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Fußball

11.11.2018

„Ritterschlag“ für Moritz Hägele

Die Schiedsrichter des Jahres 2018: (von links) Obmann Jürgen Roth freut sich mit Sebastian Eder (Platz drei), Sieger Moritz Hägele und Michael Schiele (Platz zwei).
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Die Schiedsrichter des Jahres 2018: (von links) Obmann Jürgen Roth freut sich mit Sebastian Eder (Platz drei), Sieger Moritz Hägele und Michael Schiele (Platz zwei).
Bild: Dirk Sing

Beim Kameradschaftsabend der Schiedsrichtergruppe Neuburg wird der 16-Jährige zum besten Unparteiischen des Jahres 2018 gekürt. Auch der FC Zell/Bruck darf sich über eine besondere Auszeichnung freuen

Die Freude war ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Und auch sein Obmann Jürgen Roth platzte beinahe vor Stolz, als beim traditionellen Kameradschaftsabend der Schiedsrichtergruppe Neuburg im großen Festsaal des Gasthofs Daferner (Schönesberg) der bis dahin gut gehütete Name des „Schiedsrichters des Jahres 2018“ feierlich bekannt gegeben wurde. Mit seinen gerade einmal 16 „Lenzen“ hat Moritz Hägele – im vergangenen Jahr immerhin schon auf Platz drei – erstmals die „Spitze“ der Neuburger Unparteiischen erklommen und tritt damit die Nachfolge des Vorjahressiegers Sebastian Deak (TSV Rain) an.

„Ich habe ja die ganze Sache ausgewertet. Als sich dann angedeutet hat, dass Moritz am Ende die Nase vorne haben wird, hat es mich natürlich unglaublich gefreut“, sagt Jürgen Roth. Was „seinen“ Youngster, dessen Verein die SpVgg Joshofen-Bergheim ist und der erst vor drei (!) Jahren mit dem Pfeifen begann, auszeichnet, ist für den Obmann schnell erklärt. „Moritz bringt unglaublich viel Engagement ein, ist sehr wissbegierig und lernfähig und übernimmt jede Partie, für die er eingeteilt wird. Daher freut es mich umso mehr, dass er jetzt für seinen großen Einsatz entsprechend belohnt wurde“, so Roth.

Eine Auszeichnung, die für den Bezirksliga-Neuling (leitete im bisherigen Saisonverlauf bereits vier Partien) um so höher einzuschätzen ist, da sie in erster Linie durch die Vereine im Raum der Schiedsrichtergruppe Neuburg erfolgte. Zur Erklärung: Jeder Klub kann bis zu drei Referees wählen und melden. Dabei können bis zu fünf Punkte auf diese Unparteiischen verteilt werden, wobei einer nur maximal drei Zähler erhalten kann. Als Kriterien gelten dabei die Leistungen bei den Spielen, der Umgang mit Spielern, Trainern und Verantwortlichen sowie das Auftreten und Verhalten. Die zweite Säule der Bewertung erfolgt schließlich durch eine Jury, bestehend aus Ehrenmitgliedern der Gruppe, die dann die gruppeninternen Kriterien wie die Teilnahme an Gruppen-Veranstaltungen (Versammlung, Training) sowie Verfügbarkeit und Anzahl von Spielen einfließen lässt.

„Ehrlich gesagt hatte ich niemals damit gerechnet, dass ich diese Auszeichnung erhalte“, berichtet Hägele. Vielmehr hatte er darauf spekuliert, „diesmal irgendwo zwischen den Plätzen sieben und zehn dabei zu sein, was ja nach dem dritten Platz im vergangenen Jahr auch eine tolle Sache gewesen wäre“. Dass es am Ende sogar noch toller kam und er den großen Sieger-Pokal entgegennehmen durfte, sieht Hägele als „großartige Wertschätzung sowohl von den Vereinen als auch der Gruppe für die bislang geleistete Arbeit. Das zeigt mir, dass sich das ganze Engagement und der Aufwand doch ausgezahlt haben“. Wohin es auf der Schiedsrichter-Leiter nach diesem „Motivationsschub“ für ihn noch geht? „Nun, zunächst einmal möchte ich in meiner ersten Bezirksliga-Saison unbedingt die Klasse halten. Vielleicht geht es ja dann in zwei oder drei Jahren weiter nach oben“, sagt Hägele – wohlwissend, dass „ein solcher Aufstieg immer an vielen kleinen Dingen und bestimmten Momenten hängt“.

Auch der FC Zell/Bruck konnte sich am Samstagabend über eine ganz besondere Auszeichnung freuen. Nicht nur, dass Beisitzer Roland Mandelmeier mal flugs den Hauptpreis der Tombola (einen TV-Flat-Screen) einheimste. Vielmehr darf sich der A-Klassist ab sofort mit dem Titel „Bester Verein des Jahres 2018“ schmücken. Ausschlaggebend bei dieser Wahl, die ausschließlich unter den Referees der SR-Gruppe Neuburg stattfindet, sind zahlreiche Kriterien wie die Umsetzung von Anweisungen, die Kommunikation zwischen Verein und Schiedsrichter, das Verhalten der Zuschauer, die Teilnahme an Veranstaltungen der SR-Gruppe oder auch Fair-Play-Wertung der vergangenen Saison. Während der SC Ried und VfR Neuburg auf den Plätzen zwei und drei landeten, wurde „Titelverteidiger“ FC Ehekirchen diesmal Fünfter.

Eingebettet waren diese beiden „Highlights“ in einen kurzweiligen und unterhaltsamen Abend, bei dem neben einer Talkrunde mit Vereinsvertretern (Franz Rein, SC Ried; Markus Bissinger, FC Ehekirchen, Tobias Bauer, SpVgg Joshofen-Bergheim), durch die die beiden Moderatoren Patrick Krettek und Daniel Höche gekonnt führten, auch weitere persönliche Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften in der SR-Gruppe Neuburg auf dem Programm standen. Nachdem Siegfried Eder (BSV Neuburg/55 Jahre/2395 Spiel) mit dem Ehrenpreis der Gruppe ausgezeichnet wurde, folgte freilich noch ein weiterer Höhepunkt: Die Ernennung Erich Kochs (SC Ried) zum Ehrenmitglied! „Erich ist seit 40 Jahren Schiedsrichter, hat rund 1200 Partien geleitet und war auch an der Linie aktiv. Er hat immer alle Veranstaltungen besucht und war sich auch für Arbeiten während unserer Hallenturniere nie zu schade. Erich ist schlichtweg ein Vorbild für unsere Jugend“, so Roth in seiner Laudatio.

Dass der Neuburger Obmann am Samstagabend überhaupt bester Laune war, hatte freilich einen einfachen Grund. „Es ist mittlerweile der 20. Kameradschaftsabend unter meiner ’Federführung’. Wenn ich heute sehe, wie sich das Ganze entwickelt hat, kann man nur sagen, dass das Ganze ein toller Erfolg ist“, meint Roth, um noch im gleichen Atemzug zu ergänzen: „Ohne die vielen fleißigen Hände im Hintergrund wäre eine solche Veranstaltung überhaupt nicht möglich.“ Über 20 freiwillig Helfer hätten zu diesem gelungenen Event, das Roth als „gelungenen Schulterschluss zwischen Schiedsrichtern und Vereinen“ bezeichnet, beigetragen. Wie gut diese Veranstaltung in der Tat von allen Seiten angenommen wird, zeigt auch die Tatsache, dass nach Beendigung des offiziellen Teils unter Vereinsvertretern und Unparteiischen bis weit nach Mitternacht im lockeren Kreis weiter diskutiert, geflachst und gelacht wurde.

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