Boxen

02.08.2018

Rückkehr mit zehn Fäusten

Werden am kommenden Sonntag beim Neuburger Volksfestboxen in den Ring steigen: (Von links) Hossein Mahmudi, Flamur Maliqi, Selim Maliqi, Moritz Schultz und Sahid Bayat vom Boxclub Neuburg.
Bild: Dirk Sing

Nach zehnjähriger Abstinenz präsentiert sich der BC Neuburg am Sonntag wieder auf dem Volksfest. Beim Vergleichskampf gegen den BC Weißenburg sollen auch fünf eigene Athleten zum Einsatz kommen

Es ist Dienstagabend, kurz nach 20 Uhr! Während die meisten seiner Freunde zu dieser Zeit wohl immer noch an einem der zahlreichen Baggerseen sitzen, um dort die tropischen Temperaturen von immer noch deutlich über 30 Grad mithilfe einer Abkühlung zu überstehen, kennt Flamur Maliqi keine Gnade. Zusammen mit einigen anderen Boxern dreht der 14-Jährige in der alten Turnhalle an der Fünfzehnerstraße zunächst zahlreiche Runden zum „Aufwärmen“, ehe es nach einigen intensiven und schweißtreibenden Dehn-Übungen an den Sandsack geht. Immer und immer wieder bearbeitet Flamur, dessen Hände getapt sind, sowohl mit seiner Führ- als auch Schlaghand abwechselnd und in kurzen Serien seinen gefühlsneutralen „Trainingspartner“.

„Flamur hat zwar erst vor rund sieben Monaten mit dem Boxen begonnen. Doch schon jetzt sieht man, dass er unglaublich viel Gefühl für diese Sportart besitzt und extrem schlau boxt. Er ist zweifelsohne eines unserer größten Talente“, schwärmt Adam Klakus, seines Zeichens Trainer beim BC Neuburg. Verläuft alles nach Plan, dann hat der kleine Kosovare an diesem Sonntag seinen ganz großen Auftritt – und das auch noch vor heimischem Publikum! Denn nach zehnjähriger (!) Abstinenz wird das Neuburger Volksfestboxen wiederbelebt. Ab zehn Uhr heißt es dann im Festzelt Lanzl „Ring frei“ für die Boxer des BC Neuburg und BC Weißenburg!

„Nachdem es auch noch mein erster Kampf, und meine Familie anwesend sein wird, werde ich mit Sicherheit ziemlich aufgeregt sein“, berichtet Flamur. Eigentlich hätte das Leichtgewicht bereits vor zwei Wochen bei einem Nachwuchs-Wettkampf in Kaufbeuren seine Premiere feiern sollen. Da sich jedoch kurzfristig kein Gegner fand beziehungsweise der geplante Kontrahent kurzfristig passen musste, war er quasi zum Zuschauen verurteilt. „Im Gegensatz zu mir durften zwei meiner Teamkollegen boxen. Da war ich schon ziemlich enttäuscht und auch ein bisschen neidisch“, berichtet Flamur, „aber jetzt ist es natürlich umso schöner, dass ich mein Debüt daheim in Neuburg feiern kann.“

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Dass der Boxclub Neuburg pünktlich zu seinem 70-jährigen Bestehen auf das hiesige Volksfest zurückkehrt, hatte der 1. Vorsitzende Arnold Grochla bereits Anfang November in der Neuburger Rundschau angekündigt – und nun mit seinem Organisationsteam um Sportwart Sigi Bundesmann sowie die beiden Trainer Adam Klakus und Klaus Schmidt tatsächlich auch Wort gehalten. „Wenn man in die Vergangenheit blickt, dann waren Boxkämpfe im Neuburger Bierzelt schon immer sehr spektakulär, beliebt und ein echter Zuschauer-Magnet“, weiß Grochla. „Wir wollten uns zu unserem Jubiläum einfach mal wieder der breiten Öffentlichkeit präsentieren und damit untermauern, dass der Boxclub Neuburg nach wie vor am Leben ist“, so der BNC-Chef weiter. Nach zahlreichen Gesprächen und intensiven Planungen wurde das von vielen Seiten ersehnte Comeback auch tatsächlich Realität. „Für uns war es wichtig, dass wir zum einen unsere eigenen Boxer in den Ring schicken können und zum anderen auch keine finanziellen Abenteuer eingehen“, sagt Bundesmann.

Dass eine derartige Veranstaltung in Sachen Auslagen dennoch kein Pappenstiel ist, wollte der Sportwart freilich nicht verleugnen. „Neben dem mobilen Boxring, der angemietet werden muss, kosten beispielsweise auch die Boxer aus externen Vereinen Geld. Und das müssen wir erst einmal wieder hereinholen“, erklärt Bundesmann.

Mit Flamur Maliqi (14 Jahre), Moritz Schultz (15), Selim Maliqi (15), Sahid Bayat und Hossein Mahmudi (beide 19) kann der BCN aktuell zwar fünf seiner Athleten in den Ring schicken. Um dem boxinteressierten Publikum am Sonntag jedoch zwischen zehn und zwölf teilweise hochklassige Kämpfe zu bieten, müssen jedoch – was beim Bierzelt-Boxen allerdings üblich ist – Akteure aus anderen Vereinen rekrutiert werden, die dann einmalig in das Neuburger Dress schlüpfen. In diesem Fall sind es Boxer aus Ingolstadt, Nürnberg, München sowie dem Bundesland Hessen.

„Ich denke, dass sich unser Wettkampf-Programm mehr als sehen lassen kann“, meint Bundesmann. Nicht nur, dass nahezu alle Gewichtsklassen besetzt seien (unter anderem soll es auch zwei Schwergewichts-Duelle geben). Zudem warten der BC Neuburg als Veranstalter mit zwei spektakulären Frauen-Kämpfen auf.

„Nach der langen Pause bin ich selbst sehr gespannt, wie die Neuburger dieses Event am Sonntag annehmen werden“, sagt BCN-Vorsitzender Arnold Grochla, der darauf hofft, „dass zwischen 300 und 400 zahlende Zuschauer den Weg ins Bierzelt finden. Für uns als Verein wäre das schon wichtig, da wir diese Veranstaltung komplett ohne Sponsoren durchziehen“. Zusätzliches Highlight: Die ehemalige Neuburger „Schwergewichts-Ikone“ Wolfgang Köhler wird als Ringsprecher fungieren.

Erwachsene neun Euro; Kinder und Jugendliche fünf Euro; Kinder bis einschließlich elf Jahre haben freien Eintritt. Beginn ist um zehn Uhr, Einlass ins Bierzelt ab 9.30 Uhr

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