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Porträt

31.01.2015

An der Startlinie

Sportlerin des Jahres: Lisa Basener (linkes Foto rechts) freut sich mit ihren Teamkolleginnen beim Bayern-Cup 2014 über ein erfolgreiches Rennen. Oft läuft die 14-jährige Leichtathletin aus Oberhausen der Konkurrenz davon (Foto rechts). Für den Sieg bei der Wahl unserer Zeitung erhielt sie neben einer Urkunde einen 50-Euro-Gutschein von „Sport Dünstl“ (Foto unten).

Lisa Basener wurde zum „Sportler des Jahres 2014“ der Neuburger Rundschau gewählt. Die 14-jährige Leichtathletin steht erst am Anfang einer möglichen Karriere. Wie sie Leistungssport und Schule unter einen Hut bringt

Lisa Basener steht an der Startlinie eines großen Laufes, der Startschuss steht bevor. Noch hat das Rennen gar nicht begonnen. Gesagt hat das Reinhard Köchl, der Trainer der 14-jährigen Leichtathletin. Seine Aussage ist nicht auf einen speziellen Wettkampf bezogen, Köchl meint es symbolisch.

Dabei hat Lisa Basener in ihrer jungen Karriere schon einiges erreicht. Über 800 Meter wurde sie etwa bayerische Meisterin in der Altersklasse bis 14 Jahre, holte bei der „Süddeutschen“ Silber und kann Erfolge bei Crosslauf-Meisterschaften vorweisen. Ausreichend Gründe, die sie vergangene Woche zum „ Sportler des Jahres 2014 unserer Zeitung machten.

Den Aufwand, den Lisa betreiben muss, um in ihrem Sport erfolgreich zu sein und zu bleiben, ist enorm. Dreimal die Woche geht es zum Training ihres Vereins MTV Ingolstadt, in ihrem Heimatort Oberhausen läuft sie individuell oder mit Trainingspartner Hans-Jürgen van Gemmeren. Dazu stehen viele Wettkämpfe an den Wochenenden an. Macht zusammen ein erhebliches Pensum, und das Woche für Woche. Lisa redet von „Leistungssport“, wenn sie über das prall gefüllte Programm spricht.

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Leistungssport, dazu noch Schule. „Ich bewundere die jungen Athleten“, sagt Trainer Köchl, „früher war das alles einfacher“. Lisa besucht die 9. Klasse des Descartes-Gymnasiums in Neuburg. Direkt nach der Schule heißt es Hausaufgaben machen und lernen, selbst bei der Fahrt zum Training am Nachmittag hat Lisa meist ein Schulbuch dabei. Auf die Frage, ob das alles zu viel sein könnte, zuckt Lisa lediglich mit den Schultern. „Bei guter Planung geht das schon.“ Reinhard Köchl sieht vielmehr den Fehler im deutschen Schulsystem. „Das G8“, sagt er energisch, „ist ein Sport-Verhinderungs-System.“ Viele Talente hätten deswegen mit dem Sport aufgehört, sagt Köchl, der seit 1979 als Leichtathletik-Trainer und seit 2006 für den MTV Ingolstadt arbeitet.

Vor zweieinhalb Jahren wagte Lisa, die zuvor beim TSV Neuburg aktiv war, den Sprung zum MTV Ingolstadt. Für das junge Mädchen auch heute noch genau der richtige Schritt. „Dadurch hatte ich Trainingspartner, die ähnlich schnell und ambitioniert sind wie ich.“ Überhaupt geht es für Köchl und Lisa Basener darum, sich künftig mit starker Konkurrenz zu messen. Heuer – Lisa wird im Juni 15 Jahre alt – soll sie viele Rennen in der Altersklasse U18 absolvieren. Ein gewaltiger Sprung, meint Köchl, „da wird ganz anders gelaufen, mit Ellenbogen, Positionskämpfen und mehr Taktik.“ Er traut Lisa den Sprung inzwischen allemal zu. „Sie ist sehr nett, fast zu nett“, sagt er lachend. „Aber sie hat sich weiterentwickelt und kann Paroli bieten.“

Ziel für dieses Jahr ist die Qualifikation für die im August stattfindende deutsche U-16-Meisterschaft in Köln. Über 800 und 3000 Meter will Lisa dort antreten. Bei allen Erfolgen tritt die 14-Jährige äußerst Bescheiden auf. Gefragt nach ihren Zielen äußert sie sich vorsichtig. „Gesund bleiben und erfolgreich sein“, antwortet sie kurz und bündig. Ihr Trainer muss bei dieser Aussage lachen und richtet sich an seine Schülerin: „Man darf nach seinen Zielen gefragt ruhig etwas Wahnsinniges sagen.“ Natürlich seien die Olympischen Spiele der Traum von jedem, lässt sich Lisa locken, „aber damit beschäftige ich mich im Moment nicht“. Heuer stünde erst mal die deutsche Meisterschaft im Jugendbereich an. Da will sie dabei sein. Schritt für Schritt also.

Noch schaut Lisa, die ein großer Leichtathletik-Fan ist, zu den Profis auf. Dann geht es schon mal mit den Eltern, die ihre Tochter unterstützen und sie zu den Wettkämpfen fahren, zum ISTAF nach Berlin. Lisa, die die deutsche Olympiateilnehmerin Corinna Harrer als Vorbild nennt, schaut genau hin, was die Profis machen und sammelt anschließend Autogramme.

Vielleicht wird sie eines Tages selbst welche schreiben dürfen. Lisa Basener steht erst an der Startlinie. In den kommenden zwei bis vier Jahren, sagt Köchl, könne viel passieren. Das Trainingspensum muss weiter erhöht werden, das Abitur steht an, danach eventuell ein Studium. Dennoch ist Köchl optimistisch: „Das Rennen hat zwar noch nicht begonnen. Aber Lisa bringt alle Voraussetzungen mit, in den Lauf geschickt zu werden.“

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