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Volleyball

26.06.2020

Inge und Heinz Kirschner: Die Generationen-Trainer

Heinz und Inge Kirschner aus Bruck sind von der Neuburger Volleyballabteilung nicht wegzudenken. Ihre Aufgaben reichten von Spieler bis Abteilungsleiterin, heute trainieren sie vor allem die Mädchen- und Damenmannschaften.
Bild: Andreas Dengler

Plus Das Ehepaar Inge und Heinz Kirschner ist seit fast 40 Jahren in der Volleyballabteilung des TSV Neuburg aktiv. Was es bis heute an dem Mannschaftssport reizt und warum es um mehr als Erfolg geht.

Es ist ein fester Termin für alle Neuburger Schüler: die alljährliche Stadtschulmeisterschaft der Volleyball-Abteilung des Turn- und Sportvereins Neuburg. Kurz nach dem Saisonende im März treten über 40 Mannschaften von allen Schulen in der Neuburger Mehrfachhalle gegeneinander an. In diesem Jahr lag wieder ein Anmelderekord vor. 43 Mannschaften wollten an dem Turnier teilnehmen. Dann kam die Corona-Krise und die 26. Volleyball-Stadtschulmeisterschaft musste aus Sicherheitsgründen ausfallen. „Wir holen sie im kommenden Jahr nach“, sagt Inge Kirschner zuversichtlich.

Die 66-Jährige ist die Organisatorin des Turniers. „Die Meisterschaft ist mein Baby. Ich habe mir das damals von den Basketballern abgeschaut.“ Schon längst organisieren die Neuburger Basketballer keine Schulmeisterschaft mehr, der Volleyball-Ableger ist hingegen noch immer der Renner unter den Schülern. Aber Inge Kirschner ist mehr als nur der Kopf der Stadtschulmeisterschaft. Sie ist seit Jahrzehnten das Herz und die Seele der Volleyballabteilung.

Der "Fels in der Brandung" innerhalb der Abteilung

Das Ehepaar Inge und Heinz Kirschner ist für die Volleyballer „der Fels in der Brandung“. Zumindest bezeichnete es so erst kürzlich Abteilungsleiter Christoph Reiter in einem Interview mit unserer Zeitung. Und Reiter scheint recht zu behalten. Fallen die Worte Neuburg und Volleyball, dann dauert es nicht lange, bis die Namen Inge und Heinz Kirschner erwähnt werden.

Inge und Heinz Kirschner: Die Generationen-Trainer

Momentan trainiert Heinz Kirschner die U18-Mädchen- sowie die erste Damenmannschaft. Seine Frau Inge hat das Training der U12- und U13-Mannschaften übernommen. Seit 1989 verschreibt sie sich der Jugendarbeit im Verein. „Ich war nie eine gute Volleyballspielerin“, sagt sie. Aber es scheint, dass sie eine umso bessere Trainerin ist. Die Beteiligung an ihren Übungsstunden liege bei 87 Prozent, erwähnt sie am Rande. Inzwischen kommen bereits Kinder von ehemaligen Volleyballkindern zu ihr ins Training.

Über die Bundeswehr zum Volleyball

Angefangen hat alles in den frühen 80ern, also vor gut 40 Jahren. Heinz Kirschner kam über die Bundeswehr, seinem damaligen Arbeitgeber, zum Neuburger Volleyball. Der 65-Jährige hatte in seiner Jugend Handball gespielt, nach einer Knieverletzung wechselte er zur Neuburger Volleyballmannschaft. „Es hat mir in der Gruppe so gut gefallen, dass ich hängen geblieben bin“, fasst der Rentner seine Anfänge im Verein zusammen. Und das neue Hobby brachte die ganze Familie zum Volleyball. „Er hat damals gespielt und ich war mit vier Kindern daheim. Dann habe ich gesagt: Entweder du hörst auf oder ich fang’ auch an“, erinnert sich Ehefrau Inge zurück und beginnt zu lachen.

Nach 40 Jahren in Neuburg ist die fränkische Einfärbung noch immer zu hören, wenn Inge Kirschner spricht. Wenn sie von dem Training mit den Jugendlichen berichtet und worauf es ihr dabei besonders ankommt, wird ihre Begeisterung für den Mannschaftssport deutlich. Das Miteinander und die Bewegung sind ihre Hauptanliegen. „Der Breitensport ist meins“, sagt die erfahrene Sportlerin. Selektion oder enormer Leistungsdruck gehören nicht zu ihrem Trainingsprogramm. „Die Gemeinschaft und das Gefühl, mit dem Körper etwas zu machen, das müssen Sportvereine leisten“, erklärt sie ihre Überzeugungen. Ihr Mann stimmt nickend zu.

Inge Kirschner will den Kindern "ein Menschenbild anbieten"

„Weil ich dreizehn Sonntage von Oktober bis März in der Halle steh’, kann ich das nicht von anderen erwarten“, sagt die studierte Sportlehrerin. Mit ihren Worten schwingt eine Gelassenheit mit, die wohl erst nach über 30 Trainerjahren erreicht wird. Früher, zu Beginn ihrer Trainerzeit im Jahr 1989, sei sie noch ein Missionar gewesen, aber inzwischen sei sie entspannter. Sie verfolgt ihren eigenen Ansatz für die Jugendarbeit: „Ich will den Kindern ein Menschenbild anbieten.“ Ihr Mann bestätigt das und ergänzt: „Man bekommt als Trainer viel Positives zurück. Außerdem bin ich dann nicht nur unter alten Leuten.“

Neben der Betreuung der U12- und U13-Mannschaften erledigt Inge Kirschner für die U14-Truppe die bürokratischen Aufgaben im Hintergrund. „Sie ist ein Zahlen-Jongleur“, sagt ihr Ehemann. Seit Jahren arbeitet sie die Spielpläne für den TSV Neuburg aus. Inzwischen übernimmt Inge Kirschner auch die Planung auf Kreisebene. Im Jahr 2010 hat sie nach 21 Jahren die Leitung der Volleyballabteilung abgegeben. Heute ist sie zusätzlich zu ihrem Trainerjob als Kreiswärtin engagiert. Ihr Mann als EDV-Spezialist ist für die Technik und die Ausstattung in der Volleyballabteilung zuständig. Wie viele Stunden die beiden in der Woche für den Verein aufbringen, lässt sich nur schwer schätzen. „Acht Stunden Training und dann noch Spiele“, überschlägt Heinz Kirschner. Seine Frau komme noch auf deutlich mehr Stunden, sagt er. Sie winkt aber nur bescheiden ab.

Volleyball schweißte die Familie Kirschner zusammen

Beide sind Wahl-Neuburger. Volleyball schweißte die junge Familie damals zusammen. Alle vier Kinder taten es ihren Eltern gleich. Sie spielten Volleyball und machten den Schiedsrichterschein. Drei sogar den Übungsleiter und trainierten selbst die Jugend beim TSV. „Unsere Bernadette war damals die jüngste Übungsleiterin in ganz Bayern“, betont Inge Kirschner. Noch heute lässt sich der Stolz der Mutter erahnen. Inzwischen sind die Kinder erwachsen und haben selbst Kinder – eine Sache hat sich aber nicht geändert: Heinz und Inge Kirschner sind noch immer Trainer beim TSV.

Sie wollen sich nicht in den Vordergrund drängen, sagt sie ganz zu Beginn des Gesprächs. Das glaubt man gerne. Bereits etliche Auszeichnungen und Ehrungen hat Inge Kirschner für ihr jahrelanges Engagement erhalten. „Klar freut man sich darüber. Aber aufhängen oder an die große Glocke hänge ich das nicht.“ Erst im Februar wurde sie mit dem Ehrenzeichen in Silber mit Kranz von dem Bayerischen Volleyball-Verband ausgezeichnet. Die Urkunde liegt noch im Kuvert. Zu viel Organisatorisches hatte sie wohl wegen Corona und dem verordneten Spielverbot zu klären.

Wie lange sie noch das Traineramt beim TSV Neuburg ausüben möchten, wissen sie selbst noch nicht. „Solange die Beziehung mit den Jugendlichen passt“, sagt Inge Kirschner. Und auch Heinz Kirschner sieht seiner Trainerzukunft gelassen entgegen: „Solange es gesundheitlich geht und ich gewünscht bin, mache ich weiter.“

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