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Fußball

31.03.2020

Vereine ziehen voll und ganz mit

Zehn Video-Konferenzen der Verbandsspitze mit den Klubs aus der Regional-, Bayern- und Landesliga. Aber auch die unterklassigen Teams kommen zu Wort. Wie der BFV seine Kicker unterstützen möchte

In dieser von großer Ungewissheit geprägten Zeit haben die Vereinsvertreter der Regional-, Bayern- und Landesligisten klar verdeutlicht, dass sie den eingeschlagenen Kurs des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) im Umgang mit den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie für den absolut richtigen erachten und auch die weitere Vorgehensweise befürworten.

Das ist das Ergebnis von insgesamt zehn Video-Konferenzen der Verbandsspitze um Präsident Rainer Koch, Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, Spielleiter Josef Janker sowie Geschäftsführer Jürgen Igelspacher mit Vertretern der 143 Klubs (darunter aus unserem Verbreitungsgebiet Regionalligist TSV Rain sowie die Landesligisten VfR Neuburg und FC Ehekirchen), die auf Landesebene spielen. Insgesamt waren 334 Teilnehmer aus Vereinen und Verband aktiv in den zehn virtuellen Treffen mit dabei. In Bayern ist der Spielbetrieb bekanntlich bis auf Weiteres ausgesetzt. Eine Wiederaufnahme erfolgt in jedem Fall erst mit einer mindestens 14-tägigen Ankündigungsfrist.

„Wir werden diese Phase jetzt intensiv nutzen, um gemeinsam mit den Klubs alle bereits weitgehend vorbereiteten Szenarien – von der Wiederaufnahme über Play-off-Regelungen bis hin zum Abbruch – detailliert durchzuspielen und gezielt abzuwägen. Wichtig ist es für uns, dass wir alle an einem Strang ziehen und keine vorschnellen Entscheidungen treffen. Die Existenz-Sicherung unserer Vereine muss bei allen Überlegungen die tragende Rolle einnehmen. Aktuell sehen wir ja, wozu das führen kann, wenn wir beispielsweise nur die unterschiedlichen Vorgehensweisen der Amateurfußball-Verantwortlichen in Belgien und England sehen“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch, der nochmals verdeutlicht, „dass sich der Fußball jetzt hinten einreihen muss. Die Gesundheit aller geht vor“. Der BFV setzt bewusst auf eine möglichst breite Kommunikation sowie einen transparenten Informationsfluss. Mit großangelegten, Info-Webinaren sollen in den kommenden Tagen alle Entscheidungsträger der rund 4600 bayerischen Fußball-Vereine persönlich kontaktiert werden und Informationen zu den Herausforderungen bekommen, die auf den bayerischen Amateurfußball unausweichlich zukommen werden und bereits bestehen. Bis zum Sonntag hatten die BFV-Funktionäre bayernweit bereits 13 Online-Konferenzen mit über 900 Teilnehmern abgehalten.

Vereine ziehen voll und ganz mit

Im Mittelpunkt der Video-Konferenzen mit den Klubs auf Verbandsebene häuften sich im Kern vier Fragen, deren Lösung der BFV mit seinen entsprechenden Mitgliedern in den DFB-Gremien zeitnah durchsetzen möchte. Änderungen in der Spielordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden bereits rechtssicher vorbereitet und sollen in den Ausschüssen beschieden werden. Ein Überblick:

: Nach den noch gültigen Insolvenz-Regelungen der Verbände drohen den Vereinen, sollten sie ein Insolvenzverfahren beantragen müssen, etwaige Punktabzüge oder stehen unter Umständen direkt als Absteiger fest. Der BFV vertritt die klare Meinung, dass diese Regelungen in der aktuellen Lage ausgesetzt werden müssen und Insolvenzen sich nicht auf den sportlichen Bereich auswirken dürfen.

Das ist aktuell verbindlich in jedem Jahr der 30. Juni. An diesem Datum orientieren sich Vereinswechsel-Vorschriften, Meldefristen oder auch Anmeldungen zum Spielbetrieb. Es ist jedem klar, dass sich das Saisonende in diesem Sommer möglicherweise anders darstellt. Der BFV wird seine Regeln hierzu ändern, sich öffnen und diese gegenüber den Vereinen maximal flexibel handhaben.

: Üblicherweise laufen Vertragsspieler-Verträge auch bis zum 30. Juni, also dem Ende eines Spieljahres. Aktuell gibt es keine Gewissheit, ob das Spieljahr zu diesem Zeitpunkt bereits beendet ist. Also wird der BFV mit allen Landesverbänden und dem DFB abgestimmt vorgehen, um Spielordnungs-Regelungen anzupassen, die zum einen ein Aussetzen der Zahlungen berücksichtigen, damit die Vereine finanziell entlastet werden. Zum anderen gilt es, den Klubs zusätzlich noch spielrechtstechnisch entgegenzukommen.

: Aktuell kann ein Spieler, der sechs Monate nicht zum Einsatz gekommen ist, den Verein ohne Zustimmung wechseln. Eine Regel, die sich an einem normalen Spieljahr orientiert. Nachdem man sich in einer außergewöhnlichen Lage befände, will der BFV seine Regeln jedoch auf die Bedürfnisse anpassen, die den Vereinen entgegenkommen und nach Möglichkeit dafür sorgen, dass die Rückrunde mit den Anfang März zur Verfügung stehenden Spielern beendet wird. (nr)

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