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Fußball
13.09.2021

„Es gibt viele gute Gründe, Schiedsrichter zu werden“

Dringend gesucht: Die Gruppe Neuburg hofft, dass künftig mehr Schiedsrichter zur Verfügung stehen.

Lehrwart Patrick Krettek klagt über einen Engpass an Unparteiischen in der Gruppe Neuburg und spricht über die Vorteile der Tätigkeit. Der nächste Lehrgang findet ab Freitag, 17. September, in Rohrenfels statt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben viele Vereine zu spüren bekommen. Ähnlich ergeht es der Schiedsrichtergruppe Neuburg, die auf weniger Unparteiische zurückgreifen kann als noch vor der Pandemie. Zuwachs ist dringend nötig, weshalb Patrick Krettek auf eine rege Teilnahme beim nächsten Schiedsrichterlehrgang hofft. Der findet von Freitag, 17. September bis Sonntag, 19. September, im Sportheim des SC Rohrenfels statt. Die Neuburger Rundschau hat sich mit dem Lehrwart, der mit seinem Team für die Aus- und Weiterbildung zuständig ist, unterhalten.

Patrick Krettek, welche Auswirkungen hat die lange Pause durch die Corona-Pandemie für die Schiedsrichtergruppe Neuburg?

Patrick Krettek: Bei uns ist es leider ähnlich wie bei vielen Vereinen auch. Einige Leute schätzen, ein freies Wochenende zu haben. Gerade ältere Schiedsrichter haben durch die lange Pause gesagt, künftig nicht mehr aktiv zu pfeifen.

Können Sie Zahlen nennen?

Krettek: 71 Schiedsrichter haben aufgehört. Dazu kommen fünf weitere, die aktuell nicht pfeifen wollen. Also fehlen uns 76.

Klappt es dennoch mit der Besetzung der Spiele?

Krettek: Es ist sehr, sehr schwierig geworden, auch in höheren Ligen. Schiedsrichter, die früher Kreisklasse, A- oder B-Klasse gepfiffen haben, werden als Assistenten benötigt. Der Verband sieht darin die Priorität, weshalb die Schiedsrichter in unteren Klassen nicht mehr zur Verfügung stehen. Und wir in unserer Gruppe haben einige, die höher zum Einsatz kommen.

Was macht Ihnen Hoffnung, dass es wieder aufwärts geht?

Krettek: Das ist tatsächlich schwierig zu sagen. Wir hoffen, dass viele Leute zum Fußball zurückfinden, da geht es uns nicht anders als den Vereinen. Es wäre schön, wenn einige merken, dass es ohne Fußball doch nicht geht und wieder zur Pfeife greifen.

Am Freitag, 17. September, beginnt der nächste Lehrgang. Können Sie schildern, wie dieser abläuft?

Krettek: Es geht am Freitag um 19 Uhr im Sportheim in Rohrenfels los. Dann werden einzelne Regeln durchgegangen. Am Samstag werden Theorie und Praxis vertieft. Wir wollen dabei so praxisnah wie möglich vorgehen. Am Sonntagvormittag findet eine kleine Wiederholung statt. Danach folgen die theoretische Prüfung und ein 1000-Meter-Lauf, der in einer überschaubaren Zeit zu laufen ist. Jeder kann also innerhalb von drei Tagen in sehr kompakter Form Schiedsrichter werden. Sogar aktive Spieler, die am Sonntag noch ein Spiel machen, können problemlos mitmachen.

Wie viele Teilnehmer haben sich bisher gemeldet?

Krettek: Bis dato acht Personen.

Das klingt wenig..

Krettek: Das klingt wenig und ist es auch. Bei unserem letzten Lehrgang im März 2020 waren es zehn Teilnehmer. In der Zwischenzeit haben wie bereits erwähnt viele aufgehört, weshalb ein Engpass entstanden ist.

Haben Sie Hoffnung, dass es noch mehr Teilnehmer werden?

Krettek: Ja, das hoffe ich. Entweder man meldet sich im Vorfeld bei mir unter patrick.krettek@gmx.de an. Oder man kommt am Freitagabend nach Rohrenfels und sagt, hier bin ich. Wir werden definitiv keinen rauswerfen.

Warum sollte man Schiedsrichter werden?

Krettek: Da gibt es mehrere Gründe. Sehr interessant ist, dass jeder mit Schiedsrichterausweis freien Zugang zu Fußballspielen im gesamten DFB hat. Man kann sich ein Bundesliga- oder Champions-League-Spiel in München anschauen oder nach Nürnberg oder Ingolstadt fahren. Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die persönliche Weiterentwicklung. Ich habe mit 13 angefangen und bin seit 15 Jahren Schiedsrichter. Es hat sowohl in der Schule als auch später im Beruf und privaten Bereich geholfen. Es macht sich auch gut in jedem Lebenslauf, wenn Verantwortung übernommen wird. Wir bieten Schulungen in Sachen Persönlichkeitsentwicklung an. Außerdem stellen gewöhnlich die Vereine die Ausrüstung zur Verfügung, es entstehen keine Kosten. Und ein weiterer Punkt spielt auch noch eine Rolle.

Welcher?

Krettek: Die Gemeinschaft in unserer Gruppe ist der Wahnsinn. Wir machen Ausflüge zu Bundesligaspielen, waren in Freiburg, Stuttgart oder auf Schalke. Wir organisieren selbst Veranstaltungen, machen Grillfeste oder einen Stammtisch nach den Spielen am Sonntag. Auch wenn es plump klingen mag, findet man Freunde fürs Leben.

Anmeldung

Der Lehrgang findet von Freitag, 17. September (19 Uhr) bis Sonntag, 19. September, statt. Anmeldungen sind an patrick.krettek@gmx.de zu richten. Kurzentschlossene können am ersten Tag auch ohne vorherige Meldung mitmachen.

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