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Porträt

29.10.2020

Siggi Schnell: Blättern in Erinnerungen

Blättern in Erinnerungen: Siggi Schnell hat in mehreren Heften zahlreiche Zeitungsartikel aus seiner Karriere als Fußballer aufgehoben.
Bild: Roland Geier

Plus Siggi Schnell war ein gefürchteter Torjäger, der Fußball für den SV Karlshuld und SV Grasheim spielte. Was der 60-Jährige heute macht und was ihn einst auszeichnete.

Der Name Siggi Schnell ist den jüngeren Fußballern und Anhängern wohl heute kein Begriff mehr. Doch die älteren Fußballfans des SV Grasheim und SV Karlshuld erinnern sich noch gerne an den beidfüßigen Flügelflitzer, der nicht nur im Umkreis von den Torhütern gefürchtet wurde.

Schnell war wegen seiner Schusskraft in den Bezirken Schwaben und Oberbayern gefürchtet und bekannt. Siggi Schnell, ein bekennender Bayern-Fan, hat mit 35 Jahren seine Karriere beendet und sich seitdem fast völlig vom Fußball zurückgezogen, obwohl er direkt neben der Sportanlage des SV Grasheim wohnt. Er hat mit der Restaurierung von Oldtimer-Bulldogs ein neues Hobby gefunden, wovon er sieben Stück besitzt und ein Museum aufgebaut hat. Zudem ist er leidenschaftlicher Motorradfahrer. Aber auch der Zahn der Zeit hat bei ihm Spuren hinterlassen. Ein neues Knie- und Hüftgelenk sowie eine Schulteroperation machen ihm zu schaffen.

Siggi Schnell blickt auf seine Karriere zurück

Unvergessen ist auch seine Zeit als Fußballer beim SV Grasheim und SV Karlshuld. „Der beste Rechtsaußen der damaligen Zeit, dessen linker und rechter Fuß eine Waffe waren“, erzählt Schnell mit einem verschmitzten Lächeln. Jüngst feierte er seinen 60. Geburtstag und blickte auf seine Karriere zurück. „Ich denke, in der heutigen Zeit würde ich mir zutrauen, in der Bayern- oder Regionalliga zu spielen“, sagt der Jubilar, der seinem Namen „Schnell“ damals mehr als gerecht wurde. Denn was seine Trainer an ihm schätzten: Er war schnell, technisch visiert, schoss beidfüßig und war treffsicher. In mehreren Heften hat Siggi Schnell alle Zeitungsberichte seiner Karriere archiviert und sie stolz präsentiert. Mit acht Jahren habe er in der Schülermannschaft beim SV Grasheim die ersten Fußballschritte gemacht, „und wir sind zweimal in Folge ostschwäbischer Meister geworden“, erinnert sich der 60-Jährige, der nicht nur eine beachtliche regionale Fußballkarriere startete. Auch als rasanter Skifahrer holte er für den Skiklub Karlshuld viele Meisterschaften und Pokale. Durch seine Auftritte im Seniorenbereich des SV Grasheim in der A-Klasse (der heutigen Kreisliga), stieg auch das Interesse vieler höherklassigen Vereine, wie des FC Schrobenhausen, FC Pipinsried und des VfR Neuburg. Auch rückte Schnell in das Blickfeld des MTV und ESV Ingolstadt.

Siggi Schnell wechselt zum SV Karlshuld

Doch er entschied sich 1982 für den SV Karlshuld, der in die Landesliga Oberbayern Süd aufgestiegen war, was beim Ortsrivalen SV Grasheim nicht gut angekommen war. „Ja, es gab schon ein wenig Stress deswegen“, erinnert sich der schussgewaltige Stürmer. „Wir hatten eine Bombenmannschaft beim SV Karlshuld und ich bin stolz, dass ich ein Teil davon war. Doch schon im zweiten Spiel gegen Wacker Burghausen brach ich mir den Knöchel, was aber die Ärzte viel zu spät feststellten. Aber ich kam wieder zurück und es war eine geile Zeit beim SVK“, schwärmt er.

Nach zwei Jahren aber zog es ihn zu seinem Heimatverein SV Grasheim zurück, der mit Trainer Willi Stegmayr mittlerweile in die Bezirksliga aufgestiegen war und mit den Aufstiegen in der Saison 1992/93 und 1993/94 in die Bezirksoberliga Schwaben im Kreis Neuburg/Schrobenhausen das Aushängeschild als klassenhöchste Mannschaft wurde. Es sei schön, wenn man solche Erinnerungen auffrischen kann.

Aber dann wurde Siggi Schnell nachdenklich. „Früher war nicht alles besser und ich will auch kein Besserwisser sein. Nach dieser Zeit ging es beim SV Grasheim und dem SV Karlshuld stetig bergab. Vielleicht wäre es besser, wenn sich die Vereine zusammensetzen und fusionieren würden, wie es der MTV Ingolstadt und der ESV Ingolstadt vollzogen haben. Ich denke, in der heutigen Zeit ist einfach alles anders und es könnte eine neue Ära eingeleitet werden“.

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