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Basketball

20.10.2020

TSV-Baskets: Ein Auftakt mit Fragezeichen

Fliegend durch die Zone: Ramazan Orzohan (am Ball) war bei der 58:70-Niederlage gegen den ESV Ingolstadt mit 16 Zählern der fleißigste Punktesammler des TSV Neuburg.
Bild: Daniel Worsch

Plus Am Wochenende starteten die Teams des TSV Neuburg unter strengen Hygiene-Regeln in die neue Saison. Angesichts der steigenden Fallzahlen macht sich Abteilungsleiter Joey Borkenstein jedoch Gedanken, ob es überhaupt weitergeht.

Das erste Punktspiel in einer neuen Saison hat unabhängig von der Sportart immer seinen ganz besonderen Reiz. Nach zumeist wochen- oder sogar monatelanger schweißtreibender Vorbereitung weiß man in der Regel nie so genau, wo man leistungsmäßig steht. Dementsprechend ist die Anspannung und Nervosität bei den Akteuren, Trainern und Verantwortlichen zumeist immer etwas größer als während der Spielzeit.

Diesbezüglich bilden auch die Basketball-Herren des TSV Neuburg keine Ausnahme. Eingebettet in das erste große Heimspiel in der Sporthalle am Volksfestplatz ging es für das Team von Abteilungsleiter und Cheftrainer Joey Borkenstein gegen den ESV Ingolstadt. Einen Kontrahenten, der in der vergangenen Saison immerhin noch in der zwei Klassen höheren Bezirksoberliga auf Korbjagd gegangen war. „Natürlich stellt diese Partie für uns etwas Besonderes dar – und das gleich in doppelter Hinsicht“, erklärt Borkenstein. Neben der (sportlichen) Tatsache, dass sich seine nahezu komplett neuformierte Truppe (Borkenstein: „Wir haben nach der abgelaufenen Saison einige Veränderungen vorgenommen und dabei unser Hauptaugenmerk auf einen guten Teamgeist und Zusammenhalt gelegt.“) erstmals in einem Liga-Match präsentieren konnte, spielte freilich auch die derzeit angespannte Corona-Situation eine große Rolle.

Bild: Daniel Worsch

„Selbstverständlich haben wir in den vergangenen Tagen und Stunden die Entwicklung speziell in unserem Landkreis genau verfolgt“, sagt Borkenstein, der auch nicht verhehlen wollte, „dass wir uns definitiv Gedanken darüber gemacht haben, ob wir diesen Heimspieltag guten Gewissens überhaupt noch durchziehen können“. Letztlich entschied man sich auch nach zahlreichen Gesprächen, unter anderem mit dem Vorsitzenden des Schwäbischen Basketball-Bezirks, Mike Lippert, dafür, zumindest an diesem Wochenende die Teams auf das Feld zu lassen. „Momentan ist die Lage so, dass wir es in der Tat gerade noch verantworten können. Wie es allerdings in ein oder zwei Wochen ausschaut, kann ich nicht sagen“, erklärt der TSV-Spartenchef, der dennoch eine Prognose wagt: „Wenn sich das Ganze so weiterentwickelt wie in den vorangegangen Tagen, kann ich mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass wir weiterspielen können und wollen. Schließlich haben wir unseren Spielern und Mitgliedern gegenüber auch eine große Verantwortung, der wir gerecht werden müssen.“

Damit am vergangenen Samstag überhaupt gespielt werden konnte (beziehungsweise durfte), mussten die Basketballer in der Sporthalle am Volksfestplatz ein aufwendiges Hygiene-Konzept umsetzen. „Um die Halle entsprechend zu präparieren, kommt in Sachen Arbeitszeit im Vergleich zu einem normalen Heimspieltag nochmals 100 Prozent oben drauf“, berichtet Borkenstein. Ob die Erfassung der Kontaktdaten (Spieler und Zuschauer), Laufwege in der Halle, Masken-Pflicht am Kampfgericht, regelmäßiges Desinfizieren sowie weitere Verhaltensregeln – der „Basketball-Alltag“ im Oktober 2020 unterscheidet sich von dem ursprünglichen mittlerweile elementar! „Nachdem das Ganze schon eine extrem große Herausforderung darstellt, kommt man definitiv irgendwann an den Punkt, an dem man sich fragt, ob es diesen immensen Aufwand tatsächlich wert ist“, so der TSV-Spartenchef.

Bild: Daniel Worsch

Sollte das Sportgeschehen in naher Zukunft tatsächlich wieder zum Erliegen kommen, stünden die Neuburger Baskets, die in dieser Saison sechs Mannschaften (zwei Senioren- und vier Nachwuchs-Teams) stellen, allerdings gleich vor dem nächsten Problem. „Würden die Punktspiele wegfallen, könnten wir das sicherlich verkraften. Wesentlich mehr Sorgen mache ich mir dagegen, wenn auch der Trainingsbetrieb wegbrechen sollte“, sagt Borkenstein. Die mögliche Folge? „Wir haben schon während des ersten Lockdown den einen oder anderen Jugendspieler verloren. Diese Gefahr würde uns bei einer Wiederholung erneut drohen.“

Dass seine Herren-Mannschaft am Samstag gegen den Absteiger aus Ingolstadt eine 58:70-Niederlage einstecken musste, konnte Borkenstein hingegen relativ einfach verschmerzen. „In unserem Team ist nicht nur der Alters-, sondern auch der Leistungs-Unterschied ziemlich groß“, erklärt der Headcoach. Dementsprechend dürfte man auch die Ansprüche gerade zu Saisonbeginn nicht zu hoch stellen. „Trotz der Niederlage bin ich nicht unzufrieden. Wir haben einige Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, richtig gut umgesetzt“, bilanziert Borkenstein. Lediglich ein schwaches drittes Viertel (10:25) brachte seine Schützlinge letztlich wohl um den durchaus möglichen Sieg.

TSV Neuburg: David Alcantara Garcia, Holger Fiedrich (4 Punkte), Benjamin Grossin (8), Florian Henle (9), Ulrich Mages, Philipp Meier (4), Le Ann Nguyen, Ramazan Orzohan (16), Thomas Reimer (6), Thomas Slowik (10), Dominic Ungaro (3).

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