Eishockey

12.06.2014

Nach amerikanischem Vorbild

Daumen hoch für die Kooperation (von links): Jiri Ehrenberger (Sportdirektor ERC Ingolstadt), Sabine Ippisch (2. Vorsitzende EV Regensburg), Claus Gröbner (Geschäftsführer ERC Ingolstadt), Martin Ancicka (Sportlicher Leiter EV Regensburg), Christian Donbeck (Geschäftsführer EV Landshut) und Stephan Kronthaler (Spieler ERC Ingolstadt/EV Landshut).
Bild: Benjamin Sigmund

ERC Ingolstadt kooperiert künftig mit dem EV Landshut und dem EV Regensburg

Der ERC Ingolstadt hat gestern offiziell die Kooperation mit dem EV Landshut und dem EV Regensburg bekannt gegeben. Dabei werden die drei Vereine nach nordamerikanischem Vorbild zusammenarbeiten.

Dort wird in den ersten drei Profiligen (NHL, AHL und ECHL) ein reger Austausch von jungen Spielern durchgeführt. Diesen soll es bei den drei bayerischen Teams künftig zwischen der DEL (ERC), DEL2 (Landshut) und Oberliga (Regensburg) geben. Damit werde in Deutschland eine völlig neue Form der Nachwuchsförderung geschaffen, so die Vertreter der drei Vereine bei der gestern anberaumten Pressekonferenz im neu errichteten Leistungszentrum des ERC. Die Kooperation ist vertraglich auf zwei Jahre fixiert, soll aber nach Wunsch aller Beteiligten langfristig erfolgen.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, jungen Spielern möglichst viel Eiszeit zu verschaffen „Wir wollen den jungen Leuten die Möglichkeit geben, dass sie in einer Saison so oft wie möglich spielen – egal in welcher Liga. Das hängt einzig und allein von ihrem Leistungsniveau ab“, sagte ERC-Sportdirektor Jiri Ehrenberger. Alle Akteure, die unter die sogenannte Förderlizenzregelung fallen (Jahrgang 1991 und jünger), können sich somit für die best- und höchstmöglichen Aufgaben empfehlen, ohne für einen Verein festgespielt zu sein.

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Von der Zusammenarbeit profitieren dabei alle Beteiligten. „Wir sehen uns nicht als Ausbildungsverein, sondern als Partner“, sagte etwa der Landshuter Geschäftsführer Christian Donbeck. Mit dem EV Regensburg kooperierte der ERC bereits in der vergangenen Saison. Und das zur Zufriedenheit beider Vereine. Regensburgs Sportlicher Leiter Marin Ancicka: „Ich sehe die Zusammenarbeit sehr positiv. Unsere jungen Spieler haben die Möglichkeit bekommen, in der DEL mit zu trainieren und dort Spielpraxis zu sammeln.“ Auf der anderen Seite konnte sich der ERC beim Partner bedienen, als etwa beim Spiel in München vergangene Saison wegen des Noro-Virus kaum mehr gesunde Spieler zur Verfügung standen.

In Ingolstadt wird ohnehin gerne vom „Ingolstädter Weg“ gesprochen. Man wolle den Leistungs- und Breitensport „eng miteinander verbinden“, sagte ERC-Geschäftsführer Claus Gröbner. Ein Schritt dazu ist das neue Jugendinternat, das zusammen mit dem FC Ingolstadt betrieben wird. Zehn Zimmer werden dabei vom ERC besetzt, zwölf von den Fußballern. Schon bald sollen die ersten Spieler einziehen. „Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen und neue Talente heranziehen“, so Gröbner.

Es ist zudem kein Geheimnis, dass der ERC Ingolstadt in die DNL, die höchste deutsche Nachwuchsliga, strebt. Dort bereits vertreten sind Landshut und Regensburg. „Sie sind uns in der Nachwuchsarbeit zwei bis drei Jahre voraus“, sagt Jiri Ehrenberger.

Ein Beispiel für die Durchlässigkeit zwischen den Vereinen und den Ligen ist Stephan Kronthaler. Der junge Verteidiger wechselt vom EV Landshut zum ERC Ingolstadt, kann aber auch jederzeit weiter bei seinem Stammverein zum Einsatz kommen. Kronthaler: „Ich will hart arbeiten und mich in der DEL durchsetzen.“

Jiri Ehrenberger denkt sogar in anderen Dimensionen. „Wir müssen in Deutschland etwas für junge Spieler machen.“ Sonst gehe es mit der Nationalmannschaft weiter bergab. Christian Donbeck stimmt ihm zu: „Die Jugendarbeit in Deutschland wurde in den letzten zehn Jahren stark vernachlässigt.“

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