FC Ingolstadt 04

06.11.2011

Traurige Rekordfahrt hält an

Von Edson Buddle war gegen Karlsruhe nur wenig zu sehen.
Bild: Foto: rolg

Der FC Ingolstadt 04 blieb am Wochenende in Karlsruhe zum achten Mal in Folge auswärts ohne Punkt. Trainer Benno Möhlmann steht vor einem Rätsel

Karlsruhe Als Andreas Görlitz am Freitagabend nach der 2:3-Niederlage beim Karlsruher SC den Interview-Marathon bei den TV- und Radio-Stationen sowie Zeitungs-Journalisten durchlaufen hatte, huschte ihm doch noch ein kurzes Lächeln über das Gesicht. Nachdem er beim Gang in die Kabine dem wartenden Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel die Hand geschüttelt und dieser ihn gefragt hatte, wie es ihm den gehe, antwortete der rechte Außenverteidiger des FC Ingolstadt 04 mit einem leicht gequälten Lächeln: „Naja, zumindest gesundheitlich fühle ich mich sehr gut.“

Gesichtsausdruck spricht Bände

Wie es zu diesem Zeitpunkt jedoch in seinem Inneren aussah, darüber sprach Görlitz freilich nicht – auch wenn es sein Gesichtsausdruck durchaus erahnen ließ. Kein Wunder, denn bereits zum achten Mal hintereinander (!) mussten die Schanzer in dieser Zweitliga-Saison die Heimfahrt ohne einen einzigen Zähler antreten. Sprich: Der „traurige Rekord“, als einzige deutsche Profi-Fußballmannschaft in der Fremde noch ohne Zähler zu sein, wurde am Freitagabend im Kellerduell beim bis dato punktgleichen Karlsruher SC weiter ausgebaut.

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„Für mich ist es einfach unbegreiflich, warum wir auswärts nichts auf die Reihe kriegen“, rätselte auch Görlitz, der dann jedoch einen wichtigen und vor allem richtigen Ansatzpunkt fand: „Wir kassieren einfach viel zu viele Gegentreffer. So viele Tore können wir vorne gar nicht schießen, um diese zu kompensieren.“ Besonders bitter: Wie schon bei der Partie in Duisburg (1:3) hatten die Ingolstädter einen perfekten Start erwischt und lagen frühzeitig mit 1:0 in Führung (Metzelder/12.). Doch „anstatt genau dort weiter zu machen, wo wir angefangen haben“ (Trainer Benno Möhlmann), folgte erneut die „alte FC 04-Krankheit“ in dieser Saison: Die Oberbayern stellten nicht nur das Fußballspielen nahezu ein, sondern ebneten dem Gegner mit haarsträubenden individuellen Fehlern den Weg zurück in diese Begegnung. Eine grobe Nachlässigkeit nach einem Eckball (26.) sowie katastrophales Zweikampfverhalten vor den Gegentoren zwei (57./Tobias Fink und Malte Metzelder) und drei (76.) sorgten dafür, dass der ebenfalls bieder auftretende KSC nach zuvor zehn sieglosen Spielen in Folge wieder einmal einen dreifachen Punktgewinn bejubeln konnte.

„Es ist auch für mich sehr schwer nachvollziehbar, warum wir uns immer wieder derartige, ähnliche Fehler erlauben“, rätselte Ingolstadts Coach Benno Möhlmann, der dann auch härtere Töne anschlug: „Wenn man sich die Gesamtentwicklung etwas genauer anschaut, dann muss man sicherlich auch die Qualität des einen oder anderen Spielers einmal hinterfragen – zumal diese Fehler eben nicht zum ersten Mal passieren.“

Biliskov schmerzlich vermisst

Gerade am Freitag habe man laut Möhlmann wieder gesehen, wie wichtig der ausgefallene Innenverteidiger Marino Biliskov für die anfällige Hintermannschaft der Schanzer (36 Gegentreffer in 14 Partien) sei. „Mit ihm steht unsere Defensive deutlich kompakter“, so Möhlmann, der auf die Rückkehr seines derzeit verletzten kroatischen Routiniers nach der nun anstehenden Länderspielpause hofft. Was seine eigene Person betrifft, macht sich der FC 04-Übungsleiter indes keine Gedanken: „Auf derartige Diskussionen habe ich ohnehin keinen Einfluss. Ich konzentriere mich auf das, was ich in der eigenen Hand habe – und das ist die Arbeit mit der Mannschaft.“ Dass diese allerdings nun schnellstens Früchte tragen muss, weiß freilich auch Möhlmann selbst…

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