Interview

04.11.2015

Buchautor mit 21 Jahren

Probelesen im Stadion: Der Karlshulder Maximilian Randelshofer hat das Buch „111 Gründe, den FC Ingolstadt zu lieben“ geschrieben.

Der Karlshulder Maximilian Randelshofer hat ein Werk über den FC Ingolstadt geschrieben. Wie er zu dem Auftrag kam und was ihm besonders wichtig war

Maximilian Randelshofer begleitet den FC Ingolstadt seit klein auf. Zunächst fuhr der Karlshulder mit seinem Großvater zu den Spielen, später begann er auch, für unsere Zeitung über den Verein zu berichten. Nun bot sich dem 21-Jährigen die Möglichkeit, ein Buch über die Schanzer zu schreiben. „111 Gründe, den FC Ingolstadt zu lieben“, heißt das Werk, das seit Kurzem auf dem Mark erhältlich ist. Die NR hat mit Randelshofer über die Entstehung des Buches gesprochen.

Maximilian Randelshofer, wie kommt man auf die Idee, ein Buch über den FC Ingolstadt zu schreiben?

Die Idee ging ursprünglich nicht von mir aus. Eine Literaturagentur aus München hat sich bei mir gemeldet. Sie sind über meinen Online-Block Schwarz-Rot auf mich gekommen. Durch die positiven Leistungen des FC Ingolstadt in der 2. Liga, die ja mit dem Aufstieg gekrönt wurden, sollte dieses Buch über den FCI entstehen.

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Was war dann der erste Gedanke?

Ich habe recht zügig zugesagt. Wann bekommt man schon einmal die Möglichkeit, mit 21 Jahren ein Buch zu schreiben. Diese Chance ist nicht alltäglich, zumal es um meinen Herzensklub geht.

Wie geht man dann ohne Erfahrung an die Arbeit?

Zunächst musste ich dem Verlag ein Exposé mit 40 Gründen liefern, um die Substanz hinter dem Buch vorzuzeigen. Vor dem Schreiben macht man sich einige Gedanken: Was liegt einem an dem Verein, welche Dinge sind für die Menschen interessant, welche kuriosen Geschichten gibt es. Zudem beschäftigt man sich mit der Vorgeschichte des MTV und ESV. Eine gute Vorlage war natürlich die zurückliegende Aufstiegssaison.

War es einfach, 111 Gründe zu finden?

80 Gründe waren relativ leicht zu finden. Dann musste ich erfinderisch werden und Geschichten suchen, die öffentlich kein großes Thema waren, wie etwa einen Testspielsieg des FC Ingolstadt gegen den FC Bayern vor einigen Jahren. Oder, als Olympische Fußballspiele im ESV-Stadion stattfanden.

Es wird einige Zeit in Anspruch genommen haben, die 249 Seiten zu schreiben...

Das Buch ist zwischen Januar und Juni entstanden und hat natürlich viel Zeit in Anspruch genommen. Freunde und Familie mussten zurückstecken. Es hat sich aber gelohnt, wenn man das Werk später in den Händen hält. Da ich neben meinem Beruf auch noch ehrenamtlich in einem Vorstand tätig bin, war es zeitlich ziemlich schwierig. Manchmal hat man eine ganze Woche gar keine Möglichkeit gefunden, sich dem Buch zu widmen. Es kam ansonsten schon mal vor, dass ich abends drei bis vier Stunden am Schreiben war. Die Recherchearbeit ist auch nicht zu unterschätzen. Vieles ist zwar im Gedächtnis geblieben, aber man benötigt exakte Spielverläufe und viele Fakten.

Wie kommt man in jungen Jahren zum FC Ingolstadt?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zunächst wie so viele Bayern-Fan war. Mein Großvater hat mich zu den FCI-Spielen mitgenommen. Dann war ich näher mit dabei, lernte die Spieler und das Umfeld kennen. Irgendwann hat mich der Virus infiziert.

Gibt es einen besonderen Moment, der im Buch unbedingt vorkommen sollte?

Mir hat es unter den Nägeln gebrannt, mit dem Klischee des Werksklubs aufzuräumen und den Leuten aufzuzeigen, dass mehr als das Geld von Audi hinter dem Verein steckt. Die Bezeichnung als Werksklub ist schlicht falsch. Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg gehören einem Konzern, was beim FC Ingolstadt nicht der Fall ist.

Gab es schwierige Phasen während des Schreibens?

Ich habe wild drauf los geschrieben und hatte ein kunterbunt gewürfeltes Manuskript. Später musste ich die einzelnen Kapitel einteilen und ergänzen. Am Ende, etwa eine Woche vor dem Abgabetermin, geht einem etwas der Dampf und ich wurde ein wenig hektisch.

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