Fußball

23.01.2020

Paukenschlag beim VfR Neuburg

Der Erfolgstrainer und sein Nachfolger: Christian Krzyzanowskis (links) Zeit beim VfR Neuburg endet im Sommer. Neuer Coach wird der bisherige Co-Trainer Alexander Egen (rechts).
Bild: Xaver Habermeier

Landesligist und Trainer Christian Krzyzanowski beenden nach fünf erfolgreichen Jahren am Saisonende ihre Zusammenarbeit. Vorsitzender Martin Pfautsch und Team-Manager Roland Portune treten sofort zurück

Paukenschlag beim VfR Neuburg: Wie Abteilungsleiter Roland Egen und Finanzchef Harald Rogalinski am Donnerstagnachmittag gegenüber der Neuburger Rundschau bestätigten, wird der am Saisonende auslaufende Vertrag mit Cheftrainer Christian Krzyzanowski nicht verlängert. Zudem gaben die VfR-Verantwortlichen bekannt, dass der 1. Vorsitzende Martin Pfautsch aufgrund „großer beruflicher Belastung“ (so in der offiziellen Presseerklärung) darum bat, ihn von seinen Aufgaben als Vereinschef mit sofortiger Wirkung zu entbinden. Diesem Wunsch wurde letztlich „schweren Herzens“ von Klubseite entsprochen. Darüber hinaus wird auch Team-Manager Roland Portune wegen „Unstimmigkeiten in der Trainerfrage“ sein Engagement bei den Lilaweißen ab sofort beenden.

„Wir haben uns diese Entscheidung alles andere als einfach gemacht, da Christian und der Verein in den zurückliegenden viereinhalb Jahren sehr erfolgreich zusammengearbeitet haben“, berichtet Egen. Doch letztlich sei man nach mehreren Gesprächen und Sitzungen zu der Erkenntnis gekommen, „dass sich nach fünf Jahren doch das eine oder andere etwas abgenutzt hat und ein frischer Wind dem Ganzen guttut. Ich denke, dass das aus Vereinssicht durchaus eine legitime Sichtweise ist“ (Egen). Wie der VfR-Spartenleiter zudem betont, sei diese Entscheidung letztlich in „beiderseitigem Einvernehmen“ getroffen worden. „Christian hat in unseren Gesprächen immer betont, dass auch bei ihm der Verein im Vordergrund steht. Ich möchte daher auch deutlich unterstreichen, dass es sich keineswegs um keinen Rauswurf handelt, sondern lediglich der auslaufende Vertrag nicht mehr verlängert wird“, so Egen.

Krzyzanowski führt das Team von der Kreisliga bis in die Landesliga

Krzyzanowski hatte die erste Mannschaft der Lilaweißen im Jahr 2015 in der Kreisliga übernommen und sie in den darauffolgenden Spielzeiten bis in die Landesliga geführt. Zur Winterpause belegt sein Team hinter Spitzenreiter FC Gundelfingen einen hervorragenden zweiten Platz. Aus diesem Grund sei laut Egen auch eine vorzeitige Trennung bereits in der Winterpause „absolut kein Thema“ gewesen. „Natürlich hätten wir durchaus den einen oder anderen Zähler mehr auf unserem Konto haben können. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass wir in der Hinrunde großes Verletzungspech hatten“, erklärt der VfR-Fußballchef, für den ein möglicher Bayernliga-Aufstieg ohnehin „zu keinem Zeitpunkt das erklärte und primäre Ziel“ war und ist. „Natürlich würden wir uns dagegen nicht wehren. Aber von Vorstandsseite gibt es diesbezüglich überhaupt keinen Druck“, so Egen weiter.

Paukenschlag beim VfR Neuburg

Christian Krzyzanowski, der die Entscheidung des Vereins „akzeptiert“, will seine Zeit bei den Lilaweißen mit einem weiteren Aufstieg krönen. „Ich werde bis zum Schluss 100 Prozent geben und will den Verein mit dem vierten Aufstieg als erfolgreichster VfR-Trainer der Geschichte verlassen“, sagt Krzyzanowski. Er habe dem Klub in den vergangenen viereinhalb Jahren „viel gegeben“ und zu der sportlich stärksten Zeit der vergangenen 40 Jahre beigetragen.

Matthias Riedelsheimer fungiert künftig als spielender Co-Trainer

Nachdem man beim VfR Neuburg auch künftig „den bereits eingeschlagenen Weg mit einem guten Mix aus vielen jungen und hungrigen Akteuren aus der Region sowie dem einen oder anderen Spieler von außerhalb“ (Rogalinski) fortführen möchte, war die Suche nach einem Nachfolger Krzyzanowkis intern schnell geklärt: So wird der bisherige Co-Trainer Alexander Egen ab Sommer zum neuen „Chef“ aufrücken. „Nach seiner Rückkehr vom TSV Rain war es je ohnehin geplant, dass Alexander zwei oder drei Jahre später die erste Mannschaft als verantwortlicher Trainer übernimmt“, berichtet Egen. Daraus wurden zunächst jedoch sechs Jahre als Assistenzcoach – zunächst von Naz Seitle, dann von Christian Krzyzanowski. „Alexander war bei der Neu-Besetzung des Cheftrainer-Postens unsere absolute Wunschlösung“, sagt Rogalinski und erklärt: „Er hat in den vergangenen Jahren viel gelernt und bereits seine eigenen Ideen eingebracht. Darüber hinaus kennt er die Mannschaft und wird daher auch keine Eingewöhnungszeit benötigen.“ Als Assistent des 31-Jährigen wird künftig Matthias Riedelsheimer fungieren.

Dass die Konstellation „Vater/Abteilungsleiter und Sohn/Trainer“ ein gewisses Konflikt-Potenzial – speziell bei einem möglichen Misserfolg – birgt, diese Befürchtung hat Roland Egen nicht. „Vor zwei Jahren habe ich gesagt, dass ich als Abteilungsleiter zurücktreten würde, falls Alexander eines Tages Cheftrainer wird. Mittlerweile habe ich meine Meinung aber revidiert“, berichtet Egen – und schiebt den Grund auch gleich hinterher: „Nachdem ich gesehen habe, wie Alexander mit dem Team gearbeitet und auch seine eigenen Ideen eingebracht hat, als Christian im Urlaub war, habe ich überhaupt keine Bedenken mehr und bin von dieser Lösung völlig überzeugt.“

Rogalinski geht von keinem großen Umbruch aus

Geht es nach Rogalinski und Egen, dann wird es in der Saison 2020/2021 auch keinen (großen) Umbruch innerhalb der Mannschaft geben. „Wenn es so läuft, wie wir uns das vorstellen, kommt vielleicht noch der eine oder andere Spieler aus der eigenen Jugend dazu. Ansonsten wird sich der Kader nicht groß verändern“, verrät Egen.

Bereits zur Rückrunde nicht mehr dabei sein wird Verteidiger Michael Denz, den es beruflich in Richtung Rosenheim zieht. Dafür dürfte die Verpflichtung von Michael Belousow (FC Pipinsried) laut Egen am Wochenende über die Bühne gehen. (mit sb)

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