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ERC Ingolstadt

28.02.2018

Der Kapitän steht nicht auf Glücksspiele

Warnt davor, die personell arg dezimierten Krefelder Pinguine heute zu unterschätzen: Panther-Kapitän John Laliberte.
Bild: Xaver Habermeier

Stürmer John Laliberte möchte das „Triple“ in Sachen Qualifikation für die Pre-Playoffs unbedingt vermeiden. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Obwohl Torhüter Timo Pielmeier am Montag noch im Flieger von Pyeongchang in Richtung Frankfurt beziehungsweise München saß (siehe auch Interview), waren er und seine Teamkollegen von der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft „das“ Gesprächsthema vor und nach der rund einstündigen intensiven Trainingseinheit des ERC Ingolstadt.

„Es ist einfach großartig und beeindruckend, was Deutschland bei den Olympischen Spielen geleistet hat“, schwärmte Panther-Kapitän John Laliberte, dessen amerikanische Landsleute sich bereits nach dem Viertelfinale (2:3 gegen Tschechien) verabschiedet hatten. Selbstverständlich sei er auch am Sonntagmorgen um fünf Uhr aufgestanden, um sich das Finale gegen das Team Olympischer Athleten aus Russland anzuschauen und dabei „natürlich den Deutschen die Daumen zu drücken“. Dass die DEB-Auswahl am Ende unglücklich nach Verlängerung mit 3:4 verlor, war in Lalibertes Augen „mehr als bitter, da die Jungs diesen Sieg wirklich verdient gehabt hätten. Sie haben nicht nur ein tolles Finale, sondern vielmehr ein sensationelles Turnier gespielt und sich verdientermaßen mit der Silbermedaille belohnt“.

In Sachen Dramaturgie, Ausgangslage und Gründe für den überraschenden Erfolg sieht der 34-Jährige sogar „gewisse Parallelen“ mit dem ebenfalls völlig unerwartet errungenen Meistertitel des ERC Ingolstadt in der Saison 2013/2014. „Wir waren damals ebenfalls krasser Außenseiter. Kaum jemand hätte auch nur einen Cent auf uns gesetzt. Aber plötzlich ist aus einem Schneeball eine Lawine geworden, die sich von Spiel zu Spiel in Gang gesetzt hat“, erinnert sich Laliberte, der noch einen weiteren entscheidenden Punkt nennt. „Innerhalb unseres Teams hat sich eine bestimmte Dynamik und ein grenzenloser Zusammenhalt gegen alle Widerstände entwickelt. Und je länger diese Playoffs gingen, um so mehr hat die Mannschaft an sich geglaubt“, so der ERCI-Torjäger weiter. Das Ende ist bestens bekannt.

Von einem derartigen Erfolg sind die Panther im Jahr 2018 freilich noch weit entfernt. Drei Spieltage vor Beendigung der Hauptrunde liegt der Fokus der Schützlinge von Headcoach Doug Shedden zunächst einmal darauf, die direkte Playoff-Qualifikation – dafür ist eine Platzierung unter den „Top Sechs“ vonnöten – unter Dach und Fach zu bringen. „Unser großes Ziel muss es sein, das ’Glücksspiel’ Pre-Playoffs zu vermeiden und sicher in die Playoffs einzuziehen“, so Laliberte – wohlwissend, dass die Schanzer in den beiden zurückliegenden Jahren mit der Qualifikationsrunde schlechte Erfahrungen machten. 2016 schied man gegen die Straubing Tigers aus, ehe sich in der vergangenen Saison die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven als Spielverderber erwiesen. „In einer Drei-Partien-Serie kann bekanntlich alles passieren. Von dem her täten wir sehr gut daran, den Pre-Playoffs zu entgehen – auch wenn wir dort 2014 letztlich den Grundstein zur späteren Meisterschaft gelegt haben“, weiß Laliberte.

Und die Voraussetzungen, nach zweimaliger Abstinenz wieder direkt in die Endrunde einzuziehen, stehen alles andere als schlecht. Nicht nur, dass der etwas „eigenartige“ DEL-Spielplan (unter anderem der Olympia-Pause geschuldet) in den verbleibenden drei Partien drei Heimspiele für die Panther bereit hält. Mit den Krefelder Pinguinen gastiert heute (19.30 Uhr) zudem ein Kontrahent, gegen den ein dreifacher Punktgewinn absolute Pflicht ist. Der Tabellenvorletzte, der keine Chance mehr auf das Erreichen der Pre-Playoffs hat, trennte sich in den vergangenen Wochen von zahlreichen Leistungsträgern wie Marcel Müller, Daniel Pietta (beide Leksands IF), Mathias Trettenes (Stavanger Oilers) oder Andrew Engelage (Graz 99ers), um bei den Gehalts-Ausgaben zu sparen.

„Natürlich wissen wir um die personelle Situation bei den Krefeldern. Allerdings täten wir in unserer derzeitigen Lage gut daran, sich ausschließlich auf das zu konzentrieren, was wir selbst beeinflussen können – und das ist unsere eigene Leistung“, fordert Laliberte. Zumal er und seine Teamkollegen im bisherigen Saisonverlauf gegen die „Kellerkinder“ ohnehin durch Erfolgslosigkeit „glänzten“: In sieben Duellen mit Straubing und Krefeld sprang lediglich ein mickriges Pünktchen heraus.

Personell kann Panther-Trainer Doug Shedden heute nahezu aus dem Vollen schöpfen. So feiert Verteidiger Patrick McNeill nach überstandener Verletzung sein Comeback. Ob Olympia-Held Timo Pielmeier gleich das Ingolstädter Gehäuse hüten wird, wollte Shedden indes noch nicht verraten: „Je nachdem, wie Timo sich fühlt, werden wir das kurzfristig entscheiden.“

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