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Fußball

07.08.2020

FC Ehekirchen: Klassenerhalt bleibt das vorrangige Ziel

Wird beim FC Ehekirchen wie geplant die Saison zu Ende bringen, ehe er in gleicher Funktion zum TSV Gersthofen wechselt: Trainer Gerhard Hildmann.
Bild: Roland Geier

Exklusiv Ehekirchens Trainer Gerhard Hildmann und Abteilungsleiter Markus Bissinger sprechen im gemeinsamen NR-Interview über die Wiederaufnahme der unterbrochenen Saison, Spiele ohne Zuschauer und warum sie ihre Zusammenarbeit fortsetzen.

Mit einer 90-minütigen Einheit ist Fußball-Landesligist FC Ehekirchen am vergangenen Sonntag in die Vorbereitung gestartet. Das Ziel des Aufsteigers in der verbleibenden Saison 2019/2021 ist klar: Der Klassenerhalt soll (möglichst früh) unter Dach und Fach gebracht werden. Das erste Testspiel – aufgrund der Corona-Bestimmungen allerdings ohne Zuschauer – bestreitet der FCE am heutigen Samstag (17 Uhr) gegen den TSV Gersthofen. Wir haben uns mit Trainer Gerhard Hildmann und Abteilungsleiter Markus Bissinger unterhalten.

Herr Hildmann, nach monatelanger Pause ist beim FC Ehekirchen endlich wieder der Ball gerollt. Welche Stimmung haben Sie während des ersten Trainings bei Ihren Jungs aufgeschnappt?

Hildmann: Zunächst einmal sind die Jungs natürlich froh, dass es wieder losgegangen ist. Allerdings ist die momentane Stimmung schon auch etwas von einer leichten Ungewissheit gekennzeichnet. Nichtsdestotrotz haben wir ein klares Ziel, was wir mit dem Team erreichen wollen, vor Augen. Wenn der Startschuss fällt, haben wir sofort auch die ersten Liga-Spiele vor der Brust. Daher müssen wir so schnell wie möglich in den Wettkampf-Modus beziehungsweise wieder dorthin kommen, wo wir vor der Corona-Pause waren. Aber diese bereits angesprochene Ungewissheit wird sich – davon bin ich überzeugt – auch sehr schnell legen.

Inwieweit unterscheidet sich die jetzige Vorbereitung nach der Corona-Zwangspause von einer ansonsten „üblichen“?

Hildmann: Eigentlich gibt es keine gravierenden Unterschiede. Ich habe jetzt eben in der Trainings-Gestaltung ein bisschen mehr Wert auf Regenerationsphasen gelegt. Aber im Endeffekt ist es eine Vorbereitung, wie sie im Sommer üblich ist.

Herr Bissinger, sowohl beim Training als auch den Vorbereitungspartien gibt es seitens der Regierung beziehungsweise des BFV eine ganze Reihe von Regeln und Vorschriften. Wie schwierig ist es für einen Verein, diese Maßnahmen umzusetzen?

Bissinger: Wir haben uns in den vergangenen Wochen mehrfach zusammengesetzt und detailliert besprochen, wie wir diese Vorgaben am besten umsetzen können. Nachdem ja von der bayerischen Staatsregierung auch immer wieder Anpassungen und Änderungen kommen, gilt es für uns natürlich, darauf entsprechend zu reagieren. Letztlich kann man nur hoffen, dass alles nach Plan funktioniert.

Seit Mittwoch vergangener Woche sind bekanntlich auch Trainings- beziehungsweise Testspiele unter strengen Auflagen wieder möglich. Eine dieser Vorgaben besagt, dass diese Partien ohne Zuschauer stattfinden müssen. Wie stehen Sie zu dieser Entscheidung?

Bissinger: Ehrlich gesagt, verstehe ich das überhaupt nicht. Meine Hoffnung besteht darin, dass das Ganze am 16. August gekippt wird und Zuschauer dann wieder auf die Sportplätze dürfen – wie es ja in anderen Bundesländern bereits der Fall ist. Denn Fußball ohne Zuschauer macht für mich überhaupt keinen Sinn.

Hildmann: Im Amateur-Bereich ist das schlichtweg nicht durchführbar. Zum einen geht es hier um wichtige Einnahmen für die Vereine. Zum anderen ist aber auch die Überwachung ein ganz wesentlicher Punkt. Wie genau soll ein Klub das handhaben, dass keine Zuschauer anwesend sind? So etwas kann man nur in einem abgeschlossenen Stadion umsetzen. Jeder Verein hat andere örtliche Gegebenheiten. Das muss man bei der ganzen Diskussion schon berücksichtigen.

Wenn Sie auf die vergangenen Monate seit dem Lockdown zurückblicken: Welches Bild hat in Ihren Augen der Bayerische Fußball-Verband bislang in der Corona-Krise abgegeben?

Bissinger: Nun, den Lösungsansatz mit der Einführung des Liga-Pokals finde ich nicht schlecht. Es wurde ein zusätzlicher Wettbewerb eingeführt, der sowohl Spieler als auch Vereine aufgrund der Aufstiegsmöglichkeit entsprechend motiviert. Ansonsten hätte ich mir bei einigen anderen wichtigen Punkten wie bei den Transferphasen, Fortführung oder Abbruch der laufenden Saison oder den Hygiene-Vorschriften schon mehr Klarheit und Souveränität von Verbandsseite gewünscht. Als Verein hat man sich gerade in den ersten Wochen und Monaten schon ziemlich allein gelassen gefühlt. Allerdings möchte ich auch betonen, dass es alles andere als einfach ist, derartige Entscheidungen zu treffen. Man war einfach noch nie in einer solchen Situation. Daher gibt es auch nicht den einzig richtigen Weg. Letztlich geht es für alle Vereine doch darum, mit Schadensbegrenzung durch diese Pandemie zu kommen.

Als „Ersatz“ für die Saison 2020/2021 wurde von Verbandsseite der Liga-Pokal eingeführt. Befürworten Sie diese Neuerung?

Hildmann: Ja, definitiv. In unserem Fall hätten wir jetzt noch elf Partien in der Landesliga – und dafür ein ganzes Jahr Zeit!

Bissinger: Das sehe ich genau so wie Gerhard. Wir spielen jetzt in der Gruppenphase gegen den VfR Neuburg und TSV Jetzendorf. Das sind kurze Wege und attraktive Gegner. Solche Begegnungen finden bei den Zuschauern immer großen Anklang. Wenn man dann weiterkommen sollte, ginge es im K.o.-Modus weiter. Und auch solche Partien sind immer spannend.

Hildmann: Unter diesen Umständen ist es in meinen Augen das Attraktivste, was man machen kann. Daher ist es auf alle Fälle eine sehr gute Lösung.

Zum Zeitpunkt der im März abgebrochenen laufenden Spielzeit lag der FC Ehekirchen in der Landesliga Südwest nach 23 Partien mit 31 Punkten auf Rang neun. Wie würden Sie denn die aktuelle Ausgangslage für den restlichen Saisonverlauf beschreiben?

Bissinger: Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Und dafür brauchen wir noch ein paar Punkte.

Hildmann: Wie Markus schon gesagt hat: Logisch geht es für uns nur um den Klassenerhalt. Aktuell hinkt die Tabelle durch die vielen noch auszutragenden Nachholspiele etwas. Zudem weiß man nicht, wo die Mannschaften gerade leistungsmäßig stehen beziehungsweise wie viele Punkte diese noch holen. Bei meiner Ansprache im ersten Training habe ich gesagt, dass wir so schnell wie möglich die fehlenden Zähler zum Klassenerhalt holen wollen und uns vom derzeitigen Tabellenplatz nicht blenden lassen dürfen. Mein Co-Trainer Simon Schröttle hat sogar betont, dass er nicht nach hinten, sondern vielmehr nach oben schauen möchte – und das ist auch eine sehr gute Sache! Was will man mehr, wenn der spielende Co-Trainer, der selbst auf dem Platz steht, eine solche Devise ausgibt? Absolut top!

Bissinger: Da kann ich Gerhard nur zustimmen. Wenn wir in den ersten drei Begegnungen gegen Gilching, Durach und Kaufbeuren nicht verlieren und sechs bis neun Punkte holen, schaut es schon sehr, sehr gut aus. Dann könnten wir in den verbleibenden Partien nochmals richtig viel Spaß haben.

Bild: fce

Bevor die Corona-Pandemie alles verändert hat, waren die Fakten hinsichtlich der Saison 2020/2021 eigentlich schon klar: Während Michael Panknin den FCE als Spielertrainer übernimmt, wechselt Gerhard Hildmann als Coach zum TSV Gersthofen. War es sowohl für den FC Ehekirchen als auch für Sie, Herr Hildmann, von Anfang an klar, dass man die abgebrochene Spielzeit mit der jetzigen Konstellation beendet?

Hildmann: Wann ich den TSV Gersthofen übernehmen kann, liegt ja letztlich nicht in meiner Hand. Ich habe den Verantwortlichen des FC Ehekirchen angeboten, dass sie zum Wohle des Vereins eine Entscheidung treffen können. Ich wäre mit jeder Lösung einverstanden gewesen. Letztlich hat sich der FCE dann für die Variante, dass ich die Saison hier beenden darf, entschieden. Dafür bin ich sehr dankbar und weiß es auch zu schätzen, da es von großem Vertrauen zeugt. Ich werde weiterhin alles Menschenmögliche tun, um mit dem Team die Klasse zu halten.

Bissinger: Nachdem Michael Panknin zu diesem Zeitpunkt „frei“ gewesen wäre, hätten wir in der Tat den Trainer wechseln können. Doch das hätten wir schlichtweg nicht richtig gefunden. Wir wollten diese Saison mit Gerhard beenden. Die Diskussion mit meinem Abteilungsleiter-Kollegen Simon Schmaus hat zehn Sekunden gedauert, da wir uns auf Anhieb einig waren. Damit war das Thema für uns erledigt.

Um beim Thema Michael Panknin zu bleiben: Er ist im bisherigen Saisonverlauf – wenn es seine Zeit zuließ (Panknin arbeitet auch als Co-Trainer beim Regionalligisten VfB Eichstätt) – als Spieler für den FCE aufgelaufen. Ab sofort wird der 31-Jährige jedoch auch für den VfB Eichstätt kicken. Hat Sie seine Entscheidung überrascht?

Bissinger: ’Panki’ hat zu mir gesagt, dass er kurz darüber nachgedacht hatte, nur als Spieler bei uns den restlichen Saisonverlauf zu absolvieren. Dann kam jedoch das Angebot vonseiten des VfB, dass er dort als spielender Co-Trainer fungieren kann. Und ich denke, dass das sicherlich eine sehr reizvolle Aufgabe für ihn ist.

Aber der FC Ehekirchen verliert bei seiner „Mission Klassenerhalt“ immerhin einen wichtigen und erfahrenen Akteur...

Bissinger: Nun, wir haben sehr frühzeitig jeden Spieler, der uns zur neuen Saison verlässt, gefragt, ob er bei uns bleiben oder doch schon vorzeitig gehen möchte. Wäre Letzteres der Fall gewesen, hätten wir die Akteure, die im Gegenzug zu uns wechseln, kontaktiert, ob sie nicht schon früher zu uns kommen würden. Im Fall Michael Panknin haben wir seine Position ja mit dem Zugang von Robin Spieler (TSV Rain, Anm. d. Red.) ersetzt. Daher war es für uns auch in Ordnung.

Dementsprechend steht also einem Engagement von Michael Panknin als Spielertrainer beim FC Ehekirchen ab der Saison 2021/2022 wie geplant nichts im Wege?

Bissinger: Davon gehe ich momentan definitiv aus. Natürlich werden wir uns nochmals zusammensetzen müssen, weil in einem Jahr – auch beruflich bedingt – immer sehr viel passieren kann. Aber zum jetzigen Zeitpunkt steht für mich fest, dass unser Trainer-Duo ab 2021 Michael Panknin/Simon Schröttle heißen wird.

Lassen Sie uns abschließend noch in die nahe Zukunft blicken. Was sagt Ihr Bauchgefühl: Wird die Saison 2019/2021 tatsächlich wie geplant Anfang September starten?

Hildmann: Ich gehe davon aus, dass wir spielen. In dem Moment, in dem Freundschaftsspiele freigegeben werden, macht es in meinen Augen keinen Sinn, danach wieder zurückzuziehen. Dann müsste schon etwas Schlimmes passieren, sprich: die Infizierten-Zahlen wieder deutlich nach oben gehen. Natürlich kann es mal passieren, dass regional die eine oder andere Partie coronabedingt ausfallen wird. Nachdem ein erneuter Lockdown ausgeschlossen ist, bin ich überzeugt, dass die Saison pünktlich beginnt.

Bissinger: Ich hoffe auch, dass der Punktspiel-Betrieb wie geplant startet. Sollte man dem Ganzen einen Riegel vorschieben, müsste man ja im Grunde alles wieder zuschließen. Ansonsten ist es den Menschen irgendwann nicht mehr vermittelbar. Ich denke ohnehin, dass die meisten Leute die Abstands- und Hygiene-Regeln mittlerweile derart verinnerlicht haben, dass es diesbezüglich auf den Fußballplätzen keine Probleme geben würde. Daher bin ich auch sehr zuversichtlich, dass wir das als Gesellschaft hinbekommen werden.

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