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Schießen

27.01.2019

Grandioser Leistung fehlt die Krönung

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3 Bilder
Konnten nach dem Wettkampf zurecht stolz sein: (Von links) Bürgermeister Tobias Gensberger, Marc Zellinger, Nicole Ertl, Dominik Bergmann, Andrea Nieberle, Juliane Gersler, Trainer Jürgen Breit, Katharina Hörmann und 1. Schützenmeisterin Ann-Kathrin Mayer.
Bild: Dirk Sing

Schießen Beim Bundesliga-Aufstiegskampf in Ruit präsentieren sich die Schützen von Eichenlaub Unterstall nervenstark. Am Ende fehlen zu Rang zwei nur zwölf Ringe.

Während seine Schützen von Eichenlaub Unterstall am Sonntagvormittag in der Sportschule Ruit (Ostfilden) den ersten von zwei Durchgängen beim Bundesliga-Aufstiegskampf absolvierten, wirkte Jürgen Breit – zumindest nach außen hin – fast schon gelöst und entspannt. Der Trainer und sportliche Leiter machte sich auf seinem Stuhl zwar „notgedrungen“ (dazu später mehr) Notizen über die aktuellen Schieß-Ergebnisse seines Quintetts Dominik Bergmann, Marc Zellinger, Nicole Ertl, Andrea Nieberle und Katharina Hörmann, um nicht den Überblick zu verlieren. Doch selbst für den einen oder anderen „Small Talk“ mit den mitgereisten Eichenlaub-Fans war Breit immer wieder zu haben.

Ein Umstand, der sich rund zweieinhalb Stunden später beim zweiten Durchgang freilich etwas ändern sollte. Hätte der Unterstaller Verantwortliche in dieser Phase „Meter-Geld“ bekommen, wäre er zweifelsohne als reicher Mann nach Hause gefahren. Aufgrund der Tatsache, dass bei diesem Aufstiegskampf in der Halle der Sportschule Ruit die beiden großen Leinwände, auf denen eigentlich die aktuellen Schieß-Ergebnisse aller Schützen hätten auftauchen müssen (das schreibt zumindest das Regelwerk vor), zur Verwunderung und auch Verärgerung der Trainer und Zuschauer nicht funktionierten, musste Breit improvisieren. So pendelte er regelmäßig zwischen den Schießständen, um sich über die Zwischenstände des zu diesem Zeitpunkt großen Konkurrenten um Platz zwei, SV Hubertus Kastl, zu informieren.

„Natürlich haben alle vier Teams mit diesen Gegebenheiten zu kämpfen. Doch das ist eines Bundesliga-Aufstiegskampfes absolut nicht würdig“, schimpfte Breit – und erhielt dabei auch von Schießleiter Walter Johnen volle Zustimmung! „Wir sind wirklich sehr sauer darüber und können uns bei allen Teilnehmern, Verantwortlichen und Besuchern nur dafür entschuldigen, dass die beiden Leinwände nicht benutzbar sind. Das ist in etwa so, als wenn man uns einen Ferrari ohne Benzin hingestellt hätte“, erklärt Johnen und fügt hinzu: „Im Grunde wird damit sogar gegen die Liga-Ordnung verstoßen. Das ist mehr als ärgerlich.“

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Anstatt das Geschehen auf der Leinwand quasi Schuss für Schuss zu verfolgen, mussten Athleten und Zuschauer – darunter auch die rund 20 Eichenlaub-Anhänger – bei jedem Durchgang warten, bis der letzte der 20 Schützen seinen finalen Schuss abgegeben und die Wettkampfleitung anschließend die Resultate zusammengefasst und addiert hatte. „Gerade den Zuschauern wurde damit sowohl der nötige Überblick als auch die Spannung, die ja ein solcher Schieß-Wettkampf bietet, größtenteils genommen“, bedauerte Breit. Seine Athleten ließen sich dabei allerdings nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil. Bereits im ersten Durchgang zeigten sie sich überaus nervenstark und lieferten mit 1953 Ringen ein erstklassiges Gesamt-Ergebnis. Hinter dem haushohen Favoriten SSV Kronau (1973), bei dem der US-Amerikaner Dempster Christenson unglaubliche 399 Ringe schoss, und dem diesjährigen Liga-Konkurrenten SV Hubertus Kastl (1963) landete das Eichenlaub-Quintett mit lediglich zehn Ringen Rückstand auf Rang drei. Kurzum: Nach den ersten 40 (beziehungsweise 200) Schuss war der Bundesliga-Aufstieg immer noch in Reichweite.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs, bei dem auf Unterstaller Seite Juliane Gersler ihre Teamkollegin Andrea Nieberle ersetzte, schnellte dann der Puls (und auch die Lauf-Intensität) des bis dahin relaxt wirkenden Breit sprunghaft nach oben – was in erster Linie daran lag, dass der Kontrahent aus Kastl scheinbar Nervenflattern bekam. „Als ich bemerkt habe, dass unser Gegner in dieser Phase etwas schwächelt und unser Rückstand schmilzt, bin ich schon ein bisschen nervös geworden“, verriet Breit. Doch im weiteren Verlauf des Wettkampfes fing sich der Meister der 2. Bundesliga Süd wieder, steigerte sich sukzessive und brachte – neben Kronau – den Bundesliga-Aufstieg unter Dach und Fach.

„Kastl hat im ersten Durchgang etwas über seinen Verhältnissen geschossen. Das hat dann letztlich auch den Ausschlag gegeben“, resümierte Breit, der von einer etwaigen Enttäuschung angesichts des knapp verpassten Sprungs in die deutsche Elite-Liga dennoch weit entfernt war. „Insgesamt betrachtet haben unsere Schützen wirklich einen ausgezeichneten Wettkampf abgeliefert. Sie brauchen sich absolut nichts vorwerfen.“ Mit 1953 (erster Durchgang) und 1952 (zweiter Durchgang) Ringen kamen die Unterstaller am Ende auf einen Einzel-Durchschnitt von 390,5 Ringen – ein erstklassiges Ergebnis!

„Der dritte Platz in einem solchen Aufstiegskampf ist sicherlich gut und auch ein Erfolg. Aber wenn man die Möglichkeit hat, in die 1. Bundesliga aufzusteigen, dann möchte man diese natürlich auch wahrnehmen“, meinte Eichenlaub-„Eigengewächs“ Katharina Hörmann, die – obwohl sie „eigentlich recht cool“ diesen Wettkampf absolvierte – mit ihren 387 und 388 Ringen „schon ein bisschen enttäuscht“ war. Doch bereits kurze Zeit später konnte die 20-Jährige schon wieder lächeln. Und das aus einem ganz besonderen Grund: „Ich liebe unsere Mannschaft einfach. Wir haben eine derart tolle Stimmung im Team, dass so etwas schnell vergessen ist.“ Erst recht, wenn die Eichenlaub-Schützen dann im nächsten Jahr den diesmal knapp verpassten Bundesliga-Aufstieg tatsächlich feiern können.

AUFSTIEGSKAMPF IM ÜBERBLICK

Endstand:

1. SSV Kronau 3939 Ringe (Erster Durchgang: 1973/Zweiter Durchgang: 1966)

2. SV Hubertus Kastl 3917 Ringe (1963/1954)

3. Eichenlaub Unterstall 3905 Ringe (1953/1952)

4. SV Fenken 3893 Ringe (1933/1960)

Ergebnisse Unterstall:

Dominik Bergmann 397/393

Marc Zellinger 391/391

Nicole Ertl 394/391

Andrea Nieberle 384/–

Juliane Gersler –/389

Katharina Hörmann 387/388

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