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08.11.2019

Jonas Zeller: „Wir wollen noch voll angreifen“

Hat den Aufstieg noch nicht abgehakt: Am Sonntag ist Jonas Zeller (rechts) mit der SpVgg Joshofen-Bergheim beim BSV Neuburg zu Gast.
Bild: Daniel Worsch

Der Spielertrainer der SpVgg Joshofen-Bergheim spricht über das Derby beim BSV Neuburg, sein Wirken als junger Trainer und erzählt, warum er seine eigenen sportlichen Ambitionen zurückgeschraubt hat.

Jonas Zeller, Sie sind in dieser Saison erstmals als Cheftrainer für eine Mannschaft verantwortlich. Wie groß ist die Umstellung?

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Jonas Zeller: Grundsätzlich ist die Umstellung gar nicht mal so groß. Ich hatte das Glück, dass mich Tobias Bauer in der vergangenen Saison schon einen großen Teil der Aufgaben hat übernehmen lassen, was nicht jeder Cheftrainer machen würde. Außerdem habe ich als Co-Trainer bei der JFG Neuburg bereits Erfahrungen gesammelt. Und Spaß habe ich sowieso bei der Aufgabe.

Sie mit 24 Jahren und Ihr Co-Trainer Robert Zisler (25) gehören zu den jüngsten Spielern im Kader. Stellt es eine zusätzliche Herausforderung dar, ältere Spieler anzuleiten?

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Zeller: Die sportliche Leitung ist damit ein gewisses Risiko eingegangen, da ich im Vergleich zu anderen Trainern sehr jung bin. Von meiner Seite gibt es jedenfalls keine Probleme. Ich glaube, die Jungs akzeptieren und respektieren mich. Ich bin kein Trainer, der ständig laut wird oder Bestrafungen ausspricht. Wir sprechen auf einer Ebene. Dabei spielen mein Co-Trainer und die Kapitäne eine wichtige Rolle.

Sie haben Ihren Co-Trainer angesprochen. Welche Rolle spielt Robert Zisler für Sie?

Zeller: Er ist sportlich eine riesen Bereicherung für uns, war Stammspieler in der Landesliga und leitet im Zentrum unser Spiel. Wir kennen uns gut, haben beim FC Ehekirchen zusammengespielt und außerhalb des Fußballs etwas unternommen. Wir haben früher gesprochen, mal gemeinsam eine Mannschaft zu trainieren. Dass das so schnell geklappt hat, ist überraschend. Ich kann mich auf ihn verlassen, er ist eine große Stütze und Hilfe. Wir liegen in unseren Ansichten über Fußball zumeist auf einer Wellenlänge.

War es denn schon immer Ihr Ziel, Trainer im Herrenbereich zu werden?

Zeller: Ich habe einst in der Audi Schanzer Fußballschule angefangen, Kinder zu trainieren. Als ich in Regensburg studiert und beim TV Schierling gespielt habe, trainierte ich dort ein halbes Jahr die A-Jugend. Es hat mir schnell viel Spaß gemacht.

Sie haben in der Jugend beim FC Ingolstadt und Jahn Regensburg gespielt, später noch für die Landesligisten TV Schierling und FC Ehekirchen. War es schwierig, für das Traineramt die eigenen sportlichen Ambitionen zurückzuschrauben?

Zeller: Ich habe mir Gedanken gemacht, wie es mit dem Leistungssport aussieht, und mich gefragt, welche Ziele ich noch habe. Das Thema Profisport war eigentlich durch. Ich habe dann versucht, in Ehekirchen noch so hoch wie möglich zu spielen, doch dann gemerkt, dass das Traineramt eine super Sache wäre. Auch der zeitliche Aspekt spielte eine Rolle. Ich arbeite Vollzeit, studiere zudem noch. Auch wenn der Aufwand, was das Drumherum betrifft, als Trainer größer ist, hat man keine drei- bis viermal wöchentlich mehr Training und muss an den Wochenenden irgendwo hinfahren.

Haben Sie dennoch im Hinterkopf, noch einmal Landesliga oder sogar höher zu spielen?

Zeller: Komplett ausschließen kann man das nicht. Natürlich ist es reizvoll, so hoch wie möglich zu spielen. Ideal wäre es, wenn wir das mit der SpVgg Joshofen-Bergheim in den nächsten Jahren irgendwann hinkriegen würden (lacht).

Aktuell ist der zweite Platz in der Kreisklasse Neuburg vier Punkte entfernt, der erste sieben. Welche Note würden Sie der bisherigen Saison geben?

Zeller: Puh, unsere Hinrunde ist schwierig zu bewerten. Noch nie habe ich so eine Verletztenserie erlebt. Wir haben sieben oder acht Schwerverletzte, die für lange Zeit ausfallen. Als wir beispielsweise in Holzheim gespielt haben, standen mir drei Stunden vor Spielbeginn neun Mann zur Verfügung. Wenn man die Umstände betrachtet, stehen wir überragend da. Ich muss den Jungs ein Kompliment machen, auch denen aus der zweiten Mannschaft. Loben will ich Patrick Schmidt, den Trainer unserer Zweiten. Er jammert nicht, wenn ich kurzfristig wieder Spieler benötige. Wir wollen jedenfalls noch voll angreifen, wenn wieder alle Mann mit dabei sind.

Demnach sehen Sie die Topteams FC Rennertshofen und SV Klingsmoos noch in Reichweite...

Zeller: Ja. Platz eins ist sieben Punkte weg, auf Platz zwei sind es vier. Natürlich muss die Rückrunde dafür überragend laufen, denn Rennertshofen und Klingsmoos spielen sehr konstant.

Das Ziel Aufstieg ist also noch nicht abgehakt?

Zeller: Das wäre das falsche Zeichen. Ich wüsste auch nicht, warum wir den Aufstieg abhaken sollten. Zwischendurch war die Hoffnung beim Team weg, wenn nur sieben Leute im Training sind und wir kurz vor einem Spiel zu neunt sind. Aber es wird ein Schwung durch die Mannschaft gehen, wenn die Verletzten wieder zurück sind und wir einen 14-oder 15-Mann-Kader haben. Jeder glaubt daran, es noch schaffen zu können.

Fehlt Ihnen im Vergleich zum SV Klingsmoos, für den Alexander Müller 18 Tore erzielt hat, und dem FC Rennertshofen mit Philipp Stadler (zwölf Tore) ein Torjäger?

Zeller: Natürlich würde sich keiner bei uns beschweren, wenn wir noch einen Tobias Bauer hätten, der vergangene Spielzeit 27 Treffer erzielt hat. Wir hätten mit Benedikt Burkhart und Tobias Egen durchaus Stürmer im Kader, die allerdings verletzt fehlen. Wir haben schnell beschlossen, dass es nicht hilft zu jammern. Wir haben das Spielsystem umgestellt, agieren mit einer Art falscher Neun oder legen unser Spiel auf Konter aus. Wir müssen uns mehr Chancen herausspielen, da uns ein Vollblutstürmer fehlt.

Nun steht die Partie beim BSV Neuburg an. Was erwarten Sie vom Derby?

Zeller: Es gibt in der Kreisklasse keine Mannschaft, gegen die man gemütlich drei Punkte holt. Ich kenne BSV Trainer Severin Birkelbach gut, da er jahrelang meine kleine Schwester trainiert hat, und weiß, wie er spielen lässt. Er peitscht seine Jungs nach vorne, will Vollgasfußball sehen. Es wird in jedem Fall ein richtig schönes, heißes Derby.

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