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Fußball
16.07.2021

Fußball-Spielgruppentagung: Die Hoffnung auf eine „normale“ Saison

Ehrung für die Meister 2019/2021: (Von links) Spielgruppenleiter Günther Behr, Daniel Paula (FC Staudheim 2), Hubert Schneider (SC Rohrenfels) und Daniel Schimak (SV Bertoldsheim).
Foto: Dirk Sing

Spielgruppentagung der Kreisklasse, A- und B-Klasse Neuburg in Brunnen. Personelle Problemen bei der Schiedsrichtergruppe

Die mittlerweile schon traditionellen Spielgruppentagungen sind ein sehr guter Indikator dafür, dass die neue Fußball-Saison unmittelbar vor der Tür steht. Am Donnerstagabend trafen sich die Vereinsvertreter der Kreisklasse, A-Klasse und B-Klasse Neuburg in Brunnen, um wichtige Informationen, aber auch Wünsche von „ihrem“ Spielgruppenleiter Günther Behr zu erhalten beziehungsweise entgegenzunehmen. Ebenfalls anwesend waren Kreisspielleiter Reinhold Mießl, der designierte Kreisvorsitzende Thomas Künzel, Peter Winter vom Kreissportgericht Augsburg sowie der Obmann der Schiedsrichtergruppe Neuburg, Jürgen Roth.

Die Neuburger Rundschau fasst die wichtigsten Punkte der Versammlung zusammen.

Rückblick auf die Saison 2019/2021: In erster Linie ging Behr bei seinem Rückblick nochmals auf die Anwendung des Paragraphen 93 der Spielordnung ein. Zur Erinnerung: Darin wurde festgelegt, dass die Saison im Falle eines Abbruchs – hier aufgrund der Corona-Pandemie – mit Auf- und Absteigern, jedoch ohne Relegationsspiele nach der Quotientenregelung gewertet wird. „Als dieser im August 2020 verankert wurde, ist wohl nahezu jeder davon ausgegangen, dass wir die 2019 angefangene Spielzeit rechtzeitig beenden könnten. Als es dann aber doch zum Abbruch gekommen ist, war der Aufschrei bei einigen Vereinen plötzlich groß“, berichtete Günther Behr. Gerade für die Teams, die es letztlich mit dem Abstieg getroffen habe – in erster Linie nannte Behr den Kreisklassen-Absteiger SV Grasheim –, sei es „natürlich extrem bitter gewesen. Nachdem es seinerzeit gegen die Einführung des Paragraphen 93 jedoch keinen Einspruch gab, war die Sachlage eben klar“. Gleichzeitig wies der Spielgruppenleiter ausdrücklich darauf hin, dass bei einer ähnlichen Konstellation wie in der abgelaufenen Saison – sprich ein vorzeitiger Abbruch – erneut der Paragraph 93 zum Tragen kommen würde. „Meine große Hoffnung ist, dass wir in dieser Spielzeit davon verschont bleiben und sie wie gewohnt sportlich zu Ende bringen können“, so Behr.

Ehrung der Meister 2019/2021: Für ihre Meistertitel in der vergangenen Saison wurden der SC Rohrenfels (A-Klasse Neuburg), SV Bertoldsheim (B-Klasse Neuburg) und FC Staudheim 2 (A-Klasse Neuburg Reserven) mit einer Urkunde und einem Spielball geehrt. Der Titelträger der Kreisklasse Neuburg, FC Rennertshofen, wurde bereits bei der Spielgruppentagung der Kreisligen ausgezeichnet.

Sportgericht: Wie Peter Winter vom Kreissportgericht Augsburg berichtete, habe es in der verkürzten Spielzeit 2019/2021 lediglich 40 Fälle gegeben, von denen die meisten einen passrechtlichen Hintergrund hatten. Hinsichtlich der neuen Saison 2021/2022 gebe es laut Winter eine gravierende Änderung. „Rückwirkend zum 1. Juli 2021 werden wieder die Spieltagessperren eingeführt, womit die bisherigen Wochensperren wegfallen“, erklärt der Kreissportrichter. Die Höchststrafe in Sachen Spieltagessperre betrage acht Partien. „Alles, was darüber hinausgeht, wird dann zeitlich veranschlagt“, so Winter weiter. Ebenfalls wichtig: Eine Rote Karte muss der betroffene Spieler in jenem Wettbewerb absitzen, in dem er sie bekommen hat. „So lange jedoch noch kein Urteil feststeht, ist der Spieler zunächst wettbewerbsübergreifend gesperrt“, sagte Winter.

Darüber hinaus betonte der Augsburger, dass der Spielrechtsnachweis „ausnahmslos im Zuständigkeitsbereich der Vereine“ (egal ob Test- oder Punktspiel) läge. „Ein Schiedsrichter wird das Ganze nur kontrollieren. Es ist definitiv nicht seine Aufgabe, den Klubs als Auskunft zu dienen oder sie auf einen Fehler aufmerksam zu machen.“ Aus diesem Grund könne sich ein Verein bei einem Verstoß auch nicht auf den Unparteiischen berufen.

Führte durch die Versammlung: Spielgruppenleiter Günther Behr.
Foto: Dirk Sing

Schiedsrichterwesen: Nicht nur zahlreiche Vereine haben sowohl im Senioren- als auch Nachwuchs-Bereich mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Auch bei der Schiedsrichtergruppe Neuburg gab es in den vergangenen rund 18 Monaten einen gewaltigen Aderlass. Standen im Jahr 2019 noch 235 Unparteiische auf der Liste, so hat Obmann Jürgen Roth aktuell nur noch 168 Referees unter seinen Fittichen. Doch damit nicht genug. „Nachdem rund die Hälfte davon aus verschiedenen Gründen nicht mehr pfeift, bleiben 80 Schiedsrichter übrig, mit denen ich an einem Wochenende inklusive Jugend 110 Begegnungen besetzen soll“, so Roth. Was im Umkehrschluss heißt: „Einige davon müssen sogar zwei oder drei Partien innerhalb von wenigen Tagen pfeifen, damit wir irgendwie über die Runden kommen.“

Ob in der kommenden Saison sämtliche Spiele bis hinunter zur A-Klasse Reserve mit Unparteiischen bestückt werden können beziehungsweise welche Spielklassen sich selbst um einen Regelhüter kümmern müssen, konnte Roth am Donnerstagabend freilich noch nicht sagen. „Letztlich hängt es auch von der Prioritätenliste des Verbandes ab. Sobald uns diese vorliegt, können wir genauer planen.“

Termine der Schiedsrichtergruppe Neuburg: Neben dem Neulingslehrgang vom 17. bis 19. September in Rohrenfels (Roth: „Ich kann nur alle Vereine bitten, kräftig Werbung zu machen.“) verwies Roth auf den Kameradschaftsabend am 13. November, bei dem die Schiedsrichtergruppe Neuburg zugleich ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Zudem soll am 15./16. Januar das 41. Schiedsrichter-Hallenturnier über die Bühne gehen – immer vorausgesetzt, die Corona-Lage lässt diese Veranstaltungen zu.

Regeländerungen: Schiedsrichter-Obmann Jürgen Roth wies die anwesenden Vereinsvertreter auf folgende drei Veränderungen hin:

Handspiel: „Alles, was diesbezüglich unterhalb der Achselhöhle passiert, ist ein Handspiel. Hierbei hat der Schiedsrichter nun allerdings einen größeren Ermessungsspielraum, ob es sich dabei tatsächlich um Absicht handelt oder nicht. Sprich: Nicht jedes Handspiel ist automatisch ein Vergehen. Sollte der Ball jedoch – wie auch immer – mit der Hand ins Tor befördert werden, liegt ein strafbares Handspiel vor und der Treffer zählt nicht.“

Abstoß: „Hier wurde immer wieder versucht, dem Torwart mit einem Trick den Ball vom Abstoß aus in die Hand zu spielen. Bislang wurde der Abstoß lediglich wiederholt. Ab der kommenden Saison wird der Spieler, von dem diese Aktion ausgeht, auch noch mit der Gelben Karte verwarnt.“

Ein-/Auswechslungen: „Die Anzahl der Einwechselspieler wird von drei auf fünf erhöht, wobei es keine sogenannten Wechselfenster gibt. Das Rückwechseln bleibt davon unberührt und demnach bis zur Kreisliga bestehen.“

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