1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Lokalsport
  4. „Beim FC Ehekirchen hat immer alles gepasst“

NR-Doppelpass

17.05.2019

„Beim FC Ehekirchen hat immer alles gepasst“

Brüderpaar: Sebastian (links) und Matthias Rutkowski sind mit dem FC Ehekirchen als Meister der Bezirksliga Nord zum zweiten Mal in die Landesliga aufgestiegen.
Bild: Benjamin Sigmund

Die Brüder Sebastian und Matthias Rutkowski sind seit vielen Jahren fester Bestandteil des Meisters. Sie sprechen übereinander, ihre Treue zum Verein, die Gründe für den Aufstieg und die Vorfreude auf die Landesliga.

Der FC Ehekirchen ist zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Landesliga aufgestiegen. Die NR hat sich vor dem letzten Saisonspiel am heutigen Samstag (15 Uhr) gegen den TSV Gersthofen mit den Brüdern Sebastian (28) und Matthias Rutkowski (26) unterhalten. Beide sind in Ehekirchen aufgewachsen und verbrachten beinahe ihr ganzes Fußballerleben beim FCE.

Matthias, warum ist Sebastian der ideale Kapitän für den FC Ehekirchen?

Matthias Rutkowski: Er ist ein Eigengewächs, ein überragender Charaktertyp, er kann die Mannschaft führen, alle hören auf ihn und weil er mein Bruder ist. (lacht)

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Jetzt haben Sie bereits einige Stärken genannt. Wo liegen denn seine Schwächen?

Matthias Rutkowski: Er wird schnell aggressiv, das ist schon eine Schwäche.

Sebastian, was zeichnet Matthias aus und wo hat er Schwächen?

Sebastian Rutkowski: Man kann ihn eigentlich nicht verteidigen. Ich glaube, er weiß selber nicht, was er gleich macht (schmunzelt). Matze ist immer für eine Überraschung gut, hat ein brutales Tempo. Eine Schwäche? Puh. Vielleicht, dass er nicht schnell aggressiv wird.

Was hätten Sie gerne jeweils vom anderen?

Sebastian Rutkowski: Seine Torgefährlichkeit. Ich habe diese Saison noch gar nicht getroffen.

Matthias Rutkowski: Seine Kopfballstärke. Ich habe leider überhaupt kein Timing.

Warum ist es etwas Besonderes, mit dem eigenen Bruder für den Heimatverein zu spielen?

Sebastian Rutkowski: Ich war fünf Jahre weg und bin damals auch wegen Matze zurückgekehrt. 2011 ist unser Papa gestorben, was uns noch mehr zusammengeschweißt hat. Ich wollte unbedingt mit ihm zusammenspielen.

Matthias Rutkowski: Ich sehe das genauso.

Was zeichnet den FC Ehekirchen als Verein aus?

Matthias Rutkowski: Es ist schon eine Leistung, es wieder in die Landesliga geschafft zu haben, ohne die Spieler zu bezahlen. Bei uns gibt es lediglich Siegprämien.

Sebastian Rutkowski: Bei uns entscheidet der Charakter. Die Spieler wollen höherklassig aktiv sein. Ehekirchen hat seine klare Linie. Bei uns wird keiner schwach, wenn ein anderer Verein Geld bietet.

Sebastian, Sie waren wie bereits angesprochen fünf Jahre weg, haben im Seniorenbereich für den TSV Aindling und VfR Neuburg gespielt. Jetzt sind Sie seit vielen Jahren zurück. Matthias, Sie sind nie aus Ehekirchen weggegangen. Warum ist das so?

Sebastian Rutkowski: Wir sind schon immer in Ehekirchen, sind auf dem Sportplatz groß geworden und haben als Kinder jeden Tag zusammen Fußball gespielt.

Matthias Rutkowski: Mein Bruder, Simon Schmaus, Christoph Appel, Johannes Kranner und sich waren immer ein Kern. Wir haben immer auch auf die anderen geschaut nach dem Motto: Wenn die bleiben, bleibe ich auch. Die Möglichkeiten zu wechseln waren für mich immer mal wieder da. Aber ich wollte nie weg. Beim FC Ehekirchen hat immer alles gepasst.

Sebastian Rutkowski: Matthias geht nie weg. Er ist der Francesco Totti des FC Ehekirchen (lacht).

Lassen Sie uns zur aktuellen Situation kommen. Ist die aktuelle Ehekirchener Mannschaft die stärkste, für die Sie jemals gespielt haben, und damit auch besser als die Aufstiegsmannschaft 2016?

Sebastian Rutkowski: Ja, davon bin ich überzeugt.

Matthias Rutkowski: Echt, meinst du wirklich?

Sebastian Rutkowski: Geht man nach der Qualität der Einzelspieler, in jedem Fall. 2016 waren wir insgesamt schwächer besetzt, hatten aber einen extrem guten Teamgeist. Wir sind in der Spielzeit davor beinahe abgestiegen, was uns als Mannschaft noch mehr zusammengeschweißt hat. In diesem Jahr haben wir sehr von Einzelkönnern wie Fabian Scharbatke und Michael Panknin gelebt.

Was hat die Mannschaft in dieser Saison so stark gemacht?

Matthias Rutkowski: Zunächst muss man Fabian Scharbatke nennen, ohne dessen 31 Tore der Aufstieg sehr schwer geworden wäre.

Sebastian Rutkowski: Simon Schmaus hat für ihn die Räume geschaffen. Auch Michael Panknin hat eine sehr große Rolle gespielt. Als wir gehört haben, dass mit ihm ein Regionalligaspieler Trainer wird, hatten wir hohe Erwartungen und wussten, dass er eine Bombe sein wird. So war es dann auch.

Matthias Rutkowski: Es hat alles Hand und Fuß, was er auf dem Platz macht. Mit Simon Lenk hatten wir zudem einen sehr guten Keeper. Ich habe noch nie so einen 19-jährigen Torhüter gesehen. Er war ein Glücksgriff für uns.

Ab wann haben Sie an den Aufstieg geglaubt?

Matthias Rutkowski: Das kam im Lauf der Saison. Der Glaube wurde immer größer.

Sebastian Rutkowski: Nach der Heimniederlage gegen Bubesheim Ende 2018 und unserer schwachen Wintervorbereitung habe ich schon gezweifelt. Plötzlich hat der Kopf eine Rolle gespielt. Aber als Bubesheim erstmals verloren hat, ist der Glaube wieder gestiegen.

Der FC Ehekirchen spielt zum zweiten Mal in der Landesliga. Beim ersten ist man gleich wieder abgestiegen. Was macht euch zuversichtlich, dass es diesmal besser läuft?

Matthias Rutkowski: Schwierige Frage. Ich finde, dass wir bessere Einzelspieler haben. Auch der Glaube und das Selbstvertrauen sind da.

Der FC Ehekirchen muss zwei Leistungsträger ersetzen. Wie lassen sich die Abgänge von Michael Panknin und Fabian Scharbatke kompensieren?

Sebastian Rutkowski: Es kommt darauf an, wer kommt (lacht). Natürlich wird das sehr schwierig. Ich hoffe, wir können die Abgänge innerhalb der Mannschaft kompensieren. Die 31 Tore von Fabi sind schon eine Hausnummer. Im Sturm könnte es happig werden.

Auf was freuen Sie sich in der Landesliga am meisten?

Matthias Rutkowski: Zunächst einmal haben wir großen Respekt vor der Liga. Ich freue mich in erster Linie auf die Stadien, zum Beispiel in Memmingen und Illertissen.

Sebastian Rutkowski: Man will sich immer mit den besten messen. Wenn man wie wir einmal oben war, will man da wieder hin.

Matthias Rutkowski: Es wird immer wieder gesagt, dass in der Landesliga der Fußball erst richtig anfängt. Schön wird natürlich auch das Derby gegen den VfR Neuburg.

Wäre es etwas Besonderes, den VfR zu ärgern?

Matthias Rutkowski: Das wäre in der Tat ein Highlight.

Sebastian Rutkowski: Neuburg hat die viel bessere Mannschaft, das muss man ganz klar sagen. Allein die Neuzugänge für die kommende Saison haben eine enorme Qualität. Gerade beim Heimspiel in Ehekirchen trauen wir uns aber dennoch zu, für eine Überraschung zu sorgen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren