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Pferdesport

02.07.2020

Freude, aber auch etwas Wehmut beim PSV Neuburg

Zeigt sich erfreut, wie gut die Kinder, Jugendlichen und Eltern die Corona-Vorschriften in die Tat umsetzen: PSV-Trainerin Maria Schießl.
Bild: Manfred Dittenhofer

Seit dem 11. Mai wird auch beim PSV Neuburg unter Auflagen wieder fleißig trainiert. Im Interview verrät Trainerin Maria Schießl, wie die Mitglieder mit der neuen Situation umgehen und was die Absage des Breitensporttages am 27. Juni bedeutet

In kleinen Schritten kehrt man auch beim Pferdesportverein Neuburg in Richtung normalem (Trainings-)Alltag zurück. Seit 11. Mai findet auf der Reitanlage wieder der Reit- und Voltigier-Unterricht – freilich unter gewissen Auflagen - statt. Wir haben uns mit der erfahrenen Trainerin Maria Schießl unterhalten.

Frau Schießl, wie sind Sie mit Ihrer Familie bislang durch die Corona-Krise gekommen?

Schießl: Eigentlich ziemlich gut. Nachdem wir auf dem Dorf leben, ist es nicht ganz so schlimm, da man quasi nicht eingesperrt ist. Wir haben hier viele große Wiesen oder auch einen Sandkasten. Zudem kann man schön spazieren gehen. Diesbezüglich ging alles problemlos. Etwas schwierig war hingegen die Tatsache, dass für unsere zweijährige Tochter die Kinder-Betreuung weggebrochen ist. Da mussten wir mit Homeoffice, Job und Kind doch ziemlich jonglieren. Trotz allem war die Situation für die Familie jetzt gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Ohne diese Krise hätten wir mit Sicherheit nicht so viel gemeinsame Zeit mit unserer Tochter verbracht.

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Seit dem 11. Mai findet beim Pferdesportverein Neuburg unter strengen Hygiene-Vorschriften wieder der Trainingsbetrieb statt. Wie sind denn die jungen Sportler und Eltern mit dieser doch neuen Situation gerade zu Beginn umgegangen?

Schießl: Als es Mitte Mai wieder losging, mussten wir zunächst einmal feststellen, dass uns durch die lange Pause leider einige neue Mitglieder weggebrochen sind. Klar, die treuen Mitglieder standen sofort wieder auf der Matte und haben sich riesig gefreut, dass wir wieder loslegen können. Am Anfang gab es natürlich schon eine gewisse Verunsicherung und viele Fragen. Muss man beispielsweise beim Voltigieren eine Maske tragen? Aber das konnten wir alles relativ schnell klären. Wir haben hier sehr viel mit unseren WhatsApp-Gruppen gearbeitet beziehungsweise in unserer Reithalle ein Konzept erstellt, bei dem unter anderem die Abstandsregeln gewährleistet sind. Klar, einige Eltern vermissen es, dass sie momentan beim Training nicht zuschauen dürfen, weil es schlichtweg nicht erlaubt ist. Am Ende muss man sagen, dass alles sogar noch viel besser funktioniert hat, als wir es uns im Vorfeld vorgestellt hatten.

Können Sie uns beschreiben, wie der momentane Trainingsbetrieb aussieht? Unterscheidet sich dieser elementar von einem „normalen“ Training beziehungsweise wie aufwendig und schwierig ist es, diese ganzen Vorgaben entsprechend umzusetzen?

Schießl: Wenn man sich von außen unser Training ansieht, hat sich eigentlich nicht viel verändert. Was aktuell jedoch anders ist: Normalerweise legen wir viel Wert darauf, dass die Kinder für das Training ihr Pferd selbst herrichten, damit sie einfach den Bezug zum Tier haben und sich gemeinsam darum kümmern. Das können wir derzeit jedoch nicht machen. Dementsprechend kommen die Kinder etwas später und das Pferd wird vom Trainer fertiggemacht. Was das Aufwärmen beziehungsweise das Training auf dem Holzpferd oder dem Tier betrifft: Hier gibt es so gut wie keine Unterschiede. Eine kleine Ausnahme gibt es dann aber doch noch.

Welche wäre das?

Schießl: Wir dürfen den Kindern momentan nicht auf’s Pferd helfen. Dafür nehmen wir jetzt eine kleine Aufstiegshilfe in Form einer Treppe. Die größeren Voltigierer springen ja ohnehin im Galopp selbst auf das Pferd. Das Ganze hatte allerdings auch einen positiven Nebenaspekt. Für unsere kleinen Voltigierer, die es bislang noch nicht selbst auf das Pferd geschafft haben, war es eine tolle Motivation. Wenn man so will, dann hat gerade für die diese Krise wirklich etwas gebracht (lacht). Viele sind wesentlich selbstständiger geworden und können nun auch alleine gewisse Übungen machen.

Bild: Manfred Dittenhofer

Aufgrund der vorgegebenen Abstands-Regelungen dürften derzeit sicherlich auch die Übungen zu zweit oder in der Gruppe wegfallen...

Schießl: Ja, ganz genau! Das ist natürlich extrem schade, weil es ein wesentlicher Bestandteil des Voltigierens ist. Aus diesem Grund haben wir auch die Befürchtung, dass unser Wettkampf-Betrieb wohl noch eine ganze Weile ruhen wird. Ohne Kür wird niemals ein Turnier stattfinden. Und so lange wir nicht zusammen trainieren dürfen, wird es wohl auch keine Wettkämpfe geben.

Seit der Rückkehr ins Training sind mittlerweile knapp eineinhalb Monate vergangen. In diesem Zeitraum gab es vonseiten der Staatsregierung immer wieder moderate Lockerungen. Wie haben sich diese auf den Trainingsbetrieb ausgewirkt?

Schießl: Das stellt für uns definitiv gewisse Erleichterungen dar. Wir müssen zum Beispiel nicht mehr in Kleingruppen trainieren, sondern dürfen eine große Gruppe bilden. Für uns gab es ja nicht nur die Bestimmungen seitens des Sports, sondern auch vom Landesamt für Landwirtschaft für die Pensions-Pferdehaltung. Gerade zu Beginn immer auf dem aktuellsten Stand zu sein, war nicht ganz einfach. Aber die ganzen Lockerungen machen uns das Leben sicherlich einfacher.

Kann man denn schon abschätzen, welche finanziellen Auswirkungen diese Corona-Krise für den Pferdesportverein Neuburg haben wird?

Schießl: Die größten finanziellen Einbußen hatte bislang auf alle Fälle unser Reitstall-Betreiber. Unser Voltigier-Unterricht läuft ja über den Pensionspferdebetrieb, sprich die Reitschule. Dabei handelt es sich um einen Unternehmer, der mehrere Wochen keine Einnahmen hatte. Wir als Verein zahlen quasi nur den Turnier-Betrieb. Was uns betrifft: Aufgrund des bereits angesprochenen Mitglieder-Schwundes brechen uns auch Beiträge weg – obwohl es sich insgesamt doch noch in Grenzen hält.

Am 27. Juni stand eigentlich der traditionelle Breitensporttag des PSV Neuburg auf dem Terminkalender. Wie schmerzhaft ist es für den Verein, aber auch die Kinder und Jugendlichen, dass dieser aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste?

Schießl: Das hat uns allen natürlich schon sehr wehgetan. Auch wenn wir damit jetzt nicht wirklich viel Geld verdienen, ist es für unseren Verein immer eine tolle Werbung. Zudem werden bei dieser Veranstaltung immer neue Mitglieder rekrutiert. Für unsere bereits vorhandenen Mitglieder ist es – aus sportlicher Hinsicht – schlichtweg ein großer Tag, auf den man das ganze Jahr hinfiebert. Dass uns dieser heuer wegbricht, ist schon megaschade.

Sollte jetzt jemand Lust auf den Pferdesport bekommen: Besteht denn beim PSV Neuburg derzeit überhaupt die Möglichkeit, sich das Ganze anzuschauen oder ist ein mögliches Probe-Training an weitere Lockerungen geknüpft?

Schießl: Für Interessierte können wir definitiv ein Probe-Training anbieten. Gerade durch Corona haben wir ohnehin etwas kleinere Gruppen und eine höhere Trainer-Dichte. Dadurch können wir sehr gut auf einzelne Interessierte, die zuvor freilich einen Termin vereinbaren müssen, eingehen.Diese können dann völlig problemlos ein Schnupper-Training bei uns absolvieren.

Weitere Informationen im Internet: Alle Infos rund um den Pferdesportverein Neuburg sowie Kontaktmöglichkeiten gibt es unter www.psv-neuburg.de.

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