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Leichtathletik

08.01.2019

Bei Lisa Basener läuft es

Das Laufen ist ihre Leidenschaft. Dennoch will Lisa Basener die Leichtathletik nicht hauptberuflich betreiben. Zu unsicher, sagt die 18-Jährige.
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Das Laufen ist ihre Leidenschaft. Dennoch will Lisa Basener die Leichtathletik nicht hauptberuflich betreiben. Zu unsicher, sagt die 18-Jährige.
Bild: Basener (Archivfoto)

Als Leichtathletin hat Lisa Basener viel erreicht. Nun ist die 18-Jährige von Zuhause ausgezogen, um in Regensburg zu studieren. Das sind ihre Ziele.

Lisa Basener ist Leichtathletin. Ihr Leben ist auf ein Ziel ausgerichtet: schneller zu sein als andere. Doch obwohl das Laufen ihre große Leidenschaft ist, ist sich die 18-Jährige sicher, dass es nie zu ihrem Beruf wird. „Vom Sport können nur wenige leben“, sagt sie. Vor allem in der Leichtathletik. Umso wichtiger, erklärt die junge Frau, sei eine gute Ausbildung. Also hat sie ein Studium begonnen.

Mit nur 18 Jahren kann Lisa Basener einige Erfolge vorweisen. 2015 war sie zum Beispiel deutsche Vize-Meisterin der U16 auf einer Strecke von 3000 Metern; 2017 gewann sie zusammen mit vier weiteren Frauen die deutsche Vize-Meisterschaft der 4-mal-400-Meter-Staffel. Internationalen Einsatz zeigte sie 2017 beim Youth-Cup in Italien. Ein Jahr darauf, 2018, reiste Lisa Basener sogar nach Mazedonien, um bei der Europameisterschaft anzutreten. Erfolge soll nun auch 2019 bringen – allerdings nicht nur sportliche. Denn in wenigen Wochen beendet Lisa Basener das erste Semester an der Universität in Regensburg. „Nach dem Abitur im Sommer wusste ich nicht genau, was ich machen will“, erzählt sie. Der Sport als Fachrichtung lag natürlich nahe. Weil sie aber mit Zahlen fast ebenso gerne hantiert, kombiniert die Athletin den Studiengang der angewandten Bewegungswissenschaften mit Volkswirtschaftslehre.

In Regensburg studiert Lisa Basener angewandte Bewegungswissenschaften

Ihr neuer Lebensmittelpunkt ist damit Regensburg. Die Umstellung auf die Stadt sei ihr leicht gefallen. „Es ist schon anders als auf dem Dorf, es ist angenehm“, betont sie. Regensburg sei nicht zu groß, mit dem Fahrrad könne man vieles erreichen. „Außerdem ist die Anbindung gut.“ Dass ihr der Alltag in der Oberpfalz so gut gefällt, hat aber auch andere Gründe als nur den öffentlichen Nahverkehr. Lisa Basener lebt in einer besonderen Wohngemeinschaft, die aus insgesamt sechs Frauen und Männern besteht. „Ich fühle mich wohl und wurde gut aufgenommen“, sagt sie. Im Prinzip unterscheidet sich diese Wohngruppe auch nicht stark von anderen – mit der Ausnahme: Alle Bewohner, zwischen 20 und 25 Jahre alt, sind Athleten. Das heißt, man kocht zusammen, verbringt Abende miteinander, fährt gemeinsam ins Training. „Nicht jeder hat die gleichen Tagesabläufe“, merkt die junge Frau aus Oberhausen an. Einige arbeiten, andere studieren. „Wir haben unterschiedliche Routinen, wir kommen aus unterschiedlichen Städten, haben unterschiedliche Charaktere.“ Doch alle definieren sich über den Sport.

Im ersten Semester studiert Lisa Basener angewandte Bewegungswissenschaften und Volkswirtschaftslehre an der Universität in Regensburg.
Bild: Elisa Glöckner


Um in der Leichtathletik fit zu bleiben, trainiert Lisa Basener sechs Mal pro Woche

Ins Training muss Lisa Basener sechs Mal pro Woche – davon drei offizielle Trainingseinheiten samt Coach. Insgesamt sind das mehr als zehn Stunden, die die 18-Jährige in den Sport investiert. „Man muss den Alltag planen und diszipliniert sein“, meint sie. Sonst falle es schwer, die Studien mit dem Laufen zu vereinen. Viel Zeit für andere Dinge bleibt nicht. Wenn das doch einmal der Fall ist, treffe sie sich mit Freunden. Und sie backe gerne. Davon profitieren übrigens hin und wieder ihre Regensburger Mitbewohner. Die Oberhausenerin lacht.

2018 war für Lisa Basener ein aufregendes Jahr. Beendet hat sie es beinahe traditionell mit dem Silvesterlauf, bei dem sie als zweite Frau über die Ziellinie kam. Früher startete sie für den TSV Neuburg, später für den MTV Ingolstadt. 2019 wird sich das ändern: Ab Januar tritt Basener für den LG Telis Finanz Regensburg an. Eine Entwicklung, der die junge Sportlerin wehmütig und freudig zugleich entgegensieht: „Ich bin vor allem meinen Trainern Birgit Nixdorf und Reinhard Köchl sehr dankbar“, bekräftigt sie. So sei es keine Selbstverständlichkeit, dass sich die Trainer für ihre Athleten bei Wind und Wetter auf den Sportplatz stellen und ihre Freizeit opfern. „Außerdem konnte ich mich nicht nur sportlich, sondern auch persönlich weiterentwickeln.“ Nun schlägt die 18-Jährige in Regensburg ein neues Kapitel auf – mit neuen Perspektiven, neuen Anforderungen, neuen Leidenschaften. Auf kommende Herausforderungen, sagt Lisa Basener, sei sie gespannt.

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