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17.07.2010

Ein neues Kapitel in der (Fußball-)Familien-Geschichte

Drückte beim gestrigen Promispiel ihrem Sohn Daniel (Mitte) als auch Ehemann Friedrich (rechts), genannt "Tobi", die Daumen: Edeltraud Tobolars. Foto: disi
Bild: disi

Neuburg Dass es Söhne von bekannten Fußball-Größen oftmals nicht einfach haben, dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Ob ein Stefan Beckenbauer (Sprössling von "Kaiser" Franz) oder Dino Toppmöller (Vater Klaus war in der Bundesliga als Spieler und Trainer aktiv), sie alle hatten beziehungsweise haben während ihrer Karriere mit den (über-)großen Fußstapfen ihrer erfolgreichen Väter zu kämpfen.

Ein "Phänomen", das nicht nur auf der nationalen und internationalen, sondern auch regionalen Fußballbühne existiert. Ginge man beispielsweise nach der sportlichen Vita von Friedrich Tobolars, dann dürfte sein 19-jähriger Filius Daniel nur wenig zu lachen haben. Neben drei Bundesliga-Einsätzen für den TSV 1860 München kickte "Tobi", wie er in der hiesigen Fußballszene nahezu ausschließlich genannt wird, von 1967 bis 1975 beim ehemaligen Regionalligisten ESV Ingolstadt (vergleichbar mit der heutigen 2. Bundesliga), ehe er im Anschluss zum Bayernligisten VfR Neuburg wechselte, dem er bis 1982 die Treue hielt. Kurzum: Der Name Tobolars hat in der Fußball-Region Ingolstadt/Neuburg einen hohen Stellenwert.

Eine Erfahrung, die in den vergangenen Jahren Sohnemann Daniel immer wieder machen musste. "Nachdem ich an meinem Arbeitsplatz bei Audi einen Arbeitsanzug trage, auf dem der Name Tobolars steht, wurde ich schon unzählige Male gefragt, ob ich der Sohn vom 'Tobi' wäre und auch so gut Fußballspielen könne wie mein Vater", grinst Daniel, dem die ständigen Vergleiche jedoch "nichts ausmachen. Im Gegenteil, man ist schon eher stolz, wenn man immer wieder auf seinen Vater und dessen Fußball-Karriere angesprochen wird."

Dass seine eigene Laufbahn einen ähnlichen Weg wie die seines heute 61-jährigen Vaters, der nach wie vor regelmäßig bei den "Alten Herren" der SpVgg Unterstall/Joshofen aktiv ist und dort auf seiner etatmäßigen Position des "Achters" im Mittelfeld für Ordnung sorgt, nehmen wird, daran glaubt Daniel allerdings nicht. Und das, obwohl sich der Youngster in seinem ersten Senioren-Jahr bei der SpVgg Unterstall/Joshofen nicht nur auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfte, sondern mit ihr auch gleich den Aufstieg in die Kreisklasse Neuburg feiern konnte. "Natürlich möchte ich einmal so hoch wie möglich spielen. Doch nach meinem Schulabschluss habe ich meine oberste Priorität zuerst einmal auf meine berufliche Ausbildung gelegt. Wenn ich dann im Jahr 2011 damit fertig bin und meinen Studienplatz habe, werde ich sehen, was im Fußball noch für mich möglich ist", erklärt Daniel.

Ein neues Kapitel der "Tobolars'schen Fußball-Familiengeschichte" gab es indes am gestrigen Freitagnachmittag. Nachdem das "Vater-Trainer/Sohn-Spieler-Experiment" bereits vor fünf Jahren bei der U17 der JFG Neuburg erfolgreich getestet wurde, folgte nun - zum ersten Mal - unter Wettkampfbedingungen das mit Spannung erwartete direkte Duell auf dem Rasen des Brandlstadions zwischen "Tobi 1" (bei den "VfR Allstars") und "Tobi 2" (Daniel/beim NR-Team). Unter den zahlreichen Zuschauern auf der Tribüne saß freilich auch Mama Edeltraud. Wem sie dort die Daumen gedrückt hat? "Je nach Situation", lautete ihre wahrlich diplomatische Antwort. "Das Wichtigste ist, dass sich meine beiden Männer nicht verletzt haben und ihren Spaß hatten. Und beides war heute sicherlich der Fall." Dass Daniel mit der Neuburger Rundschau-Auswahl am Ende knapp mit 6:4 die Oberhand behielt, war für den Youngster freilich ein weiterer "Spaßfaktor".

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