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13.03.2020

Der lokale Fußball ruht: „Konsequent und alternativlos“

Der Spielbetrieb ruht: Der Bayerische Fußballverband hat die Ligen im Amateurbereich bis zum 23. März unterbrochen. Auch vom Trainingsbetrieb wird dringend abgeraten.
Bild: Stephan Schöttl

Der Bayerische Fußball-Verband hat den Spielbetrieb bis zum 23. März unterbrochen und rät dazu, den Trainingsbetrieb einzustellen. Wie die Vereine mit dieser Anordnung umgehen und wie es weitergehen könnte

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat „zum Schutz seiner Vereine und Mitglieder“ den kompletten Spielbetrieb bis einschließlich 23. März im ganzen Freistaat ausgesetzt.

„Ohne heute zu wissen oder auch nur ansatzweise abschätzen zu können, wie sich die Lage weiterhin entwickelt, ist es für den Moment geplant, die jetzt in den Amateurklassen abgesagten Partien nachzuholen“, teilte der Verband mit. „Aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile die ersten positiv getesteten Spieler und auch infizierte Personen aus dem engen Umfeld von Amateur-Mannschaften gibt und damit die Unsicherheit bei vielen Vereinsvertretern groß ist, war es der einzig richtige Schritt, den Amateurspielbetrieb jetzt komplett auszusetzen“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch und ergänzt: „Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder heute unmissverständlich verdeutlicht hat, dass sämtliche Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern grundsätzlich abzusagen sind und zugleich dringend abrät, auch Zusammenkünfte mit einer Beteiligung von unter 100 Menschen durchzuführen, ist diese Entscheidung unabdingbar. Im Vordergrund steht einzig und allein die Gesundheit der Menschen, unserer Fußballerinnen und Fußballer“, sagt Koch.

Während die Landesligisten VfR Neuburg und FC Ehekirchen sich bereits im Punktspielbetrieb befinden, hätten die Kreisliga Ost und die Spielklassen darunter eine Woche später begonnen. Nun finden auch keine Testspiele mehr statt.

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Der BFV rät seinen rund 4600 Vereinen auch dringend dazu, den Trainingsbetrieb bis auf Weiteres einzustellen: „Verbieten können wir es nicht, wir appellieren hier aber an die Vernunft der Verantwortlichen in unseren Mitgliedsvereinen, in dieser für unser Land nicht einfachen Lage alles zu tun, um gemeinsam diese Situation zum Guten zu wenden. Es wäre schwerlich nachvollziehbar, wenn Schulen und Kitas in Bayern geschlossen sind, im Verein aber das Training fortgesetzt würde.“ Die Neuburger Rundschau hat sich bei einigen Vereinen im Verbreitungsgebiet umgehört.

VfR Neuburg

Für VfR-Trainer Christian Krzyzanowski ist der Beschluss des Verbandes keine Überraschung. „Die Entscheidung ist richtig. Ich befürchte aber, dass der 23. März nicht das Ende sein wird“, vermutet er. Neben der Möglichkeit, „die Saison einzufrieren und irgendwann fertig zu spielen“, kann sich Krzyzanowski sogar vorstellen, „dass die Spielzeit komplett beendet wird“ und es weder Aufsteiger noch Absteiger gibt. Die Gesundheit aller Beteiligten müsse „immer an erster Stelle stehen“. Wie beim VfR Neuburg mit der dringenden Empfehlung des BFV umgegangen wird, den Trainingsbetrieb einzustellen, wurde noch nicht entschieden. „Ich möchte diese wichtige Entscheidung nicht allein treffen. Wir werden in den nächsten Tagen mit allen Verantwortlichen und Spielern in Ruhe besprechen, wie wir in den nächsten Wochen vorgehen werden.“

FC Ehekirchen

Wenig überrascht von der Entscheidung des BFV zeigt sich Ehekirchens Trainer Gerhard Hildmann. „Nachdem ich selbst beruflich im Sicherheitsbereich bei der Polizei tätig bin, war mir klar, was da auf uns zukommen würde. Dementsprechend habe ich meine Spieler bereits beim Donnerstags-Training auf ein solches Szenario vorbereitet“, so Hildmann, für den diese Absage „schlichtweg konsequent und alternativlos“ ist. Auch der Empfehlung des Verbandes, den Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, komme man „selbstverständlich nach. Wir haben bereits die Übungseinheiten für die kommende Woche komplett abgesagt“. Stattdessen sollen die Kicker individuell trainieren und sich mit Läufen fit halten – unter einer Voraussetzung: „Das gilt freilich nur, wenn sie gesund sind und keine Krankheitssymptome zeigen. Darauf muss man logischerweise auch achten.“

Wie es nach dem 23. März konkret weitergeht, lasse sich laut Hildmann „so gut wie gar nicht vorhersehen“. Allerdings gehe er zum jetzigen Zeitpunkt „nicht davon aus, dass der Spielbetrieb danach sofort wieder beginnt.“ Den Grund schiebt der 54-Jährige auch gleich hinterher: „Die Maßnahmen an den DFB-Nachwuchs-Stützpunkten in Bayern (Hildmann leitet den Stützpunkt in Augsburg-Inningen, Anm. d. Red.) wurden zunächst bis zum 20. April ausgesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zuvor schon im Senioren-Bereich weitergeht.“

Apropos Nachwuchs: Ebenso wie bei den Männern und Frauen wird auch bei den Kindern und Jugendlichen der Trainingsbetrieb beim FC Ehekirchen vorübergehend ausgesetzt.

TSV Burgheim

„Es ist schwer, für diese ganze Situation die richtigen Worte zu finden. So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt“, sagt Mathias Heckel, der die gesamte Entwicklung „einfach nur schade“ findet. „Alle Mannschaften haben sich in den vergangenen fünf, sechs Wochen auf die zweite Saisonhälfte vorbereitet. Und wenn du dann nicht spielen kannst, ist das schlichtweg frustrierend.“ Die Entscheidung, den Spielbetrieb aktuell einzustellen, hält Heckel aber für „absolut richtig. Wenn man sieht, welche Veranstaltungen in den Tagen zuvor schon abgesagt wurden, kam diese Entscheidung jetzt nicht wirklich überraschend. Letztlich musste man damit rechnen.“

Selbst eine Komplett-Absage der zweiten Saisonhälfte hält der TSV-Coach für „nicht ausgeschlossen. Allerdings bin ich in diesem Fall sehr gespannt, wie der Verband gerade die Auf- und Abstiegs-Thematik in den jeweiligen Ligen regeln möchte. Da gibt es noch sehr viele offene Fragen.“ Fest steht dagegen, dass sich der TSV Burgheim der Empfehlung des BFV, auch den Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, anschließen wird. „Wir haben bereits die Einheit am Freitag abgesagt“, so Heckel. Auch der Nachwuchs wird ab sofort nicht mehr trainieren.

BSV Neuburg

Abteilungsleiter Andreas Eubel findet die Entscheidung des BFV „richtig“. Der BSV hätte sich bereits die ganze Woche mit der Thematik auseinandergesetzt und erste Maßnahmen eingeleitet. Der Empfehlung, Trainingseinheiten auszusetzen, hat der Verein bereits entsprochen. „Wir haben alle Jugendtrainer informiert, dass kein Training mehr stattfindet.“ Es wäre unverantwortlich, die Kinder zu den Einheiten zusammenzuholen, während der komplette Schulbetrieb ausgesetzt wurde. Im Erwachsenenbereich wurde hingegen noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Das Training am Freitag wurde abgesagt, das nächste würde erst am Dienstag stattfinden. Eubel: „Daher ist noch genug Zeit, diesbezüglich eine Entscheidung zu treffen.“ Der Abteilungsleiter kann sich zudem nicht vorstellen, dass der Spielbetrieb nach dem 23. März wieder aufgenommen wird. „Ich glaube, dass die Pause leider ausgeweitet werden muss.“

FC Rennertshofen

„Rien ne va plus“ heißt es beim Spitzenreiter der Kreisklasse Neuburg. „Ich habe im Laufe des Freitags mit unserem Vorstand telefoniert. Wir sind zu der Entscheidung gekommen, dass wir – ebenso wie im Jugendbereich – den Trainingsbetrieb bis auf Weiteres ruhen lassen werden“, erklärt Tommy Mutzbauer. Aus diesem Grund muss der FCR-Coach wohl auf ein Mittel zurückgreifen, dessen Freund er eigentlich nicht wirklich ist: eine Lauf-Challenge! „Da ich ja kein Leichtathletik-Trainer bin, stehe ich solchen Einheiten eher skeptisch gegenüber. Aber aufgrund der momentanen Situation bleibt uns wohl gar nichts anderes übrig, damit die Jungs einigermaßen fit bleiben“, so Mutzbauer.

Die generelle Spielabsage seitens des Bayerischen Fußball-Verbandes hält der 42-Jährige indes für „absolut richtig, nachvollziehbar und wenig überraschend. Wenn man sieht, wie sich diese ganze Thematik in den vergangenen Tagen zugespitzt hat, war davon auszugehen, dass eine solche Entscheidung kommen wird“. Auch an eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 23. März glaubt Mutzbauer nicht: „Ich denke, dass dieses Datum festgelegt wurde, um dann die Gesamtsituation neu zu bewerten. Man muss einfach abwarten, wie sich das Ganze weiterentwickelt.“

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