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Motorsport

11.02.2015

Als Co-Pilot durchs Gelände

Mit voller Kraft voraus: Robert Schilcher und sein Beifahrer Stephan Schwerdt fahren ein Rallye-Rennen.
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Mit voller Kraft voraus: Robert Schilcher und sein Beifahrer Stephan Schwerdt fahren ein Rallye-Rennen.

Stephan Schwerdt, Vorsitzender des neu gegründeten Vereins Scuderia Neuburg, erklärt seine Aufgaben als Beifahrer und warum er selbst nie ans Steuer eines Rallyeautos wollte

Wenn Stephan Schwerdt über das Rallyefahren spricht, leuchten bei ihm die Augen. In jedem seiner Sätze ist ihm seine Begeisterung anzumerken. Schwerdt ist Vorsitzender des am vergangenen Freitag neu gegründeten Vereins Scuderia Neuburg e.V. und kann auf eine ereignisreiche Vergangenheit im Motorsport zurückblicken.

Scuderia Neuburg? Neu gegründet? In der Tat, der Name taucht nicht neu im Motorsport auf. Seit knapp sechseinhalb Jahren nahmen die Motorsportler in verschiedenen Disziplinen an Rennen teil. Bisher war man allerdings als bunt zusammengewürfelte Gruppe aus Rallyefahrern, Motorsporttechnikern, Mofafahrern, Fans und Freunden des Motorsports unterwegs. Regelmäßig traf man sich zu einem „Stammtisch“, bis sich die Idee eines eigenen Vereins entwickelte.

„Unser Schwerpunkt“, sagt Schwerdt, „liegt beim Rallye-Sport“. Drei Teams der Scuderia nehmen in der anstehenden Saison an lizenzierten Rennen teil. Der 50-jährige Neuburger fährt dann zusammen mit Robert Schilcher.

Wobei man bei Schwerdt nicht wirklich von fahren sprechen kann. Das hat er nie gemacht. Schwerdt „fährt bei“, wie er sagt. „Das Fahren hat mich nie gereizt.“ 1985 begann er seine „Karriere“ im Motorsport als Beifahrer bei der deutschen Rallye-Meisterschaft. In den PS-starken Boliden zu sitzen, offroad fahren und die geballte Power des strotzenden Motors spüren, reizte ihn von Anfang an. „Als Beifahrer waren die Chancen einfach größer“, sagt er. „Lieber bin ich ein guter Beifahrer als ein mittelmäßiger Fahrer.“ Den Wert eines Beifahrers für den Erfolg des Teams beziffert Schwerdt auf 20 Prozent. 30 Prozent mache der Fahrer aus, 50 Prozent das Auto.

Bis 1991 sollte das gehen, ehe sein Team sich eine Teilnahme nicht mehr leisten konnte. Schwerdt spricht von damaligen 250000 DM, die eine Saison für den Rennstall gekostet hat. Nach einer kurzzeitigen Rückkehr 2003, als er sich mit seinem Wagen sechsfach überschlug und wieder aufhörte, fing er 2011 wieder an. Robert Schilcher hatte ihn angerufen, sein alter Freund, der von 1985 bis 1991 als Mechaniker für sein Team gearbeitet hatte.

„Es gibt nicht viele gute Beifahrer“, sagt Schwerdt, der die Zahl der Rennen mit Schilcher Jahr für Jahr erhöhte. Es sei eben nicht jedermanns Sache, in einem Auto mit 280 PS durch die Prärie zu rasen.

„Außerdem können Viele nicht gut vorlesen.“ Was zunächst unklar klingt, verdeutlicht der Motorsportliebhaber schnell. Schwerdt kramt ein sogenanntes „Gebetbuch“, das der Beifahrer während des Rennens vor sich hat, heraus. „Das gleicht fast einer Doktorarbeit“, sagt er und zeigt auf die Buchstaben und Zeichen, die im Auge des ungeschulten Betrachters tatsächlich auf Hieroglyphen hindeuten. „Der Fahrer muss sich hundertprozentig auf einen Verlassen können“, sagt er. Die Strecke könne schließlich vorher nur zweimal in Augenschein genommen werden.

Bisher durfte die Scuderia nicht an lizenzierten Rennen teilnehmen, erklärt Schwerdt, dafür bedurfte es der Vereinsgründung. „Ist man kein eingetragener Verein“, sagt der 50-Jährige, „bekommt man keine Lizenz vom deutschen Motorsportbund.“ Ein weiterer Grund für die Vereinsgründung war, künftig auch größere Veranstaltungen selbst durchführen zu können. So ist am 19. September eine Oldtimer-Rallye unter dem Motto „alt trifft modern“ mit Start in Weichering geplant.

32 Gründungsmitglieder kamen am vergangenen Freitag zur Versammlung der Scuderia Neuburg nach Weichering. Ein Großteil der Mitglieder kommt aus dem Raum Neuburg, manche aus Ingolstadt, andere auch von weiter her. „In der Region 10“, sagt Schwerdt, „gibt es schon länger keinen vernünftigen Rallye- und Motorsportclub mehr“. Nachdem alle rechtlichen Komponenten geregelt waren, wurde nun der neue Verein ins Leben gerufen. Schwerdt hofft auf weitere Motorsportinteressierte, die sich der Scuderia anschließen. Bei 32 Mitgliedern soll es schließlich nicht bleiben. 100 Personen nennt der 50-Jährige als wünschenswerte Zahl. Mitglieder, mit denen sich Schwerdt künftig rege über seine Leidenschaft austauschen kann.

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