Eishockey

29.09.2017

Panther straucheln

Gestürzt: John Laliberte (am Boden) und der ERC Ingolstadt mussten sich gestern Abend den Eisbären Berlin (Kai Wissmann) mit 2:3 geschlagen geben. Damit verloren die Panther erstmals nach drei Siegen hintereinander.
Bild: Xaver Habermeier

ERC Ingolstadt verliert gegen die Eisbären Berlin mit 2:3. Wie Stürmer Laurin Braun das Spiel gegen seinen ehemaligen Verein bewertet. Ein Fehler bringt die Entscheidung

Nach dem für ihn so besonderen Spiel zeigte sich Laurin Braun selbstkritisch. „Ich bin bei allen drei Gegentoren auf dem Eis gestanden, da kann ich mit meiner persönlichen Leistung nicht zufrieden sein“, sagte der Stürmer nach der 2:3-Niederlage des ERC Ingolstadt in einem intensiven Eishockeyspiel gegen die Eisbären Berlin.

Es war das erste Aufeinandertreffens Brauns mit seinem ehemaligen Verein, für den er sieben Jahre aktiv war. „Cool“ sei es gewesen, seine alten Kollegen wiederzusehen. Zu Gesprächen war Braun während der 60 Minuten allerdings nicht bereit. „Sie haben es zwar versucht, aber ich wollte nicht reden. Dann wäre ich vielleicht zu soft geworden.“

Die ersten zehn Minuten der Partie fanden unter besonderen Umständen statt. Die aktiven Fanszenen der DEL hatten zum Protest gegen Donnerstagsspiele aufgerufen. Somit fand auch gestern Abend in Ingolstadt bei beiden Fanlagern (knapp 100 Berliner waren trotz des Termins unter der Woche mitgereist) ein Stimmungsboykott statt. Auf dem Eis ging es dennoch sofort zur Sache. Jochen Reimer, der diesmal anstelle Timo Pielmeiers das Tor hüten durfte, war im ersten Unterzahlspiel der Panther direkt dreimal gefordert. Zweimal gegen Nick Petersen (4., 5.), einmal gegen Jonas Müller (5.). Auf der Gegenseite prüfte Brandon Buck Berlins Goalie Marvin Cüpper (6.), der den etatmäßigen Schlussmann Petri Vehanen vertrat und eine starke Leistung zeigte. Cüpper war auch auf dem Posten, als er einen von Buck abgefälschten Schuss Fabio Wagners abwehrte (9.).

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Als sich dann der zehnminütige Stimmungsboykott dem Ende neigte, fing Thomas Greilinger an der gegnerischen blauen Linie den Puck ab, stürmte Richtung Tor und schloss souverän ab. Die Uhr zeigte kurioserweise exakt zehn Minuten Spielzeit an. Großes Lob erhielt Greilinger nach seinem sechsten Saisontor von Trainer Tommy Samuelsson. „Er ist einfach ein Goalgetter, das kann man nicht lernen. Er könnte um 2 Uhr nachts zur Eishalle kommen, dann trifft er auch.“

Die Panther führten, die Stimmung war da. Dann aber sollten die Gäste das Spiel drehen. Reimer konnte zwar zunächst einen Schuss von Sean Backman reaktionsschnell mit dem Schoner parieren, war dann aber gegen den energisch nachsetzenden Stürmer machtlos (16.). Der Führungstreffer der Eisbären entsprang einer starken Einzelleistung Petersens. Dessen Dribbling schloss Jens Baxmann zum 2:1 für die Gäste ab (26.). Der Rückstand schockte den ERC keinesfalls. David Elsner traf eine Minute später zum 2:2-Ausgleich (27.). Die besseren Gelegenheiten im weiteren Verlauf des Mittelabschnitts hatte Berlin. Andre Rankel zielte zu hoch (35.), Mark Olver (39.) und Backman (39.) trafen jeweils das Außennetz.

In einem lange ereignisarmen Schlussabschnitt schlugen die Berliner in der 54. Minute eiskalt zu. Matt Pelech verlor im eigenen Drittel den Puck. Rankel bediente in der Mitte Jamie MacQuenn, der direkt zum 2:3 abschloss. „Kleinigkeiten haben den Ausschlag gegeben“, haderte Samuelsson, der Pelech wegen dessen Fehlers keinen Vorwurf machen wollte. Im Gegenzug hatte Taticek den Ausgleich auf dem Schläger, scheiterte jedoch an Cüpper (54.). Eine frühzeitige Entscheidung verhinderte Reimer, der gegen Petersen (58.) und Fischbuch (58.) die Oberhand behielt. Auch die Schlussoffensive mit einem Mann mehr auf dem Eis brachte den Panthern trotz nun lautstarker Unterstützung der Anhänger nichts mehr ein. „Kleinigkeiten haben entschieden. Auch wir hätten gewinnen können“, haderte Laurin Braun.

ERC Ingolstadt Reimer – Sullivan, Pelech; Friesen, Wagner; McNeill, Kohl; Schütz – Mouillierat, Olver, Braun; Collins, Taticek, Greilinger; Mauldin, Buck, Laliberte; Swinnen, Berglund, Elsner – Zuschauer 3044 – Tore 1:0 Greilinger (10.), 1:1 Backman (16.), 1:2 Baxmann (26.), 2:2 Elsner (27.), 2:3 MacQueen (54.)

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