Woche eine Niederlage und die will man sicher wieder gut machen. Unterstall hat eine spielerisch starke Mannschaft. Wir müssen in unserer Situation aber ohnehin versuchen, gegen jeden Gegner zu punkten.

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