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06.09.2019

Christian Bolzer vor dem Moosderby: „Wie David gegen Goliath“

Schwierige Aufgabe vor der Brust: Christian Bolzer ist mit dem Tabellenletzten SV Grasheim bei Spitzenreiter SV Klingsmoos gefordert.
Bild: Roland Geier

Warum Grasheims Trainer den SV Klingsmoos als klaren Favoriten betrachtet, seine Mannschaft im Moosderby aber nicht chancenlos sieht.

Dem SV Grasheim ist der Start in die Kreisklasse Neuburg missglückt. Nach drei Spieltagen ziert die Mannschaft mit null Punkten das Tabellenende. Die ersten Zähler sollen nun im Moosderby beim SV Klingsmoos eingefahren werden. Der ist mit der optimalen Ausbeute von neun Punkten in die Saison gestartet und führt die Tabelle an. Die Neuburger Rundschau hat sich vor der Begegnung mit Grasheims Trainer Christian Bolzer unterhalten.

Herr Bolzer, der Saisonstart verlief für den SV Grasheim alles andere als erfolgreich. Nach drei Partien und 0:6 Toren steht ihr Team auf dem letzten Tabellenplatz. Wie erklären Sie sich diesen Fehlstart?

Bolzer: Zu erklären ist das relativ schwierig. Wie Sie richtig erkannt haben, lässt die Tor- und Punkteausbeute zu wünschen übrig. So schlecht die Statistik ist waren unsere Spiele aber gar nicht. Trotzdem muss man sagen, dass die Tabelle nicht lügt. Wir müssen unsere Situation annehmen und Punkte einfahren.

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Vor der Saison konnte ihr Team noch den Donaumoos-Wanderpokal nach Grasheim holen. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Bolzer: Bisher ist es so, wie man es immer wieder hört. Derjenige, der den Donaumoos-Wanderpokal gewinnt, wird eine schlechte Saison spielen. Ich hoffe natürlich, dass das nicht auf uns zutrifft. Veränderungen hatten wir in der Zwischenzeit auch keine. Klar fehlen uns ein paar Spieler verletzungs- und urlaubsbedingt, aber diese Probleme haben andere Vereine auch.

Gibt es diesen Mythos oder die Statistik, dass der Donaumoos-Wanderpokal Sieger eine schwache Saison spielen wird, tatsächlich?

Bolzer: So wird es zumindest oft gesagt. Aber natürlich ist das nicht die Regel. Klingsmoos hat im vergangenen Jahr beispielsweise eine sehr gute Runde gespielt und bis zum Schluss um den Aufstieg gekämpft. Generell tut vielen Teams nach dem Sieg im Wanderpokal der Höhenflug nicht gut. Wir strafen uns aktuell selbst durch viele Fehler und Unkonzentriertheiten. Aber ich weiß, dass wir es besser können.

Hat ihr Team diesen Höhenflug mit einer anschließend harten Landung auch erlebt?

Bolzer: Nein, einen Höhenflug hat es bei uns nicht gegeben. Natürlich war es ein wahnsinniges Ereignis, den Pokal nach Grasheim zu holen. Wir wissen aber auch, dass wir in diesem Turnier stets das Glück auf unserer Seite hatten und können den Erfolg daher realistisch einschätzen. Jetzt brauchen wir dieses Glück wieder.

Fehlt ihrer Mannschaft in dieser Hinsicht vielleicht der gewisse Dosenöffner, in Form eines Tores oder Punktgewinns?

Bolzer: Ja, auf jeden Fall. Noch haben wir kein Tor erzielt und unglaublich viel Pech im Abschluss gehabt. Ich bin aber schon ein bisschen länger dabei und habe solche Phasen das ein oder andere Mal erlebt. Man muss noch mehr tun und investieren, um das Glück auf seine Seite zu bringen.

Investieren Sie auch als Trainer mehr?

Bolzer: Wenn es gut läuft, investiere ich genauso viel wie in Negativphasen. Natürlich unterscheiden sich in den einzelnen Fällen die Inhalte und Ansätze. Man muss ein gewisses Gespür für seine Mannschaft und die Spieler haben. Ich habe das Glück, dass meine Mannschaft sehr gut reflektieren kann und selbstkritisch ist.

Welche Ziele verfolgen Sie mit ihrem Team in dieser Saison?

Bolzer: Jetzt wollen wir zunächst schnellstmöglich Punkte sammeln und endlich in der Liga ankommen. Langfristig gesehen ist das Ziel, sich im Mittelfeld zu stabilisieren und die Liga auf einem einstelligen Tabellenplatz abzuschließen. Priorität hat aber erst mal, nach und nach zu punkten und nicht mehr die Zeitung aufschlagen zu müssen und sich auf dem letzten Tabellenplatz zu sehen.

Wie optimistisch sind Sie, gegen Ligaprimus SV Klingsmoos Punkte sammeln zu können?

Bolzer: Betrachtet man die Tabellensituation, ist es ein Verhältnis wie David gegen Goliath. Trotzdem denke ich, dass sie gehörigen Respekt vor uns haben werden. Wir haben im Wanderpokal schon bewiesen, dass wir sie schlagen können. Aber ganz ehrlich: Mit einem Punktgewinn wäre ich schon zufrieden. Wir müssen erst mal in Tritt kommen und Klingsmoos hat eine richtig starke Truppe zusammen.

Wie schätzen Sie den Gegner sonst ein?

Bolzer: Sie haben vor allem in der Offensive sehr starke Spieler und sind nur ganz schwer zu schlagen. In den vergangenen Jahren ist Klingsmoos dem Aufstieg kontinuierlich näher gerückt und heuer führt der Weg meiner Meinung nach nur über sie.

Jetzt haben Sie kurz über den Aufstieg gesprochen. Welche Teams gehören zu den Abstiegskandidaten?

Bolzer: Ich denke, dass es spannend bis zum Schluss bleibt und hoffe einfach, dass wir am Ende nicht dabei sein werden.

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