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Reportage

05.05.2019

Gegen den inneren Schweinehund

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3 Bilder
Daumen hoch für Anton Lautner: Auch Oberbürgermeister Christian Lösel und Bürgermeister Sepp Misslbeck kommen vor dem Startschuss zum Fototermin mit dem städtischen Lauftreff.
Bild: Lautner

Der 58-jährige Neuburger Anton Lautner berichtet aus der Sicht eines Teilnehmers über den Ingolstädter Halbmarathon. Vom Wunsch nach einem Windschutz und einer besonderen Erfrischung. Seine Eindrücke

Der Halbmarathon in der Schanz ist mein wichtigstes Rennen. Warum? Viele Freunde auf der Strecke als Teilnehmer, Bekannte am Rand als Zuschauer und Motivatoren, Kollegen von der Stadtverwaltung, ein abwechslungsreicher Kurs durch die Stadt an der Donau und das Ziel im Klenzepark. Und schließlich bin ich von den 19 Ausgaben bis auf eine bei allen mitgerannt. Mir wird bestimmt nicht langweilig.

Ohne Probleme finde ich einen Parkplatz in der Nähe der Saturn Arena, ebenso flüssig schaut’s bei der Startnummernausgabe aus. Die Kleidung kann in den erhaltenen Plastiktaschen abgegeben werden und wird auch bis zur Ausgabe bewacht.

Fototermin vor dem Start

45 Minuten vor dem Start gehe ich in Richtung des Startgeländes auf der Adenauerbrücke, schon in Rennkleidung. Um 17 Uhr steht ein Termin an: Oberbürgermeister Christian Lösel und Bürgermeister Sepp Misslbeck kommen zum Fototermin mit dem städtischen Lauftreff, den ich leite. Die laufenden Vereinskollegen des TSV Neuburg habe ich wie immer auch dazu eingeladen. Leider verspäten sich die beiden Politiker, die zum Termin bestellten Läufer scharren schon mit den Füßen. Sie wollen sich einlaufen. Kalt ist es mit nur fünf Grad und besonders zugig sind die Verhältnisse auf der Donaubrücke. Handschuhe wären recht.

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Die wenigen Minuten bis zum Start um 17.30 Uhr vergehen rasend schnell. Begrüßungsworte des OB und des Moderatorenteams Roland Balzer und Peter Maisenbacher folgen, bis dann von vorne die letzten zehn Sekunden herunter gezählt werden und wir auf die Strecke gelassen werden. Gut 2500 Einzelläufer und viele Staffeln sind jetzt froh, ihre Leistung zu bringen. Mehr noch: Endlich geht es los, die Kälte knabbert schon am Körper.

Ich habe mich relativ weit vorne einsortiert. Wer für seine Leistung unterstützt werden will, für den werden mehrere Zeiten (1.30; 1.45 oder zwei Stunden) durch Pacer bedient. Da braucht man sich nur dranzuhängen.

Weitere Neuburger Läufer sind mit dabei

Zu Beginn an geht es in die Altstadt. Durch die Donaustraße erreichen wir den Rathausplatz, wo ich das Alte Rathaus sehe, das in seinem Kern aus dem 14. Jahrhundert stammt. Mit Schwung erreiche ich dann die Harderstraße, da geht es leicht bergan. Die erste Wende an der Nördlichen Ringstraße erreiche ich nach fünf Minuten. Auf der anderen Seite kommt die Spitze schon entgegen. Einige haben sich von den Verfolgern schon deutlich abgesetzt.

Den zweiten Kilometer haben wir auf der Schanz bereits hinter uns, hier erfolgt die zweite Wende. Da kann man gut beobachten und seine Leistung ein wenig einschätzen. Die Neuburger Filippo Aceto, Arne Zühl und Stefan Heckl sind mir bereits voraus, sie sind auch stärker. Ich wäre ja schon zufrieden, wenn ich meine diesjährige Zeit beim Halbmarathon in Palma de Mallorca mit 1.41 Stunden unterbieten könnte.

Die Massen setzen sich in Bewegung: 2500 Einzelläufer und viele Staffeln nahmen am Ingolstädter Halbmarathon teil.
Bild: Jürgen Meyer

Es geht die gleiche Strecke nun zum Start zurück. An der Südrampe der Adenauerbrücke biegen wir links in den Klenzepark ab. Die folgenden Kilometer führen uns nach Osten, immer an der Donau entlang, teilweise auf dem Damm bis zur Autobahnbrücke, wo wir erneut wenden. Zuvor können wir verpflegen. Die aufmerksamen Helfer reichen Wasser, Isogetränke und Bananen. Vorteil des kühlen Wetters, du brauchst fast keine Getränke und bist eher schneller unterwegs als bei Hitze wie im vergangenen Jahr. Im Klenzepark dreht unsere Strecke in Richtung des Fußgängersteges, wir überqueren den Donaustrom. Die Brücke schwingt unter der Belastung des Läufergetrappels durch, es ist fast unangenehm. Über die Schlosslände (Kilometer neun) erreichen wir den Kürnettegraben. Der ist hügelig, außerdem kann der Straßenbelag noch rutschig sein aufgrund des Regens am Mittag. Auf Höhe des ehemaligen Hallenbades Mitte überqueren wir den Graben und erreichen dann mit vielen Kurven die Fronte 79 und das Freibad. Hier wechseln die Duostaffeln, gut zehn Kilometer liegen hinter uns. Den Scherbelberg hoch und über die Friedhofstraße geht es erneut in den Kürnettegraben (wieder mit einigen Wellen), wo wir dann auf den Fußgängersteg über der Westlichen Ringstraße einbiegen. Wir verlassen nun die Stadt auf dem Hochwasserdamm, es geht ins Grüne. Leider verheißt das nichts Gutes, denn der Wind ist eklig kalt, mal kommt er von der Seite, mal von vorne. Da würde ich mir einen Triathleten mit einem breiten Kreuz als Windschutz wünschen. Doch mitnichten, das Feld hat sich auseinandergezogen.

Kilometer 13: Es wird zunehmend schwierig

Kilometer 13, im Naherholungsgebiet am Baggersee schützen uns die Bäume vor dem Wind. Es wird eine Zwischenzeit genommen. Damit kann keiner abkürzen. Die Halbmarathonstrecke ist bestenlistenfähig, muss daher vermessen werden und am Baggersee wartet eine Extraschleife in Richtung der Fohlenweide, einer Gastwirtschaft mit Biergarten und Sonnenterrasse. Dahinein hat sich heute bei dem „greislichen“ Wetter keiner verirrt. Wir laufen über die Donau zum vierten Mal an der Staustufe und treffen danach auf den Baggerweg. Mein leichtfüßiger Schritt ist mir abhandengekommen, es wird zunehmend schwierig. Gut, dass sich das Kilometerschild 15 schon hinter mir befindet.


Neuburger Teamkollegen: Filippo Aceto (links) nahm wie Anton Lautner am Rennen teil.
Bild: Lautner


Die folgende Tränke lasse ich aus, denn nach der Wende an der DJK-Tennisanlage, schon fast am Luitpoldpark, wartet der Kollege Stefan Dirsch aus dem Jugendamt. Er hat sich mit trommelnder Familie angekündigt und will mich unterstützen, so wie es ein Bayer am liebsten hat mit einer Erfrischung der besonderen Art: Ein Freibier aus der Flasche bei Kilometer 18 wird doch erlaubt sein.

Ein kurzes Wegstück führt uns in den Park und dann erreichen wir bei Kilometer 19,5 erneut die Adenauerbrücke. Dort drehen wir eine Schleife bis hin zum Springbrunnen am Rathausplatz. Eine Sambaband macht uns schnelle Beine, zumindest ein paar Meter, dann müssen wir nochmals die Brückenrampe hoch und über den Strom. Am Startplatz hat mittlerweile Kultmoderator Hans Fischer übernommen und spricht viele Läufer an.

Anton Lautner erreicht sein Ziel

Letzter Kilometer, wir rennen in den Klenzepark hinein und an der Donaubühne vorbei, das Zuschauerinteresse nimmt wieder zu. Viele Staffeln warten hier auf ihren letzten Läufer, um mit dem und auch mit uns den Zieleinlauf zu zelebrieren. Die letzten 500 Meter, ich laufe durch die Infanteriemauer und auf die Zielgerade.

Beißen heißt es jetzt, denn am Ende des Zielkanals sehe ich die Uhr, die gerade auf 1.39 springt. Mit lang gezogenen Schritten kommt nur zögernd das Zieltransparent näher, doch es reicht. Ich bleibe unter 1.40 Stunden und damit habe ich meine Zeit aus Palma um zwei Minuten verbessert. Ich bin hochzufrieden.

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